fotolia4892689sDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Joh. 1, 14

Liebe Kleinprobstdorferinnen!
Liebe Kleinprobstdorfer!

Es ist Weihnachten.
„Nun ist der geboren, der sagt: Selig die Armen! und nicht: Wer Geld hat ist glücklich!
der sagt: Liebe deine Feinde! und nicht: Überhole alle!
der sagt: Der erste soll der Diener aller sein! und nicht: Zeige, wer du bist!
der sagt: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt! und nicht: Rücksichtnahme behindert!
der sagt: Wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit! und nicht: Wer tot ist, ist tot!“
(Quelle unbekannt)

Gott hat sein Wort eingelöst. Er ist Mensch geworden. Wir haben ihn herbeigesehnt. Jetzt ist er da. „… und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Hatten wir uns diese Herrlichkeit so gedacht? Zunächst ist ein kleines Kind zu sehen, in einem dunklen und armseligen Stall. Es ist umgeben von seinen Eltern, einfachen Leuten aus der Provinz. Dazu ein paar verachtete Hirten. Man merkt ihnen an, sie kommen direkt von  ihren Hürden und Herden. Später sieht man den Wanderprediger mit seinen Freunden umherziehen. Was er sagt, ist nicht das, was man gerade hören will. Er stört. Stellt vieles in Frage. Macht unruhig. Herrlichkeit. Denkt man dabei nicht eher an Reichtum, Überlegenheit, Geltung, Bewunderung? Stattdessen verlangt er eher Bescheidenheit, womöglich sogar Verzicht. Demut, Rücksichtnahme, Nächstenliebe, ja sogar Feindesliebe verlangt er. Schließlich sieht man den Geschundenen am Kreuz. Er war verachtet, voller Schmerzen und Krankheit.
Herrlichkeit? Klingt das hier nicht fast höhnisch? Und doch, ihr Lieben, leben wir bis heute von dieser und dank dieser Herrlichkeit. Davon, dass Jesus Christus unter uns Wohnung genommen hat. Er ist nicht nur flüchtig vorbei gekommen. Er hat deutlich versprochen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt. 28, 20 b)
Er ist da. Nicht nur zu Weihnachten. Auch im Alltag. Auch wenn es uns schlecht geht und andere nicht gerne bei uns ausharren. Wir leben davon, ihr Lieben, dass Jesus die Maßstäbe verkehrt hat. Dass seine Herrlichkeit nicht in großen Gästen der Macht besteht, sondern in der Liebe, die wir empfangen und verschenken. Was wären wir ohne diese Liebe? Wir leben davon, dass Jesus sich gedemütigt hat um unseretwillen. Das war der Preis für die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes.“ Den Auferstandenen und Verherrlichten haben nur Wenige gesehen. Da sind wir wieder auf das Wort angewiesen. Aber wenn Gott sein Wort bisher eingelöst hat, wird er es wieder tun. Jesus kommt sichtbar am Ende der Zeiten. Und dann werden wir seine Herrlichkeit zu sehen bekommen. Für immer und in alle Ewigkeit.

Liebe Kleinprobstdorferinnern und Kleinprobstdorfer!
Ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, sowie Gottes Geleit im neuen Jahr 2009 – in Freud und Leid!
In christlicher Verbundenheit,

Euer
Gerhard Roth, Pfarrer
Schwanenstadt, 17.12.08

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