Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einer zu den Häupten und den anderen zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!

Johannes 20,11-16

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Liebe Kleinprobstdorferinnen! Liebe Kleinprobstdorfer!

Jesus Christus hat vor seinem Tod angekündigt: Er wird am dritten Tage auferstehen. Er wird uns nicht als Waisen zurücklassen. „Es ist noch eine kurze Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14, 19)
Christus lebt, er zeigt sich uns. Und wir, werden wir ihn erkennen? Woran werden wir ihn erkennen? Der Abschnitt aus dem Johannes- evangelium gibt uns darauf die Antwort: Wir werden ihn daran erkennen, dass er uns anspricht, ja sogar beim Namen nennt. So wie Maria von Magdala ihn erkennt, als er sie mit Namen anspricht. Sie hält ihn zuerst für den Gärtner, bis er sie persönlich anspricht und bei ihrem Namen nennt: „Maria!“. Er geht auf sie zu, sieht ihre Tränen und spricht sie an: „Frau, was weinst du? Wen suchst du?“
Ostern fängt auch für uns damit an, dass endlich jemand fragt: „Warum weinst du denn, Frau? Warum bist du so traurig, Mann? Was brauchst du, mein Kind? Wen suchst du, liebe Schwester, lieber Bruder, lieber Mitmensch?“ Alle Auferweckungsberichte der Bibel erzählen nicht, wie der Leichnam Jesu wiederbelebt wurde. Sie erzählen nur, wie Menschen wieder aufwachen, weil sie Christus begegnet sind. Das geschieht auch bei Maria Magdalena. Als erste wird sie vom Auferstandnen bei ihrem Namen gerufen: „Maria!“. Und auch wir können Menschen bei ihrem Namen rufen. Jesus Christus macht uns die Menschen lieb. Einige sind das ohnehin, viele andere weniger oder überhaupt nicht. Aber der auferstandene Heiland verbirgt sich hinter jedem Mitmenschen. Er ist der Gärtner, die Bankangestellte, der Arbeitskollege, die Krankenschwester, der Nachbar, der Fremde. Er ist der, der mir sympathisch ist oder gleichgültig ja sogar unsympathisch ist. Das ist der Geist von Ostern: Gesprächsfähig werden und meinen Mitmenschen beim Namen nennen. Ihn so offen und ernsthaft anhören, wie ich selbst gern gehört und ernst genommen werden möchte. Niemanden gleich abschreiben und auf keinen Fall das letzte Urteil fällen.
In guter Hoffnung es mit jedem und mit jeder immer wieder aufs neue versuchen. An uns liegt es, mit diesem Ostergeist in uns zu leben. Jesus Christus, der aufgestandene Herr und Heiland verzichtet auf keine und auf keinen von uns. Er spricht uns alle täglich von neuem mit Namen an. Und unsere Antwort?Sie sollte zum Bekenntnis werden: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer – ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Euer Gerhard Roth

Schwanenstadt, den 18.03.08

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