Liebe Kleinprobstdorfer Landsleute,

schon seit Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage, wie der Friedhof in unserer alten Heimat entsprechend gepflegt, bzw. gemäht und somit erhalten werden soll, da es doch immer noch viele Gräber gibt, und Lands-leute die abwechselnd und jährlich Kleinprobstdorf und somit auch ihre Verstorbenen auf dem Friedhof besuchen.

Etliche Landsleute haben sich bereits darauf verständigt, das Mähen im Friedhof mit dem Bürgermeisteramt in Kleinkopisch zu besprechen. Hierfür war der Bürgermeister – Herr Daniel Tudor Mihalache – im Rahmen einer Auslandsreise auch in Nürnberg. Diesen Besuch nahmen wir zum Anlass, um ihm persönlich unser Anliegen und den Sachverhalt vorzutragen. Am 17.10.2021 war es dann soweit. Bei dieser Besprechung waren unsererseits die Herren: Johann Roth-Grigori, Johann Folea-Stamp, Michael Bielz, Martin Lienerth und Bruno Roth in den Büroräumlichkeiten von Martin Lienerth anwesend.

Folgende zwei Punkte wurden ausführlich erörtert:

1). Abschluss eines Vertrags (z. B. für 5, bzw. 10 Jahre) mit der Stadt Kleinkopisch über die Pflege (das Mähen) des Evangelischen Friedhofs in Kleinprobstdorf.

Aktuell liegen die Kosten für 3 – 4x Mähen im Jahr bei 10,- RON (LEI), ca. 2,50 EUR pro Grab. Bei gezählten ca. 158 Gräbern (nicht 100%-ig) belaufen sich die Kosten daher auf ca. 400,- EUR jährlich. Dieser Betrag muss dann jeweils im März nach Kleinkopisch (über die rumänische IBAN) überwiesen werden. Zur Erfas-sung der Gräber wird der Friedhof vom Bürgermeisteramt noch mit einer „Drohne“ gefilmt, damit dann eine genaue Dokumentation zwecks Statistik erstellt werden kann. Eventuell fallen hierfür Kosten an.

Vom Vertrag erhalten wir vorab und nach jeder Zahlung einen entsprechenden Nachweis. Wir werden dies-bezüglich ein Konto eröffnen müssen – allerdings privat auf den Namen eines unserer Landsleute, da wir keine HOG mehr sind. Dies setzt natürlich ein entsprechendes Vertrauen unserer Landsleute voraus. Damit jede/r, die/der hierauf einen Beitrag einzahlen möchte, auch sicher sein kann, dass alles ordentlich dokumentiert ist, werden zum jeweiligen Jahresende alle Bewegungen auf die bekannten Whats-App oder e-Mail Adressen übersandt. Ich – Michael Bielz – habe die Möglichkeit persönlich ein kostenloses Konto zu eröffnen. Natürlich kann sich hierfür auch jemand anderes bereit erklären.

Aus Gesprächen mit etlichen Bekannten/Freunden haben wir bereits Rückmeldungen erhalten, die einem derartigen Vertrag zustimmen möchten. Es wäre schön, wenn noch mehrere Landsleute dieses Vorhaben unterstützen würden und sich bei den unten genannten Personen melden, auch bezüglich eines Kontos.

2). Der Bürgermeister Daniel Tudor Mihalache bietet uns die Möglichkeit ein Haus in Kleinprobstdorf kostenlos zu pachten. Es handelt sich um das Anwesen mit der Nr. 73 (Müller-Schnell-Gunesch), das zur Zeit nicht bewohnt ist. Voraussetzung ist allerdings zum einen die Gründung einer Stiftung (wenn möglich, dann in Rumänien). Zum Umbau und Erhalt als Wohnmöglichkeit, bzw. Gästehaus für Kleinprobstdorfer Urlauber wird die Stadt Kleinkopisch mit einer Förderung für insgesamt drei Jahre beitragen.

Zweck und Voraussetzung der Überlassung als Stiftung ist andererseits der Begriff „Heimatpflege“ – auf rumänisch: „Interes public local“. Diesbezüglich müsste eine (einmalige) jährliche Aktivität stattfinden, z. B. ein Malkurs für Kinder aus dem Dorf oder ein Tag mit Anleitung zur Gartenpflege (Umgraben eines Gartens, oder Anpflanzen verschiedener Gemüsearten, usw. (dem Ganzen muss laut Bürgermeister halt ein Name gegeben werden).

