aus den Aufzeichnungen von Rektor Johann Schnellkleinprobstdorf

Im schönen Siebenbürgen, dem Lande des Segens, der Fülle und der Kraft, das wie ein Garten anzuschauen ist, hat vor Zeiten ein kleines Häuflein deutscher Einwanderer, gefolgt dem Rufe des ungarischen Königs Geisa II (1141-1161) die kleine Siedlung „Kleinprobstdorf„ gegründet. Sie liegt am rechten Ufer der großen Kokel, 11 km von Mediasch entfernt, gegenüber dem Eisenbahnknotenpunkt „Kleinkopisch-Copsa Mica-Kiskapus.„ Angeschmiegt an der Kokelhöhenzug ist Kleinprobstdorf umschlossen von mit Reben bekränzten Bergen und herrlichen Obstgärten und bietet ein bewundernswertes Bild. Seine Hochwürden, der große Sachsenbischof Dr. Georg Daniel Teutsch nannte es gelegentlich bei der Generalkirchenvisitation im Jahre 1878 das „kleine Jerusalem.„ In unmittelbarer Nähe erhebt sich der Höhenpunkt „die Burgkuppe„, der Lage und den Funden nach eine alte Agathyrsen und Römerburg, deren Grundmauern weit nach rückwärts in einst mächtige Wälder reichten, wo deren Bewohner Schutz und Zuflucht vor ihren Feinden fanden. Die Burgkuppe gewährt eine prächtige Aussicht über das schöne, breite Tal des Tarnava-Dornbach- Kokelflusses, weit hinein in das Tal des Weißbachflusses und auf das am linken Ufer sich entwickelnde Industriezentrum mit seinen zahlreichen Fabrikanlagen.

Bei der Gründung Kleinprobstdorfs fehlen schriftliche Aufzeichnungen. Der Name besagt jedoch, dass Kleinprobstdorf eine Besitzung der Hermannstädter Probstei des heiligen Ladislaus gewesen sei. Der deutsche Name ist erst 1496 das erste Mal nachweisbar.

Älter als der deutsche Name ist der ungarische Name „Kis Ekomezö.„ Daraus ist anzunehmen, dass die Gemeinde bei der Gründung der Probstei bereits bestand und der Probstei als Besitzung zugewiesen wurde. Die Gründung der Hermannstädter Probstei erfolgte um das Jahr 1190 unter König Bela III. Wahrscheinlich ist schon bei der Gründung die Probstei mit Besitzungen ausgestattet worden, um in der Lage zu sein, ihre Aufgabe als kirchliches Führungsorgan aller deutschen Siedler Siebenbürgens zu erfüllen. Der Probst war schon 1212 vom König ernannt. Er unterstand in rechtlichen Angelegenheiten dem König von Ungarn, als Geistlicher dem Erzbischof von Gran-Esstergom. So kam Kleinprobstdorf zusammen mit Großprobstdorf und Reussen samt einer Salzgrube in Salzburg als Schenkung an die Hermannstädter Probstei. Auch Probstdorf bei Agnetheln war ursprünglich eine Besitzung der Probstei, doch ist dieser Ort schon frühzeitig von ihr losgelöst worden. Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung stellte sich heraus, dass die Pröbste ihre Aufgaben nicht erfüllten. Der Probst war meistens ein Madjare-Ungar, der sein Amt als gutes Einkommen betrachtete und meistens nicht im Lande anwesend war. Aus seinen Besitzungen, also auch aus Kleinprobstdorf, bezog er den Zehnten und hatte dafür die Verpflichtung, durch einen Vikar (Stellvertreter als Pfarrer) für die geistliche Betreuung zu sorgen. Kleinprobstdorf ist dem Bulkescher Kapitalverband angegliedert gewesen. Im Jahre 1424 wurde von König Sigismund die Probstei aufgelöst, weil durch die Sorglosigkeit der Pröbste die Pflichten vernachlässigt waren. Die Aufhebung wurde später durch den Papst 1426 bestätigt. So wurde Kleinprobstdorf eine Besitzung der Stadt Hermannstadt. Es war nicht eine freie Stuhlgemeinde, sondern stand in einem abhängigen, hörigen Verhältnis zur Stadt Hermannstadt und musste an diese Steuern abliefern. Was für sonstige Dienstleistungen noch verlangt wurde, ist nicht bekannt. Da die Obrigkeit der Stadt aus Volksgenossen bestand, war die Lage der Gemeinde eine bedeutend günstigere als die anderer untertäniger Gemeinden.

