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Vor über 20 Jahren ließen wir ein Stück
unseres Lebens in Siebenbürgen zurück.
Unterdrückung, Diskriminierung und Not
waren für uns ein ausreichendes Gebot,
in Scharen, Strömen und in Massen,
unsere Heimat zu verlassen.
Geliebte Menschen und Freunde aus Kindertagen
blieben traurig zurück mit vielen Fragen:
Wird man sich jemals wiederseh’n?
Vor allem Kinder konnten vieles nicht versteh’n.
Im Elternhaus, in Geborgenheit gewohnt,
wurden sie von den Ängsten und Nöten verschont.
Verständlich, dass auch sie Siebenbürgen vermissen,
wurden sie doch aus ihrem „Paradies“ gerissen.
Dass die Eltern die Heimat verließen und bitterlich weinten,
das taten sie, weil sie es gut mit uns meinten.
Eine sichere Zukunft wollten sie uns geben
und ein sorgenfreies und glückliches Leben.
Doch taten sie dies, wie man heute weiß,
zu einem ziemlich hohen Preis.
Ließen sie doch ein Stück vom Glück
hinter sich, in der Vergangenheit, zurück,
denn die Freunde aus Siebenbürgen leben heut‘
kreuz und quer in Deutschland verstreut.
Dennoch kann man nachvollzieh’n und versteh’n,
warum sie sich entschlossen, gen Westen zu geh’n:
Man war der Not und Unterdrückung überdrüssig,
man war sich sicher und es erschien schlüssig,
dass die Zukunftsaussichten im Westen
für uns Siebenbürger Sachsen sind am besten.
Beim Abschied haben wir uns vorgenommen,
niemals zu vergessen, woher wir kommen.
So trat dann auch ein, was wir uns schworen:
Wir haben uns niemals aus den Augen verloren.
Auch wenn viele Kilometer zwischen uns steh’n,
gibt es manchmal doch ein Wiederseh’n.
Nach unserer Auswanderung vor über 20 Jahren
sind wir heute wieder in die Heimat gefahren,
gemeinsam zu Besuch ins Siebenbürgerland,
wo einstmals die Wiege unserer Ahnen stand.
Über Felder, Wiesen und weite Fluren,
auf einstigen Pfaden und alten Spuren,
wollen wir wandern und uns erinnern an die Zeit
unserer Kleinprobstdorfer Vergangenheit,
gemeinsam vielleicht ein paar Lieder singen
und unvergessliche Stunden miteinander verbringen.
Den Verstorbenen wollen wir Aufmerksamkeit schenken,
und gemeinsam still ihrer gedenken.
Wir wollen auf den Friedhof geh’n
und zusammen bei ihren Gräbern steh’n.
Gemeinsam sind wir heute heimgekommen,
niemals haben wir für immer Abschied genommen.
Wir gingen einst unter Tränen und mit Schmerzen,
denn die Heimat bleibt immer in unseren Herzen.
Es ist immer wieder bewegend und schön,
Dich, mein Siebenbürgen, wiederzuseh’n.
Doch am schönsten ist es, nicht allein,
sondern mit euch in der Heimat zu sein.

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