Liebe Kleinprobstdorferinnen!
Liebe Kleinprobstdorfer!

Eine Osterkarte habe ich nicht an euch alle schreiben können. Die wenigsten Menschen schreiben heutzutage noch Glückwunschkarten oder Briefe. Leider ist es so, dass die Fortschritte der Technik es soweit gebracht haben. Natürlich gibt es auch Vorteile – ich kann euch mit einem einzigen Schreiben alle leicht erreichen.

Mit dem Wochenspruch für Ostersonntag, 8. April 2007, möchte ich euch herzlich grüßen:

Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
Offenbarung 1, 18

Diese Worte spricht der Menschensohn in einer Vision zum Seher Johannes. Wir haben vielleicht die dramatischen, zum Teil erschreckenden Visionen der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, schon gelesen – von den sieben Posaunen, dem Tier aus dem Abgrund, dem Untergang Babylons, dem himmlischen Jerusalem und andere mehr. Selbst Johannes, der Verfasser der Offenbarung, ist erschrocken und ergriffen von seinen Eindrücken, sodass er schon bei seiner allerersten, der Berufungsvision, aus der unser Wochenspruch herkommt, wie tot zu Boden fällt.

Aber dann fühlt er die segnende Hand Jesu und hört die Worte, die der Herr zu ihm sagt: “Fürchte die nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Das ist eine Geste, die Geborgenheit vermittelt. Das ist ein einfaches aber klares Bild vom Schlüssel, ein Bild, das Sicherheit, Beistand und Begleitung signalisiert.

Vielleicht erinnert uns dieses Bild an eine mächtige mittelalterliche Kirchenburg, es könnte auch eine aus unserer alten Heimat Siebenbürgen gewesen sein, mit ihren vielen und dunklen Gängen. Bevor die Führung beginnt, winkt der Burgführer mit seinem mächtigen Schlüssel. Ihm folgen die Besucher, weil er sich auskennt und den Weg schon oft gegangen ist. Geborgenheit strahlt auch unser Wochenspruch aus. Er weckt in uns Vertrauen und macht uns Mut, wenn wir uns fragen, was danach kommt, wenn wir aus diesem Leben scheiden. Unser Menschenverstand sagt uns viel zu klar: Der Tod ist ein endgültiger Abschied.
Alles, was wir vor Augen haben ist dafür sogar eine Bestätigung:

  • der Sarg, in den wir einen geliebten Menschen hineinlegen
  • das tiefe Grab, in das er abgesenkt wird
  • das Holzkreuz am geschlossenen Grabeshügel

Das sind sichtbare Zeichen dafür, wie endgültig der Tod ist und wie einsam er uns zurücklässt. Das sind Tatsachen, die für sich sprechen und sie sprechen eine deutliche Sprache. Aber unser Bibelwort spricht auch eine deutliche Sprache. Aus christlicher Sicht müssen wir sagen: Einer ist uns schon vorangegangen, einer hat das schon durchgemacht, was uns allen noch bevorsteht. Er wartet auf uns und lässt uns auch im Tode nicht allein.
Diese Tatsache feiern wir zu Ostern! Die Auferstehung Jesu als Blick durchs Schlüsselloch, als Schlüsselerlebnis des Ersten, das ganz gewiss auch für die Letzten noch gilt. Und wenn wir außer dem Seher Johannes noch einen Theologen aus der Bibel als Zeugen heranziehen möchten, dann hören wir doch auf die Stimme des Paulus. Er sagt im Brief an die Römer:
„Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andre Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn.“ (Römer 8, 38-39)

Damit wünsche ich euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest und grüße euch mit dem bekannten Ostergruß: “Der Herr ist auferstanden!“
Euer Gerhard Roth, Schwanenstadt-Oberösterreich

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