Im Jahre 1456 musste die Gemeinde einen Hattertstreit mit „Fägendorf„(Micasasa) bestehen, was auf einen gesunden Drang der Ausweitung der Bevölkerung schließen lässt. Der strittige Hattertteil gehört heute der rumänischen Gemeinde „Kesseln-Chesler-Kesslos.„ Es ist bemerkenswert, dass schon im Jahre 1503 Rumänen erwähnt werden, die am sogenannten „Kesselgrund„ auf Probstdorfer Hattert wohnhaft sind. Wahrscheinlich sind diese erwähnten Rumänen, die Hirten der Sachsen waren, die Gründer der Gemeinde Kesseln geworden und haben sich den Kesselgrund angeeignet. Es ist dies ein für Kleinprobstdorf weit abliegender, bergiger, schwer zu bearbeitender Hattertteil.

Aus dem 15. Jahrhundert stammt auch eine alte von Meister Leonardus, gegossene kunstvolle Glocke, deren Vorhandensein auf Wohlstand der Bewohner schließen lässt.

Seit 1320 unternahmen die Türken wiederholte Angriffe auf Ungarn, welche besonders Siebenbürgen schwer trafen und verwüsteten. Die Türkenzeit und vor allem die inneren Wirren des 17. Jahrhunderts-Bischof Dr. G. D. Teutsch kennzeichnet sie als die Zeit „der Schrecken ohne Ende„. 1659 lagen die Türken bei Grossprobstdorf, später bei Blasendorf(Blaj) im Lager; der Kurutzenaufstand 1681 sowie die Kurutzenkriege müssen auch Kleinprobstdorf argen Schaden zugefügt haben und Verwahrlosung mit sich gebracht haben.1595 gab es 10 wüste Höfe in Kleinprobstdorf.

In der Mitte der Gemeinde steht die Kirche. Sie ist im gotischen Stil gebaut. Das zeigen die beiden steinernen Spitzbogen-Eingangsportale und der Chor der Kirche mit Spitzbogendecke und Spitzbogenfenstern. Höchstwahrscheinlich ist diese Kirche in den erwähnten schweren Jahren zerstört worden und bloß der Chor und die Grundmauern des Mittelbaues mit den Eingangsportalen sowie eine steinerne Rosette, genannt „das Auge Gottes„ waren übrig geblieben. Wann die Kirche wiederhergestellt wurde, ist nicht bekannt. Doch ist sie durch den Umbau verunstaltet worden. Die Fenster haben eine ganz besondere Form und die Decke ist ein einfacher, flacher Plafan.

Das „Auge Gottes„ ist auf der Rückseite des Giebels eingemauert worden. Bestimmt hat auch diese Kirche einmal ihre Burgmauern gehabt, die aber in eben derselben Zeit der Schrecken ohne Ende dem Erdboden gleichgemacht wurden, da sie vielleicht noch nicht vollkommen ausgebaut oder zu einfach waren, um dem Ansturm der Feinde standzuhalten. 

Die Reformation hat in Kleinprobstdorf erst in den Jahren 1543-1550 stattgefunden.

Welche Verwahrlosung die Türkenzeit und die Wirren des 17. Jahrhunderts der Gemeinde zugefügt haben, beweist die bedauerliche Feststellung, die Bischof Barth bei einer Visitation im Jahr 1650 machte; dass der Pfarrer von Kleinprobstdorf 15 Jahre hindurch niemals gepredigt hatte. Zu seiner Verantwortung konnte er nur sagen, dass er ja für die geistlichen Dienste einen Prediger besoldet. Nach dem „Catalogus Pastorum„ des Kirchenbuches war es Pfarrer Mathias Wädt Schönensis (aus Schönau), gestorben 1656. Tatsächlich scheint das Pfarreinkommen nicht sehr groß gewesen zu sein, da dem Pfarrer nur eine Zehnquart (1/4 des Zehnten) zukam.

Bis zur Aufhebung des Hörigkeitsverhältnisses blieb die kleine Gemeinde Kleinprobstdorf eine Besitzung der Stadt Hermannstadt. Später war sie den „sieben Richtern„ gehörig.