Die Pacht kann auf unbefristete Zeit kosten/steuerfrei abgeschlossen werden (rumänisch:„Titlu gratuit nelimitat“), bedarf allerdings der Erstellung und Abgabe eines jährlichen Aktivitätsberichtes (s. oben, rumänisch: „Raport anual de activitate“).

Bitte teilt uns bis Ende November mit, ob für dieses Projekt jemand Interesse hat. Die Daten des Bürgermeisters können direkt beim Bürgermeister-Amt in Kleinkopisch oder bei Hans Folea-Stamp erfragt werden.

Dieses Schreiben erscheint auch auf unserer noch bestehenden HOG-Homepage. Bitte gebt die Info aber auch untereinander weiter.

Vielen Dank im Voraus für Eure Rückmeldungen.

i. V. Michael Bielz


Kontaktpersonen

Johann Roth-Grigori0911/41849408johann.roth@t-online.de
Johann Folea-Stamp0911/4103671folya@t-online.de
Michael Bielz0911/4180558michael.bielz@gmx.net
Martin Lienerth0911/428396martin.lienerth@gothaer.de
Bruno Rothbruno-roth@outlook.de

Kontaktformular


    einmalig: oder
    jährlich:



    Unsere heutige Zeit und die Geschäftemacher haben das Christkind in der Krippe ersetzt durch den Weihnachtsmann, der mit prallen Geschenkesäcken, zumindest in den Wohlstandsgesellschaften, nur so „um sich schmeißt“.

    Was für ein „Zufall“ daß er auch noch in den Farben des größten Getränkeimperiums, rot und weiß, daherkommt…..

    Das Christkind kam in Bettelarmut und Entbehrung.
    Bei den Menschen in der Herberge war kein Platz.
    Aber da war ein Stern und da war eine leere Krippe, in der Platz für das Kind war.
    Und da waren noch ein paar Hirten, auch arm und damals ziemlich zwielichtige Gestalten,
    von den „Normalen“ gar nicht so gerne gesehen!
    Und da war eben DIESE Botschaft, die Botschaft von Frieden, Hoffnung und Leben für die Menschen
    „seines Wohlgefallens“ – was für eine Botschaft – die Quintessenz unseres Daseins.
    Ist die Botschaft nur für die Armen und Gescheiterten?
    NEIN – keineswegs, für ALLE, auch für die Gutsituierten, Manager, Ärzte, Ingenieure, Direktoren,
    Lehrer, Pfarrer…….
    Aber eben auch für die Hirten, für die „Zwielichtigen“, für die Kranken, für die Armen, für die Kleinen,
    für die Schwachen……..für all diese, ganz besonders!

    Und was ist nun mit dem Weihnachtsmann??
    Der Weihnachtsmann kann helfen gute Geschäfte zu machen, den Baum zu schmücken, leckeres Essen und ausgefallene Geschenke zu besorgen, mehr kann er definitiv nicht!
    Das (Christ)Kind in der Krippe hingegen hat eine Botschaft, die uns antreibt, unsere Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen!

    In diesem Sinne, allen Landsleuten und Freunden ein schönes, besinnliches Christfest und Gottes Segen durch ein friedvolles und gesundes Neues Jahr 2020.

    Bruno Roth, im Dezember 2019

    Abschied von erfolgreicher und geschätzter Lehrerin

    Pfarrer Gerhard Roth würdigt seine ehemalige Lehrerin und Nachbarin Gertrud Grigori

     

    Gertrud Grigori (2)

    Im Psalm 121 lesen wir:

    Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
    Woher kommt mir Hilfe?
         Meine Hilfe kommt vom Herrn,
         der Himmel und Erde gemacht hat.
    Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
    und der dich behütet, schläft nicht.
    Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
         Der Herr behütet dich;
         der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
    dass dich des Tages die Sonne nicht steche
    noch der Mond des Nachts.
         Der Herr behüte dich vor allem Übel,
         er behüte deine Seele.
    Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang
    von nun an bis in Ewigkeit!

