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„Ein ganz besonderer Tag in meinem Leben“ –
so hieß der Text, den Du geschrieben
und der mir stets im Gedächtnis geblieben.
Beeindruckend sind die Worte von Dir,
deshalb schrieb ich für Dich dieses Gedicht hier:

Im schönen Siebenbürgen geboren,
hast Du sehr früh Deine Heimat verloren.
Es war mehr als Deine Heimat, denn überdies
nanntest du Kleinprobstdorf „Mein Paradies“.
Du warst glücklich, Dir hat nichts gefehlt;
Kleinprobstdorf, das war Deine Welt.
Warum musstet ihr nach „Detschlaund“ gehen?
Das konntest Du damals nicht verstehen.
Deine Eltern suchten in „Detschlaund“ das Glück,
Deine Freunde und Dein Moşu blieben traurig zurück.
Ihr gingt damals in ein fremdes Land,
alles war andersartig und unbekannt.
Du wurdest aus Deinem Paradies gerissen
und in eine fremde Welt geschmissen.
Die Heimat hinter euch gelassen, fing dann
für Deine Familie in „Detschlaund“ ein neues Leben an.
Ihr fandet in „Detschlaund“ ein neues Zuhause
und dennoch fühltet ihr euch bloß
oft einfach nur alleine und heimatlos,
denn die Freunde aus Siebenbürgen und die Schmerzen
wegen des Heimatverlusts waren stets im Herzen.
Auch Du fühltest Dich manchmal einsam und allein,
dennoch konntest Du Deinen Eltern nicht böse sein.

Auch ihnen fehlt Kleinprobstdorf sehr,
der Abschied fiel ihnen unbeschreiblich schwer.
Du erinnerst Dich, dass sie damals bitterlich weinten.
Unter Tränen verließen sie die Heimat,
weil sie es mit Dir und Deiner Schwester gut meinten.
Du lerntest zu verstehen:

„Man soll immer nur nach vorne sehen.“
Dennoch blickst Du gerne in die Heimat zurück,
und irgendwann kam auch in „Detschlaund“ das Glück,
denn in dem Land, wo Du Dich einst fühltest verloren,
wurde Dein süßer Sohn geboren,
dem Du, wenn Du nicht bei ihm bist,
so sehr fehlst wie Du Kleinprobstdorf oft vermisst.
Er ist das, was für Dich zählt;
Dein Ein und Alles auf dieser Welt.
Man sollte seine Herkunft nicht verschweigen,
deshalb wolltest Du ihm Kleinprobstdorf zeigen,
und kehrtest mit ihm in die Heimat zurück,
wo ihr einen Moment erlebtet voller Glück.
Vor Jahren glaubtest Du es womöglich kaum,
doch dann erfülltest Du Dir einen Kindheitstraum:
Einen Berg, der jedem Kleinprobstdorfer bekannt,
und den jedermann „Hiu Rätsch“ genannt,
erklimmtest Du mit Deinem Sohn an Deiner Hand.
Du beschütztest ihn unentwegt,
dennoch war er sehr aufgeregt.
Doch in seinen Augen konntest Du schauen:
Er schenkte Dir unendliches Vertrauen.
Dir als Mutter gab das Kraft und tat gut,
beflügelte Dich und gab Dir neuen Mut.

So musstest Du nicht mit Dir ringen,
problemlos solltet ihr die „Hiu Rätsch“ bezwingen.
Wer der Natur gegenüber demütig ist und sie ehrt,
dem ist, wie euch, die Mühe des Aufstiegs wert.
Wer die Ruhe dort oben zu schätzen weiß,
der steigt hoch, wie ihr, mit Begeisterung und Fleiß.
Als ihr dann dem Gipfel beigewohnt,
wurdet ihr mit einer tollen Aussicht belohnt.
Die Stille und rundherum die Natur –
das sind Glücksmomente pur.

Zwar ist die Heimat heute weit,
doch kehren wir heim von Zeit zu Zeit,
um immer wieder schöne Momente zu erleben,
die uns Glück und Freude geben.
Wir bleiben der Heimat stets verbunden,
Tag für Tag und zu allen Stunden.

Autor: Uwe Schuller

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