Das älteste Kirchenbuch„ Matrikel„ beginnt als Taufmatrikel seit 1772, Totenmatrikel seit 1705 und Trauungsmatrikel seit 1728. In diesem findet sich aufgezeichnet „Numerus Pastorum huic Exclesia Probsdorffu unoris ex Libro Caituli descriptus per Andream Thellmann Ano 1727„ zu deutsch: Namenverzeichnis der Pfarrer der Kleinprobstdorfer Kirchengemeinde, herausgeschrieben aus den Büchern des Capitels durch Andreas Thellmann im Jahre 1727. Er beginnt mit dem Jahre 1564. Ohne Jahreszahl führt er aus der vorreformatorischen Zeit noch an : Duns Conradus, Michael Petrus, Georgius und Johannes, von dem er glaubt, dass er der Letzte vor der Reformation war, ungefähr 1542-1544. Es folgen dann:
Demus Elias, gest. 1564
Petrus Hadesch, gest. 1594
Mathias Mortesdorfer, gest. 1601
Stefani Valentini, gest. 1603
Jonas Langevallensis, gest. 1632
Mathias Wädt Schönenis, gest. 1656
Johannes Kefstenus, gest. 1672
Johannes Ludwig, gest. 1709
Johannes Gierling, gest. 1716
Johannes Saur, gest. 1728 
Valentin Stampus, gest. 1686
Michael Regens, gest. 1694
Andreas Thellmann, gest. 1736

In dem zweitältesten „Kirchenbuch der Christ-Evangelischen Gemeinde Kleinprobstdorf„ aus dem Jahre 1793 hat der damalige Ortspfarrer Johannes Andrae diesen „ Catalogus Pastorum„ weitergeführt und ist bis zur Gegenwart 1950 ergänzt worden.
Michael Mätzius, bis 1743
Stefanus Jekelius, bis 1780
Stef.Josephus Maetzius, bis 1793
Johannes Andrea, –
Samuel Brandt, bis.1861
Josef Barth, bis 1864
Simon Schuller, bis 1889
Daniel Kasemieresch, bis 1900
Johann Weinrich, bis 1904
Johann Müller, bis 1934
Andreas Guttner, seit 1935 

Ebenso ist die Namensliste der selbstständigen Diaconen- Prediger erhalten und durch Rektor Johann Schnell ergänzt worden.
Michael Rampelt, 1719
Thomas Wolff, bis 1728
Johannes Welter, bis 1755
Michael Schullerus, gest.1756
Michael Gregorius, 1786-1809
Samuel Fielker, bis 1810
Georg Anner, bis 1820
Samuel Albrecht, bis 1873 der letzte selbstständige Prediger
Johann Melzer, 1874-1887 als Prediger-Lehrer

Seither hat Kleinprobstdorf bloß den Ortspfarrer.

1726 wurde durch den Orgelbauer Georg Wachsmann ein einfaches Orgelwerk verfertigt.

Auf der wiederhergestellten Kirche hat über dem Chor ein hölzerner Glockenturm gestanden, der im Jahre 1730 erbaut und gedeckt und im Jahr 1733 mit Brettern umschlagen wurde. Sowohl Kirche als auch das Chor hatten Schindeldach. 1731 wurde der Chor erneut mit Schindeln gedeckt.

1744 verehrte Michael Czek, ehemaliger Decimater (Einheber des Zehnten) eine neue, schöne Kanne aus Zinn für das Abendmahl.

Später verehrte Maria Hellena von Ehrenburg der Kirche einen silbernen, in- und auswendig vergoldeten Kelch. Wer diese edelgesinnte Frau war, ist unbekannt. 1763 wurde die Kirche mit einem neuen Dach versehen und mit Dachziegeln gedeckt. 1764 wurde auf Betreiben des Pfarrers Stefan Jewkeli die neue, jetzige Ringmauer aufgebaut. Sie ist bloß eine Nachahmung.

1827 wird eine neue Schule gebaut.

1852 verehrt Michael Scharbo und dessen Ehegattin Katharina ein neues Taufbecken.

