Kleinprobstdorfer reisen in die alte Heimat

Unter dem Motto „Lass dir die Fremde zur Heimat – aber die Heimat nie zur Fremde werden“, fand eine achttägige Busreise der HOG – Kleinprobstdorf in die alte Heimat statt. Am frühen Morgen des 5. Juli 2011 fanden sich dazu zahlreiche Kleinprobstdorfer aller Altersklassen, sowie einige Gäste und Freunde frohgelaunt in Nürnberg ein. Nach einer kurzen Verzögerung wegen eines „verschollenen“ Koffers, konnte es dann nach dessen Auffinden, mit einem Reisebus der „Schmetterling Reisen“, erwartungsfroh losgehen. Mit munteren Beiträgen der Reisenden, Gesang und guter Laune wurde pünktlich gegen Abend das erste Etappenziel Budapest erreicht.
Mit Hilfe eines kundigen Teilnehmers konnte die wunderschöne Donaumetropole von der „Fischerbastei“ aus bei einsetzender Dunkelheit bestaunt werden. Ebenso lustig ging es am nächsten Morgen über Oradea und Klausenburg weiter Richtung Mediasch. Der vertrauten Landschaft näher kommend, wurde es im Bus zusehends stiller. Neben Weinigen die öfters in Rumänien sind, waren viele seit Jahrzehnten nicht mehr in der alten Heimat, einige Junge sogar das erste Mal. Nach Zeitplan wurde schließlich in einem Mediascher Hotel eingecheckt. Der Aufenthalt in diesem Hotel war vom ersten Abend an sehr angenehm und hatte einen überaus freundlichen und familiären Charakter.
In den nächsten Tagen wurden bei herrlichem Sommerwetter Kleinkopisch, mit freundlichem Empfang des Bürgermeisters, Hermannstadt mit ebenfalls freundlichem und spontanem Empfang von hohen Vertretern der Landeskirche im Bischofpalais, Mediasch mit einer Abendführung, Birthälm und Schäßburg mit einer unvergesslichen, lehrreichen und auch witzigen Altstadtführung durch Professor i.R. Hermann Baier, besucht. Am Samstag den 9.07.11 folgte dann der von vielen mit Sehnen erwartete Höhepunkt „Kleinprobstdorf“. Morgens ging es zuerst zum Mediascher Markt zwecks Blumenkaufs für den Friedhof und anschließend mit viel Herzklopfen in Richtung Heimatdorf.
Da der große Reisebus (noch) nicht über die Kokelbrücke durfte, setzte sich der Tross ab diesem Punkt mit Gepäck und Blumen, zu Fuß durchs Dorf zur Kirche. Es war ein erhabenes Bild, gleich einem lang ersehnten Gruß an die Heimat.
Drei privat angereiste Kleinprobstdorfer Landsleute fanden sich ebenfalls ein und nach einer kurzen Verschnaufpause folgte ein zu Herzen gehender Gottesdienst mit Heiligem Abendmahl, abgehalten von Gerhard Roth, heute Pfarrer in Schwanenstadt/Österreich. Unterstützt wurde er in hervorragender Art durch Lektorin Luise Grigori-Roth. Anschließend begab man sich zum sehr gepflegten Friedhof, wo bei „unbarmherzig knallender“ Sonne noch eine ebenso ergreifende Andacht folgte, nach der sich jeder zu „seinen“ Gräbern begab. Nach Rundgängen durchs Dorf, mit der auf EU-Standard renovierten Schule, der ebenfalls beeindruckenden Fleischerei und dem leider verfallenden Pfarrhaus, fand man sich auf einem privaten Grundstück ein, auf welchem bei reichlich Speis und Trank – von netten Gastgebern serviert, ein unvergesslicher – da unvergleichlicher Tag allmählich zu Ende ging, für manche bis in die späten Abendstunden….
Eine Burzenlandrundfahrt mit Hinfahrt über Schäßburg, einem herrlichen Picknick am Kronstädter Stadtrand und der Rückfahrt über Fogarasch mit malerischen Dörfern, rundete diese Siebenbürgen – Erlebnisreise am Sonntag ab. Am frühen Montagmorgen hieß es dann schon mit Wehmut Abschied von der alten Heimat nehmen, da es über Hermannstadt, mit kleinem Abstecher nach Mühlbach mit Kirchenbesichtigung, diesmal über Arad zur letzten Übernachtung erneut nach Budapest ging. Nach dem Abendessen fanden nur noch wenige Muße für einen kleinen Stadtbummel, die meisten fielen „todmüde“ ins Bett. Am Tag der Heimreise war im Bus eine Atmosphäre der Nostalgie, etwas Müdigkeit, jedoch auch tief empfundene und bekundete Dankbarkeit für dieses einmalige Erlebnis. Nachdem Gerhard Roth mit Familie in Österreich verabschiedet wurde, kam der Bus am Dienstag den 12.07.2011 pünktlich gegen 19:00 Uhr in Nürnberg an.

Für diese unvergesslichen Tage gilt es von Herzen „danke“ zu sagen: Allen Teilnehmern, die zum guten Gelingen beigetragen haben, den freiwilligen Helferinnen und Helfern im Bus und in Kleinprobstdorf, die in selbstloser Weise mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Herzlichen Dank auch an Pfarrer Gerhard Roth und an Luise Grigori-Roth für die tägliche geistliche Betreuung und den Gottesdienst in Kleinprobstdorf. Ein ganz besondere Dank geht an den stets freundlichen und hilfsbereiten Busfahrer Kurt Penteker – ebenfalls ein Siebenbürger und vor allem an den Organisator der Reise, unseren HOG – Vorsitzenden Hans Folea – Stamp und seine Gattin, ohne deren aufopferungsvolle Vorarbeit, diese Reise nie hätte stattfinden können.

Im Namen der Teilnehmer

Bruno Roth, Schwabach den 21.07.2011

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