osternLiebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!

Mit Worten, die über 3000 Jahre alt sind, möchte ich euch zum Osterfest 2012 grüßen. Es sind Worte aus dem Predigttext für Ostersonntag. Die Prophetin Hanna hat sie als Dankgebet gesprochen: 

„Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn.
Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils.

Der Herr tötet und macht lebendig, er führt hinab zu den Toten und wieder herauf.“ (1. Samuel 2, 1+6)

Hanna singt ein Osterlied. Sie tut das aus tiefstem Herzen und voller Glück. Ein Wunder ist geschehen. Sie hält ein Kind in den Armen. Ihr Kind, auf das sie sehnsüchtig gewartet hat. Es handelt sich dabei um ihren Sohn Samuel. Samuel heißt: „der von Gott Erbetene“. 

Von Hanna wird erzählt: „Nachdem sie den Knaben entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit sich hinauf nach Silo, dem Heiligtum und sprach: Um diesen Knaben bat ich. Nun hat der Herr meine Bitte erfüllt. Darum gebe ich ihn dem Herrn wieder sein Leben lang, weil er vom Herrn erbeten ist. Und sie ging heim, und der Knabe wurde des Herrn Diener im Tempel.“ (1. Samuel 1+2iA)

Samuel wurde eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Dreitausend Jahre trennen uns von der Lebensgeschichte Hannas. Wir leben in anderen Rollenverständnissen. Die Rolle der Frau hat sich verändert, Familienbilder haben andere Konturen als früher. Jedem Menschen steht in seiner Individualität Wert und Würde zu. Daran muss eine Gesellschaft alles setzen. Es gibt viele Paare, die ungewollt kinderlos sind und es trotz aller medizinischen Kunst auch bleiben müssen. Es ist und bleibt ein Geheimnis, warum Menschen Kinder bekommen können oder eben nicht. Es gibt aber auch nicht wenige Frauen und Partnerschaften, die bewusst auf Kinder verzichten, aus welchen Gründen auch immer. Es steht niemandem zu, dass zu werten oder zu kommentieren. 

Hanna singt aus Dankbarkeit ein Osterlied. Plötzlich, ungeplant und nicht mehr erwartet, hat sich etwas zugetragen, was menschliche Vorstellungen übersteigt. Darum kann die dankbare Mutter sagen: 

„Der Herr tötet und macht lebendig, er führt hinab zu den Toten und wieder herauf.“

Hanna hat erlebt, was es heißt, dass Gott Leben schaffen kann, wo nach menschlichem Ermessen keines mehr zu erwarten ist. Dabei geht es nicht um Spekulationen oder biologische Einzelheiten. Hanna besingt das Leben. Sie hat auf ihre Weise eine gewaltige Ostererfahrung gemacht. Es ist etwas in ihr Leben hereingebrochen, das ihre Situation völlig verändert hat. Die Zeiten der Minderwertigkeitsgefühle und der Depressionen sind vorüber. Darum kann sie jubeln: 

„Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn.“

Hanna war ein Ostermensch, lange vor Ostern. Wir haben heute allen Grund mit ihr zu singen: 

„Der Herr ist auferstanden. Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.“

Wir brauchen den Lebendigen nicht mehr bei den Toten zu suchen. Jesus Christus hat den Tod besiegt und ist auferstanden. Gott hat ein Machtwort gesprochen. Wir besingen zu Ostern den Sieg des Lebens über den Tod. Und das an diesem Osterfest mit den Worten der Prophetin Hanna:

„Der Herr tötet und macht lebendig, er führt hinab zu den Toten und wieder herauf. Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn.“

Damit wünsche ich euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Euer Gerhard Roth, samt Familie! 
Schwanenstadt, 07.04.2012

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