Advent

Liebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde,
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adventskranz_160Zum Ende des Jahres, wenn die Adventszeit mit ihrem Lichterglanz und meist hektischen Treiben daherkommt, gehen die Gedanken oft auf Reisen in die Vergangenheit. Wie war der Advent früher, daheim in Kleinprobstdorf? Ich kann sicherlich nur für mich und meine Zeit sprechen, wie ich es damals empfunden habe:
Erst einmal war im damaligen kommunistischen Rumänien, gar nichts von heute bekanntem Adventstrubel zu sehen oder zu spüren, da religiöse Feiertage und Zeiten zumindest offiziell nicht stattfanden. Umso festlicher ging es in der Kirche, in der Kirchengemeinde und im kirchlichen Religionsunterricht zu, wo sehr wohl und in jeder Hinsicht das nahende Christfest vorbereitet wurde. Eine besondere Freude waren für mich persönlich die Adventssonntage, an denen ich schon als kleiner Knirps, mit einer Spielzeuggitarre „bewaffnet“, um den leuchtenden Adventskranz mit der Mutter die bekannten Lieder zum Besten geben durfte. Oder wenn die Feiertage näher rückten und die Zeit des Backens begann! Wir herrlich war es, in einem unbeobachteten Augenblick den Finger in den köstlichen Kuchenteig zu legen und heimlich davon zu naschen!? Oder wenn der Großvater beim Nüsse knacken ein paar Märchen und Geschichten zum Besten gab? Für mich war es im wahrsten Sinne eine Zeit wirklichen Friedens und köstlicher, liebevoller Geborgenheit.

Sicherlich sind auch die heutigen Advents – und Weihnachtsmärkte schön und immer einen Besuch wert, mit Lebkuchen und Nikoläusen Ende August in den Supermärkten habe ich jedoch so meine Schwierigkeiten. Überhaupt ist heutzutage alles viel zu kommerziell und hat meines Erachtens mit adventlichem Erwarten und wirklicher, vorweihnachtlicher Freude nichts gemein, sei es hierzulande oder auch im heutigen Rumänien oder sonst wo.

Da kann sich jeder mal für sich selber ein Bild machen und eine Meinung bilden, was ihm wichtiger und wahrhaftiger erscheint, wenn so wie früher (öffentlich) gar nichts weihnachtliches gesagt wird, wobei man sich so danach gesehnt hätte, oder wenn heute in vermeintlich freier, „christlicher“ Gesellschaft bloß eins wichtig ist: Das Geld dem „Nächsten“ mit „Lichterglanz und Glühweinduft“ aus der Tasche zu ziehen!

Ich meine dass beides nicht das Wahre ist, so dass man, Gott sei dank, für sich selber herausfinden, gestalten und leben kann, was einem wichtig ist. Ich glaube wenn wir uns, ob Christen oder auch nicht, ein klein wenig an den Monatsspruch aus den täglichen Losungen für Dezember halten: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe (Matthäus 3,2), liegen wir gar nicht so verkehrt. Hier zeigt sich nämlich, wie gottgesandte, greifbare und tiefste Armut, dennoch einen jeden von uns so unheimlich reich und glücklich machen kann.

In diesem Sinne, allen Landsleuten und allen Freunden der Kleinprobstdorfer eine gesegnete und besinnliche Adventszeit!

Bruno Roth
Schwabach, 30.11.2010

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