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Damals am Heiligen Abend

als die Zeit noch einfacher warfotolia4892689s
weil wir uns noch freuen konnten
an Kugeln und Engelshaar,
am wärmenden Licht der Kerzen,
an knirschenden Schritten im Schnee
und tanzenden Flocken am Himmel,
am Festglockenklang aus der Höh’.
Tag’s fuhren wir noch mit dem Schlitten
die Mutter schmückte den Baum,
sie sagte es sei das Christkind –

der Welt schönster Kindertraum.
Dann kam der ersehnte Abend,
die Kehle wie zugeschnürt
beim Anblick der berstenden Kirche,
viele Augen zu Tränen gerührt.
Es strahlten die Wunderkerzen
vom Turm hoch das „Gloria“ klang,
man reichte sich friedlich die Hände
dann führte heimwärts der Gang.
Geschenke, nicht so viel wie heute,
was Süßes, ein Spielzeug – mehr kaum,
das wichtigste war das Christkind,
der leuchtende Tannenbaum,
das knisternde Feuer im Ofen,
dazu die Lieder – ganz sacht,
beim Essen gemütlich zusammen,
so still war die Heilige Nacht.
Damals am Heiligen Abend,
wie war die Zeit doch so schön,
die Gedanken allein gehn auf Reisen
sperr sie nicht ein – lass’ sie gehn!

Bruno Roth

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