    (Psalm 121, 1-8)

     

    Gertrud Grigori, geb. Guttner, erblickte das Licht der Welt am 10. Juli 1928 in Kleinblasendorf, in der Nähe von Mediasch. Ihre Eltern waren der Ortspfarrer Andreas Guttner, geboren in Stein, und dessen Ehegattin Tilde, geb. Henning, Pfarrerstochter aus Zuckmantel. Not und Leid der frühen Kindheit teilte sie mit ihren zwei älteren Brüdern Erhard und Ernst. Ein erster Bruder Helmut verstarb als Kleinkind. Im Schuljahr 1934/35 besuchte sie in Kleinblasendorf die erste Klasse. Im Sommer 1935 wechselte die Pfarrfamilie Guttner von Kleinblasendorf nach Kleinprobstdorf, auf die andere Seite von Mediasch. Die Tochter Gertrud besuchte folglich die Klassen zwei bis vier von 1935-1938 in der neuen Heimatgemeinde. Weiter folgten die Klassen fünf bis acht am Untergymnasium in Schäßburg.

    Dunkle Wolken zogen über das Elternhaus mit dem frühen Tod der Mutter und Ehegattin Tilde Guttner am 27. Mai 1939. Nach erfolgreich abgeschlossener achten Klasse am Untergymnasium wurde Gertrud in der Kirche zu Kleinprobstdorf vom eigenen Vater Andreas Guttner konfirmiert. Es war am Palmsonntag, dem 29. März 1942. Am gleichen Tag wurde ihre Halbschwester Edith geboren, Tochter von Andreas Guttner und seiner zweiten Ehefrau Cornelia, geb. Schmidt, Pfarrerstochter aus Peschendorf. Erwähnen möchte ich den Konfirmationsspruch, den sie für den weiteren Lebensweg mitbekam:

    „Dein Leben lang habe Gott vor Augen und im Herzen und hüte dich davor, jemals in eine Sünde einzuwilligen und gegen die Gebote unseres Gottes zu handeln!“
    (Tobias 4, 6)

    Diese Worte versuchte sie ihr Leben lang zu beachten, danach zu leben und zu handeln.

    Im Herbst 1942 kam Gertrud ans Lehrerinnenseminar in Schäßburg, da schon längst der Entschluss gefallen war, den Beruf der Lehrerin zu ergreifen. Es waren keine leichten Jahre, dazu noch die Zeit des zweiten Weltkrieges. Aus diesem Grund wurde die Ausbildung am Seminar unterbrochen. Die Schülerinnen der höheren Klassen kamen in ein Praktikum und mussten plötzlich unterrichten. Gertrud Guttner kam in die eigene Gemeinde Kleinprobstdorf und vertrat von Januar 1945 bis zum Ende des Schuljahres die nach Russland zur Wiederaufbauarbeit verschleppte Lehrerin Elisabeth Schörwerth, geb. Binder aus Durles, die wir alle auch in Erinnerung haben. Danach ging die Ausbildung am Seminar weiter bis zur erfolgreich abgelegten Matura im Sommer 1947.

    Ihre erste Arbeitsstelle fand die junge Lehrerin im Herbst 1947 an der Grundschule, Klassen eins bis vier, in der Gemeinde Kleinlasseln an der Kleinen Kokel. Den Unterricht begann sie mit den Klassen eins und drei im Simultanunterricht mit einer verhältnismäßig großen Schüleranzahl. Dafür gab es leider viel zu wenig Lehrmaterial, vor allem mangelte es an Fibeln und Lesebüchern. Darum hieß es oft bis tief in die Nacht hinein: Buchstaben basteln und ausschneiden, damit jedes Kind das Alphabet zusammenkriegen konnte. Ausgesuchte Texte aus der Bibel benützte sie als Lesehilfe für die größeren SchülerInnen. Die Lehrerin wird nach so einem langen Arbeitstag oft gesagt haben:

    „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
    Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 121, 1-2)

    Für alle Hingabe, den Fleiß und die Mühe dieser sieben Schuljahre von 1947 bis 1954 werden alle ihre Schülerinnen und Schüler von Kleinlasseln der geehrten und geschätzten Lehrerin dankbar sein.