1854 wurde der hölzerne Turm abgetragen und der neue Glockenturm gebaut. Der Aufbau kostete ohne Material 1700 fl. Warum schon 1873 das Turmdach gründlich ausgebessert werden musste, ist unbekannt. Wahrscheinlich hatte dasselbe durch Blitzschlag arg gelitten, da der Turm keinen Blitzableiter hatte. Und ohne diesen ist er auch weiter geblieben, trotzdem des öfteren Blitzgefahr war. Am 30. August 1935 fing die vor dem Pfarrhaus stehende Tanne den Blitz auf und verschonte den Turm. Am 20. August 1945 aber wurde das Turmdach getroffen. Unter furchtbarem Krach wurde es seiner Ziegel beraubt und es hat 5 Jahre gedauert, bis dasselbe 1950 wiederhergestellt und mit einem Blitzableiter versehen wurde. Altar und Altarbild stammen aus dem Jahre 1874.Das Altarbild ist ein Ölgemälde von Professor Dörschlag aus Hermannstadt. Das von Elisabeth Werner aus Kleinprobstdorf gewidmete Gemälde stellt Jesus mit dem Abendmahlkelch dar und ist in den Farben rot und blau gehalten. 

Die derzeitige Orgel, 1877 vom Orgelbauer Wiilhelm Hörbiger aus Hermannstadt erbaut, kostete 1400 fl.
Am 27. September 1879 löste sich ein bedeutender Teil des Berges oberhalb der Weinberge ab und deckte viele Weinberge ein.

Am 3. Oktober 1880 erfolgte an einem Sonntagmorgen ein Erdbeben.

1889 wurde der erste Christbaum in der Kirche errichtet und erfreute alle vom kleinsten Kinde bis zum ältesten Greis, mit seinem hellen Lichterglanz.

1894 wurde der Predigerhof, neben dem Schulhof gelegen, an Johann Schörwerth 77 zum Preis von 800 fl.(Gulden) verkauft. Den Erlös bedurfte man zum Aufbau, d. h. zur Erweiterung des Schulhauses. Ende September 1895 war die Erweiterung in seiner heutigen Größe vollständig durchgeführt. Den Verkauf des Predigerhofes hat man später oft bereut, da man ihn sehr benötigte. 

1907/08 wurde die Grundzusammenlegung- Kommasation durchgeführt; sie kostete 12400 Kronen.

Kleinprobstdorf, 1 km von der Hauptverkehrstasse, 1,5 km vom Eisenbahnknotenpunkt Kleinkopisch- Copsa-Mica- Kiskapus entfernt, war von diesen für das Dorf so wichtigen und notwendigen Verkehrsweg durch die große Kokel getrennt und bei Hochwasser vollkommen abgesperrt. Im Jahre 1902/03 wurde endlich der ungestörte Verkehr hergestellt durch den Bau einer Holzbrücke über die Kokel. Leider hatte diese nur eine Lebensdauer von 10 Jahren. Das außergewöhnliche Regenjahr 1912 ließ den Wasserstand derart hoch steigen, dass er den Oberbau der Großprobstdorfer Brücke unzerstört wegführte und gegen unsere Brücke schleuderte. Langsam, aber dennoch, fiel leider auch diese Brücke dem Hochwasser zum Opfer. Sie wurde am 9 September 1912 in den Abendstunden zerrissen und fortgeführt. Sie erwies sich als unzuverlässig, da sie beim Steigen des Wassers in der Kokel ans Ufer gezogen werden musste. Sie kostete 1000 Kronen. Der Personenverkehr erfolgte mittels eines Kahnes an einem Drahtseil. So konnte es auf die Dauer nicht bleiben.

1923 wurde eine neue Brücke gebaut und am 28. November eingeweiht. Sie kostete 392462,12 Lei. Brückenmeister waren Filip und Müller aus Elisabethstadt. 1916 wurde das Schulglöckchen sowie eine der großen Glocken für Kriegszwecke abgenommen. Da die Glocke Altertumswert hatte – sie stammte aus dem 15. Jahrhundert, wurde sie wieder zurückgeschickt, leider gesprungen. 1922 wurde sie bei „Schieb„ in Hermannstadt umgegossen und alsdann wieder zu ihrer Bestimmung auf den Turm gezogen.

1918 wurden die 28 Orgelpfeifen der äußern Reihe ebenfalls für Kriegszwecke abgenommen und wurden 1926 von Orgelbauer Wegestein aus Temeschburg durch neue Pfeifen ersetzt.

1923 spendete Petrus Schneider, Werkführer in Hermannstadt, ein gebürtiger Kleinprobstdorfer, ein neues Schulglöckchen, wodurch das alte, liebe Glockengeläute wieder hergestellt war.

Am Neujahrestage 1928 wurde die für die im Weltkrieg 1914-1918 Gefallenen in der Kirche angebrachte Gedenktafel eingeweiht.

1931 wird mit dem Aufbau des sächsischen Gesellschaftshauses (Saal) begonnen und der Rohbau angeführt. 1938 war der Bau ausgefertigt.

