Liebe Kleinprobstdorfer, 

kleinprobstdorfkirche20072im vergangenen August ergab sich wieder mal die Möglichkeit, zusammen mit meinen Brüdern, die Heimat zu besuchen.Es war in den knapp zwei Wochen ein unbeschreibliches „auf und ab“ der Gefühle. Von „himmelhochjauchzend“, beim Anblick der Städte Kronstadt, Mediasch, Schässburg und vor allem Hermannstadt und starker auf Tourismus orientierter Gemeinden wie z.B. Birthälm, Meschen und die prächtigen Burzenländer Gemeinden (Tartlau, Honigberg, Weidenbach, Rosenau, Neustadt, usw.), bis „zu Tode betrübt“ z.B. in Schaal, Rosch, Halvelagen, Martinsdorf !! und vor allem bei uns in Kleinprobstdorf, ausgenommen den Friedhof und die Höfe der paar bekannten Daverbliebenen. Nun ist das anhand des auf „Cetati medievale“!! ausgelegten Tourismus in Rumänien kein Wunder und Kleinprobstdorf ist bekanntlich seit Jahrzehnten leider keine „Attraktion“ mehr! Beim Anblick des Pfarrhauses und der Kirche tut dann doch das Herz (sehr) weh! Dabei hatte ich unsere Kirche von 2002 in sehr guter, angenehmer Erinnerung, da seinerzeit innen und außen renoviert wurde. Es ist jedoch erschreckend, was sich in nur 5 Jahren zum negativen verändert hat! Von bröckelndem Mauerwerk, Feuchtigkeit, Zerfall, bis zu Diebstahl von Gegenständen und Einrichtungen, ist so ziemlich alles geboten. Sogar als Hunde- und Katzenbrutstätte hat die Kirche angeblich herhalten müssen! Das „neueste Verschwundene“ sind die Ornamente (Flammen) und Säulen von den beiden Altarseiten…..! In Schaal, wo wir noch vor Kleinprobstdorf (in der Kirche) waren, hatten wir anhand des schlimmen Verfalls, vor allem im Innenraum, noch kopfschüttelnd gemeint, „dass es bei uns gottseidank noch nicht so schlimm aussieht.“ 

Umso erstaunter waren wir, als wir feststellen mussten, daß es in unserer Kirche auch fast so ausschaut. Eine schriftliche Anfrage an das Landeskonsistorium unserer siebenbürgischen Kirche in Hermannstadt, ob die Kleinprobstdorfer Kirche aufgegeben ist, blieb bislang unbeantwortet…! Vielen Landsleuten ist dieser Zustand so ziemlich egal und es gibt auf der Welt zugegeben auch viel Wichtigeres und Dramatischeres als den Verfall der Kleinprobstdorfer Kirche. Es sei jedem selbst überlassen wie er damit fertig wird. Bereits jetzt werden wir jedoch von einem Teil unseres Nachwuchses (zumindest von denen die nicht nur kurz und oberflächlich – sondern etwas „weitsichtiger“ denken und die schon selbst in Rumänien waren), anhand der siebenbürgischen Ruinen, aber vor allem auch anhand des unübersehbaren EU – Aufschwungs (Hermannstadt, Birthälm, Meschen, usw.), streng hinterfragt: „wie konntet ihr“?? Die nächste Frage ist: „Wofür haben wir unsere Heimat aufgegeben, hat sich das Weggehen gelohnt, sind wir nun am Ziel unserer Träume..?“ Wenn wir ganz ehrlich sind, bleiben uns dann wenig stichhaltige Argumente für eine glaubhafte, erklärende Antwort. Wir (die Spät – und vor allem die „Früh“ – Aussiedler) haben dies zu verantworten und keine Rumänen, Russen, Deutsche, oder welche gesuchten „Sündenböcke“ auch immer! Unsere Vorfahren sind schließlich 800 Jahre auch nicht bei den ersten Schwierigkeiten weggerannt. Was waren schon 40 Jahre Kommunismus gegen das Leid und die Schwierigkeiten die sie im Lauf der Jahrhunderte ertragen mussten? Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass heutzutage all den Leuten denen noch etwas an Kleinprobstdorf (vor allem der Kirche) liegt, Tore und Türen für deren Rettung offen stehen! Sie müssen bloß viel Zeit, Geld, Entschlossenheit und ein bisschen guten Willen, gepaart mit einer Portion Idealismus, mitbringen und nicht nur nutzlose Kritik an allem und allen! Eine Spende von 5, 10 oder gar 20 Euro bei irgendeinem Kleinprobstdorfer Treffen ist vielleicht gut gemeint, reicht jedoch gerade mal für das Nötigste am Friedhof. Jeder der in letzter Zeit mit den Menschen vor Ort gesprochen hat und die Preise in Rumänien kennt, kann dies bestätigen. Die Alternative dazu ist der endgültige Verfall. 

Bruno Roth 

Schwabach, den 27.10.2007

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