    Im Herbst des Jahres 1954 wechselte Gertrud Guttner ihre Arbeitsstelle und die Schule. Von der Unterstufe in Kleinlasseln kam sie an die Oberstufe, Klassen fünf bis acht, der Allgemeinschule in Seiden. Mit viel Freude und Hingabe unterrichtete sie Mathematik und Physik. Natürlich hieß es Weiter- und Fortbildung, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Sicher kamen ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur aus der Gemeinde Seiden, sondern auch aus den Nachbargemeinden, etwa aus Bulkesch, Schönau, Taterloch und Michelsdorf. Vielleicht auch aus anderen kleineren Gemeinden der Umgebung. Sicher hat sie die nötige Hilfe im Gebet gefunden und bekannt:

    „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 121, 2)

    Auch in Seiden sollten es sieben Schuljahre werden, 1954 bis 1961.

    Am 19. August 1961 schloss Gertrud Guttner den Bund der Ehe mit Martin Grigori aus Kleinprobstdorf. Die kirchliche Trauung erfolgte in der Heimatgemeinde unter der Leitung und dem kirchlichen Segen des eigenen Vaters bzw. Schwiegervaters, Pfarrer Andreas Guttner. Diese Ehe wurde gesegnet durch die Geburt der beiden Töchter Gertrud und Maria.

    Gleich nach dem Eheschluss musste auch die Schule wieder gewechselt werden, weil das Ehepaar Gertrud und Martin Grigori in Kleinprobstdorf wohnte. Mit dem Schuljahr 1961/62 begann unsere Frau Lehrerin demnach ihre Tätigkeit in der Nachbargemeinde Frauendorf. An der Oberstufe unterrichtete sie ebenfalls Mathematik und Physik in den Klassen fünf bis acht, und in späteren Jahren auch andere Fächer mit etwas anderer Aufteilung. Von 1961 bis 1974, also im Laufe von 13 Schuljahren konnten nicht nur Schülerinnen und Schüler aus Frauendorf die neue Lehrerin kennen und schätzen lernen, sondern auch aus der nächsten Umgebung wurden alle nach Frauendorf an die Oberstufe gesammelt: Marktschelken und Petersdorf, Arbegen und Schaal, sowie wir aus Kleinprobstdorf und alle deutschsprachigen Schüler aus dem Industrieviertel von Kleinkopisch. Neben einer Klasse mit rumänischer Unterrichtssprache (A) gab es jeweils zwei Parallelklassen (B und C) mit deutscher Unterrichtssprache, darum erfolgte der Unterricht der Unterstufe am Vormittag und jener der Oberstufe am Nachmittag, über viele Schuljahre hinweg.

    Gerade auch wir, Schülerinnen und Schüler aus Kleinprobstdorf, haben diese 13 Schuljahre, samt den unzähligen Unterrichtsstunden mit unserer verehrten und geschätzten Lehrerin Gertrud Grigori in bester Erinnerung. Es waren die Geburtsjahre 1947/48 bis 1962, die in Frauendorf von ihr unterrichtet wurden: ob ein, zwei, drei, oder vier Schuljahre. In manchen Jahrgängen war sie auch Klassenlehrerin. Sie galt als oft strenge und trotzdem aufrichtige und gerechte Lehrkraft. Was sie am Herzen trug oder auf der Zunge hatte, konnten alle bald klar und deutlich hören, nicht immer zur Freude der Schülerinnen und Schüler oder ihrer Eltern.

    Durch die eine oder andere Veränderung an der Oberstufe der Frauendorfer Schule kam es schließlich zum vierten und letzten Wechsel der Arbeitsstelle: Im Herbst 1974 übernahm Gertrud Grigori die in Kleinprobstdorf freigewordene Stelle an der Grundschule und unterrichtete die Klassen eins und drei neben ihrer damaligen Kollegin Anna Schuster, geb. Zank, die für die Klassen zwei und vier zuständig war. Es war der schon bekannte und abwechselnde Simultanunterricht eins und drei bzw. zwei und vier, jeweils zwei Schulstufen im gleichen Klassenzimmer. Wegen kleiner werdender Schüleranzahl waren schließlich alle vier Jahrgänge im gleichen Raum von einer Lehrkraft zu unterrichten. Unsere verehrte Lehrerin Gertrud Grigori war schließlich nicht mehr die Jüngste. In ihren letzten Schuljahren wird sie abermals im Gebet Hilfe und Beistand gefunden haben:

    „Der Herr wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet schläft nicht.
    Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
    dass dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts.
    Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.“
    (Psalm 121, 3-7)

    Ihr letztes Arbeits- und Schuljahr in Kleinprobstdorf war 1982/83, da sie nach dem erfüllten 55. Geburtstag am 10 Juli 1983, in den wohlverdienten Ruhestand treten durfte. Wenn sie gebraucht wurde, stand sie auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite und erledigte sogar manchen Vertretungsdienst.