Die Seelenzahl beträgt am 1 Januar 1960-469 Seelen, ist also im Laufe von 10 Jahren um 112 Seelen gestiegen.

Von den ältesten Familiennamen aus 1672-1722 leben heute nur noch:
-Fronius alias Lang Hannes
-Klein alias Henes
-Kraus alias Henes
-Roth alias Schoger
-Schörwerth : heute unter dem Spitznamen:
· Matti, nach einem gewissen Mathias Schörwerth
· Tumes, nach einem gewissen Thomas Schörwerth
· Dans, nach einem gewissen Daniel Schörwerth
· Auch lebt noch eine Linie Schörwerth als Klein Hans
· Die Linie Schörwerth alias Schneider ist ausgestorben.
-Schneider alias Untch und Klein Honnes
-Ziegler-alias Tinkes

Alle übrigen sind ausgestorben. Einzelne Namen: Auner, Schoger, Schuster, Stamp- so sind diese Zugewanderte.

Die Gesamtzahl beträgt am 1 Januar 1960:
Deutsche : 463 Seelen
Rumänen : 215 Seelen
Ungarn : 10 Seelen

Urkunden über Kleinprobstdorf
Aufgrund deren die Ortsgeschichte geschrieben.

Die römischen Ziffern, bedeuten den Band, die arabischen das Jahr und die Seiten.

1.Quellen zur Geschichte Siebenbürgens aus sächsischen Archiven I , 1880-221, 378
2.Urkundenbuch I-1982-1; II 166, IV 217, 225.
3.G. D. Teutsch: Geschichte der Siebenbürger Sachsen II 237; III 17, 20, 25. XI-325, XIII-247, XXI-292, XXVII-39, 66, 78, 111, XXX-433, XXXVII-104, 258.
4.Georg Daniel und Friedrich Teutsch; Geschichte der Siebenbürger Sachsen: I-76, 117, II-195.
5.Geschichte der evangelischen Kirche in Siabenbürger von Friedrich Teutsch I-8, 45, 91, 456.
6.Haltrich Wolf: Zur Volkskunde der siebenbürger Sachsen: 426.
7.„ Korrespondenzblatt„ des Vereins für siebenbürgerische Landeskunde XXXII –123.
8.Verhandlungen und Mitteilungen des siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaft XVIII-21, 47, 64. 

1651-Archiv III- 17
Bei der Kirchenvisitation wird festgestellt, dass der Pfarrhof fast in Trümmern liegen würde. Seine Instandsetzung wird befohlen. Es wird festgestellt, dass der Pfarrer seit 15 Jahren nicht gepredigt hatte. Er habe seinen Prediger dafür gedungen, redet er sich aus. Die Gemeinde hätte diese Nachlässigkeit des Pfarrers verschwiegen und wird daher mit 5 Kronen und 20 fl. bestraft. Außerdem wird der Pfarrer mit 10 fl. bestraft, weil er bei seiner Krankheit zur Zauberei Zuflucht genommen hatte. ( Archiv III-20 ). 