     

    Zum Abschluss eine kurze Übersicht ihrer Arbeitsstellen:

    Herbst 1947 bis Sommer 1954 = 7 Jahre Unterstufe in Kleinlasseln

    Herbst 1954 bis Sommer 1961 = 7 Jahre Oberstufe Seiden

    Herbst 1961 bis Sommer 1974 = 13 Jahre Oberstufe Frauendorf

    Herbst 1974 bis Sommer 1983 = 9 Jahre Unterstufe Kleinprobstdorf

    Das waren insgesamt 36 unermüdliche Arbeitsjahre der geschätzten und verehrten Lehrerin Getrud Grigori, verbunden mit viel Fleiß, Liebe, Hingabe, Ausdauer und Treue. Kinder der Geburtsjahrgänge 1936 bis 1976 saßen bei ihr in der Schulbank und wurden für das weitere Leben unterrichtet und vorbereitet. Die meisten werden sich gern und oft an ihre Lehrerin Gertrud Grigori erinnern.

    Kulturarbeit gehörte auch zu den Aufgaben einer Lehrkraft, das heißt Kinder- und Jugendarbeit sowie verschiedene Aktivitäten mit jungverheirateten Frauen und Männern waren zu leisten. Auch Gertrud Grigori hat diese Arbeit gekannt, geliebt, geschätzt und gefördert. Natürlich war das nicht immer leicht. Gerade in der Zeit der kommunistischen Diktatur in Siebenbürgen mussten alle Lehrkräfte ganz genau aufpassen, denn Staat und Kirche durften nicht zusammenarbeiten. Nein, im Gegenteil!

    Mehrere Male im Laufe des Jahres gab es die verschiedensten Tanzaufführungen mit der Jugend oder Jungverheirateten: Kinder-, Jugend- und Erwachsenenfasching, Peter und Paul – das Kronenfest und dergleichen mehr. Natürlich musste dafür fleißig geübt und geprobt werden. Für Weihnachten und Neujahr, Ostern oder Pfingsten wurden mit Jugendlichen und Jungverheirateten verschiedene Theaterstücke einstudiert und stundenlang geprobt. Die Aufführungen erfolgten in Kleinprobstdorf sowie in vielen Gemeinden der Umgebung. Mit dem Erlös aller Aufführungen wurden die verschiedensten Ausflüge unternommen und ebenfalls von unserer Lehrerin organisiert und geleitet. Nicht nur große Teile von Siebenbürgen wurden besucht und angesehen, sondern auch die Moldauklöster, die Bukowina und Maramuresch oder sogar das Wasser- und Elektrizitätskraftwerk „Eisernes Tor“ in Turnu Severin an der Donau. Auch in früheren Schuljahren, etwa in der Zeit ihrer Tätigkeit in Seiden und Kleinlasseln, nahm sie mit verschiedenen Tanzgruppen an Wettbewerben teil und erzielte dabei bemerkenswerte Ergebnisse.

    Ebenfalls zu erwähnen ist schließlich der Einsatz von Gertrud Grigori als Mitglied der Nachbarschaft in der Gemeinde Kleinprobstdorf bei verschiedenen Anlässen und Gemeindefesten. Viele Frauen halfen beim Vorbereiten des Faschings, der Hochzeitsfeiern oder auch bei Beerdigungen. Es musste alles genau organisiert und durchgeführt werden: Reinigungsarbeiten, Backen und Kochen sowie Bedienung der Besucher und Gäste. Manchmal wird die Familie Grigori die Ehefrau und Mutter auch schmerzlich vermisst haben. Gertrud Grigori wird aber an ihre Aufgaben und an ihren Dienstauftrag gedacht haben, getreu und gewissenhaft versucht haben, alles zu geben und zu erfüllen. Vielleicht hat sie dieses Bibelwort vor Augen gehabt:

    „Dient einander – ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat –
    als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes;
    wenn jemand dient, dass ers tue aus der Kraft, die Gott gewährt,
    damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus.
    Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“
    (1. Petrus 4, 10-11)

    Nach der Pensionierung im Jahr 1983 verbrachte die verdiente Lehrerin ihre letzten Jahre in Kleinprobstdorf mit der Familie. Als Rentnerin durfte sie auch mit der Kirche und Pfarrgemeinde enger zusammenarbeiten. Ihr Ehegatte Martin war Mitglied des Presbyteriums und darum war die Familie Grigori auch mit dem einen oder anderen Pfarrer in bester Verbindung: Heinrich Brandstädter und Hans Kirschner aus Wurmloch, Werner Lutsch aus Großprobstdorf und Paul Sattler aus Mortesdorf. Einen eigenen Pfarrer hatte Kleinprobstdorf leider nicht mehr! Die Zukunft wurde immer aussichtsloser. Darum entschloss sich auch die Familie Grigori im Mai 1991 schweren Herzens zur Ausreise nach Deutschland. Gemeinsam mit meinen Eltern Regina und Michael Roth kamen sie fast als die letzten Kleinprobstdorfer nach Nürnberg ins Aufnahmelager. Gertrud und Martin Grigori durften von Nürnberg nach Rupolding wechseln und verbrachten hier insgesamt acht schöne Jahre von 1991 bis 1999. Von Rupolding wechselten sie 1999 nach Ebersberg. Beide Male in die Nähe der älteren und verheirateten Tochter Gertrud Drotleff. Maria Grigori, die jüngere Tochter, wohnhaft in Waldkraiburg, besuchte ihre Eltern regelmäßig sowohl in Rupolding als auch in Ebersberg und stand ihnen samt der Familie ihrer Schwester mit Rat und Tat zur Seite. Die Zeit in Ebersberg sollte länger dauern als jene in Rupolding. Es waren auch schöne Jahre dabei, aber die Krankheit und das Alter waren immer mehr zu erkennen und hinterließen manche Spuren. Das Ehepaar Grigori wurde schließlich zum Pflegefall und musste rund um die Uhr betreut werden.

    Am 10. Juni 2017 verstarb zuerst der Ehegatte Martin und wurde am 16. Juni zur letzten Ruhe gebettet. Nur wenige Monate später folgte ihm auch seine treue und geliebte Ehefrau Gertrud. Die geschätzte und wohlbekannte Lehrerin verstarb nach kurzem und schwerem Leiden am 3. November 2017 und wurde am 8. November an die Seite ihres Ehegatten in Ebersberg kirchlich bestattet. Manche ihrer Schülerinnen und Schüler haben ihr am Grab die letzte Ehre erwiesen und ihren Töchtern Gertrud und Maria samt Schwiegersohn Udo, sowie den Enkeln Agnes und Dieter den nötigen Trost zugesprochen.

    Als Lehrerin von Kleinlasseln, Seiden, Frauendorf und Kleinprobstdorf werden wir sie weiterhin schätzen und achten sowie in bester Erinnerung bewahren.

    Wir können nur dankbar bitten:

    Gott schenke ihr samt ihrem Ehegatten die ewige und wohlverdiente Ruhe!

    „Der Herr behüte ihren Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“ Amen.

     

    Pfarrer Gerhard Roth, St. Pölten (Österreich)

     

    Bilder und Videos vom Kleinprobstdorfer Treffen, das am 24.9.2016 im Palmengarten in Nürnberg stattgefunden hat.

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    Frohe und gesegnete Osterfeiertage wünscht Ihnen der Vorstand!

     

    Liebe Leserinnen und Leser!

    Morgen ist der vierte Sonntag im Advent. Wir gehen mit riesigen Schritten auf Weihnachten zu und feiern bald das erste Hochfest im Laufe des Kirchenjahres, das „Christfest“, die Geburt unseres Heilandes Jesus Christus. Ganz vertraut klingen uns die Worte des 24. Psalms:

     

    Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

    dass der König der Ehre einziehe!

                Wer ist der König der Ehre?

                Es ist der Herr, stark und mächtig.

    Der Herr, mächtig im Streit.

    Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

    dass der König der Ehre einziehe!

                Wer ist der König der Ehre?