1651 Archiv III-25
Bei der Kirchenvisitation wird festgestellt, dass die „Hans Matthesin„ aus Kleinprobstdorf ein Sprüchlein gegen die Gelbsucht weiß.
1712 Archiv XXXII- 104
lassen sich in Kleinprobstdorf 17 sächsische Familien, 2 rumänische Familien und 2 Witwen feststellen.
1496 Quellen I 1880-221
Der deutsche Name „Kleinprobstdorf„ ist das erste Mal nachweisbar.
1191 Urkundenbuch I 1892-1
Die Gründung der Hermannstädter Probstei wurde am 20.12,1191 durch den Papst Coelestin III bestätigt.
1359-1859 Urkundenbuch II-166
Zuerst erwähnt als Schenkung an die Hermannstädter Probstei Kleinprobstdorf, Großprobstdorf, Reussen und 1 Salzgrube in Salzburg.
1424 Urkundenbuch IV-217
wurde die Probstei von König Sigismund aufgelöst.
1426 Urkundenbuch IV- 225
wurde die Aufhebung der Probstei durch den Papst bestätigt.
1456 Archiv XXX-433
musste die Gemeinde einen Hattertstreit mit Fägendorf(Micasasa) bestehen.
1503 Quellen I 1880-378
werden Rumänen erwähnt, die im sogenannten „Kesselgrund„ auf Kleinprobstdorfer Hattert wohnhaft sind.
1659 G.D.Teutsch-237.
Gegen Ende Dezember lagerten die Türken bei Großprobstdorf, später bei Blaj. 1716 Archiv XXVII 110-111
legt der Richter und die Geschworenen von Goßprobstdorf dem Bürgermeister von Hermannstadt die Prozessakten vor in einem Rechtsstreit wegen Ehrenbeleidigung zwischen Thomas Scherwert aus Kleinprobstdorf und Georg Schuster. Georg Schuster hatte den Thomas Scherwert der Zauberei beschuldigt. Die Gemeinde Kleinprobstdorf schrieb an den Hermannstädter Bürgermeister, dass sie alle die Frau des Scherwert in der Gemeinde nicht dulden wollen, bis sie sich nicht als ehrlich vor dem Magistrat rechtfertigt habe. Auch die Großprobstdorfer klagen, dass Scherwert sie verflucht hätte, aber auch die Seelsorger seiner Gemeinde. Ob in diesem Prozess ein Uteil gefällt wurde, ist unbekannt.
1720 Archiv XXVII-39
wurden die Prozesse der Bewohner von Reussen, Seiden, Bulkesch, Großprobstdorf und Kleinprobstdorf auf dem Wege der Berufung vom Hermannstädter Bürgermeister gerichtet.
1721 Archiv XXXII 258
wird von einer Steuerkommission festgestellt, dass Kleinprobstdorf ein sächsisches Dorf ist, das zu den 7 Stühlen gehört. Die Häuser sind aus Holz. Die Bewohner müssen keine Robotten leisten. Seit altersher wohnen Rumänen in diesem Ort, die auch zum Königsboden gehören und deren Häuser aus Ruten sind. Es lassen sich 19 Häuser zählen.
1724 Archiv XXVII-66
Zwei berüchtigte Räuber werden im Walde von Kleinprobstdorf erschossen und ihre Leichen werden nachher auf den Galgen aufgehängt. 
1730 Archiv XI-325
Zehntrecht: Nach Aufhebung der Hermannstädter Probstei bezog der Stadtpfarrer von Hermannstdt die früher dem Probst zugehörigen Zehnteile der Probsteiguter Reussen, Großprobstdorf und Kleinprobstdorf und außerdem 125 Gulden bar aus den Einkünften der Probsteigüter. 
1730 Korrespondenzblatt XXVII-123
wird erwähnt, dass der Sachsengraf aus Zehteile von Kleinprobstdorf 100 ungarische Gulden bezieht.
1736 Archiv XXVII-78
Ein Dieb aus Kleinprobstdorf wird für 3 Jahre ins Hermannstädter Zuchthaus zur Zwangsarbeit gebracht.
Archiv XXI-229
Wird erwähnt, dass die Rosette an der Kirche in Kleinprobstdorf schönen, gotischen Stil zeigt.
Archiv XIII-247
Unter den archeologischen Funden ist angegeben, dass in Kleinprobstdorf Reste von „rhnoc.tihork„ und cerv.Caprolus gefunden worden sind und eine Axt, die sich im Brukenthalmuseum befindet.
Urkunde 1721 (Archiv XXXII 258
Stellt fest, dass die Häuser der Sachsen aus Holz gebaut sind. Die ältesten, aus Ziegel gebauten Häuser, die heute noch stehen und Spitzgiebel tragen, sind folgende:
1798 Haus Nr.35 aufgebaut durch Michael Dohler, renoviert 1925 durch Petrus Grigori,; Verlust des Spitzgiebels.
1813 Haus Nr.18(35) mit der Inschrift: Gott segne dieses und wend all Unglück draus; Daniel Schneider
1817 Haus Nr.31 (46) Inschrift: Martin Wagner – Georgus Seiler Zimmermann
1822 Haus Nr.23 (53)- Stefan Schneider
1827 Haus Nr.18 (57) ohne Inschrift
Auf Hof Nr.41 (36) steht ein aus der alten Zeit stammendes Haus mit Spitzgiebel. Das letzte Holzhaus Nr. 87 (80) wurde 1957 durch Neubau abgelöst.


Kleinprobstdorf

Kleinprobstdorf-meine kleine Welt.
Grüß Gott, wem`s hier gefällt.
Kleinprobstdorf, süße Heimat mein,
dir leb und sterb ich, dir allein.

(An meinem 72. Geburtstag 31. Januar 1966;-Johann Schnell)

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