                Es ist der Herr Zebaoth;

                Er ist der König der Ehre.

    Psalm 24, 7-10

     

    Liebe Schwestern und Brüder! Vor 25 Jahren habe ich diese Worte zum letzten Mal in der alten Heimat Siebenbürgen mit meiner Pfarrgemeinde im Wechsel gesprochen oder sogar gesungen. Im Sommer des Jahres 1990 war ein geplanter Wechsel von Peschendorf in die Pfarrgemeinde Rosenau nicht mehr möglich. Darum feierten wir Weihnachten schon im Mittelfränkischen Schornweißach, Bezirk Neustadt/ Aisch. Um meinen Beruf als Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche ausüben zu können, kamen wir im Sommer 1992 nach Österreich, in die obersteirische Pfarrgemeinde Wald im Bezirk Leoben. Von 1992 bis 2004 rief ich meiner Pfarrgemeinde dreizehnmal zu:

    Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“.

    Darauf antwortete mir die Gemeinde:

    Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“.

    Im Sommer 2005 haben wir die Steiermark schweren Herzens verlassen und wechselten nach Oberösterreich in die Pfarrgemeinde Schwanenstadt, Bezirk Vöcklabruck. Dort haben wir achtmal Advent und Weihnachten feiern dürfen. Meine letzte Predigt und letzter Gottesdienst waren am 2. Sonntag im Advent, dem 9. Dezember 2012. Danach kam ich in einen langen, bis heute laufenden Krankenstand. Im Herbst 2013 haben wir aus angeführtem Grund Schwanenstadt verlassen und sind in St. Pölten, der Landeshauptstadt Niederösterreichs, gelandet. Hier hören wir nun schon zum dritten Mal diese bekannten Worte des Psalms 24:

    „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“.

    Als Mitglied der Pfarrgemeinde St. Pölten antworte ich jetzt mit der Pfarrgemeinde:

    „Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“.

    Liebe Leserinnen und Leser! Nach einem längeren Rückblick auf die letzten 25 Jahre, jetzt zur Botschaft der advent- und weihnachtlichen Worte des Psalms 24.

    Wenn wir gerade in diesen Wochen und Tagen Besuch erwarten, dann öffnen wir ihm gerne im Voraus das Hoftor oder die Haustür. Die erwarteten Gäste sollen merken, dass sie willkommen sind! Nehmen wir etwas von der Ankunft unserer Gäste wahr, laufen wir ihnen entgegen mit freundlicher Begrüßung und Umarmung. Wir nehmen uns Zeit für unsere Gäste und genießen das Miteinander.

    Der Advent erinnert uns daran, dass Gott unterwegs ist, uns zu besuchen und zu begegnen, in seinem Sohn Jesus Christus. Ihm wollen wir die Tore und Türen weit öffnen. Er will auch willkommen sein, jedes Jahr und jeden Tag aufs Neue und bei jedem Einzelnen von uns. Er will unbedingt erwartet sein. Nur wer sich ihm ganz und gar öffnet und ihn auch in alle verborgenen Winkel seines Lebens hinein lässt, wird hellhörig für das, was er uns sagen will, wird feinfühlig für das, was er uns zeigen und mitbringen will. Das ist sein Wort, dem wir uns nicht verschließen dürfen, denn Gottes Wort will uns führen und leiten. Unserem Gott die Tore und Türen weit öffnen, das heißt doch, sich auf ihn immer wieder einzustellen und bereit zu sein, für ganz neue Erfahrungen mit ihm. In einem lebendigen Glaubensleben haben Schlösser und Riegel an unseren Toren und Türen nichts verloren, denn sie hindern Gottes Wirken in, mit und an uns! Deshalb rufe ich jedem von euch zu: Öffne dich Gott, lass dich überraschen von dem, was er für dich bereit hält. Wer sich Gott ganz und gar öffnet, der ist dann auch offen für andere, der hat ein offenes Ohr, eine offene Hand und vor allem ein offenes Herz, auch für notleidende Mitmenschen! Wer Gott und seinen Sohn Jesus Christus annimmt, der ist auch offen für Veränderungen aller Art, offen für neue Sichtweisen und eine neue Welt. Öffnen auch wir unsere Tore und Türen für die Advent- und Weihnachtsbotschaft. Öffnen auch wir unsere Herzen für diese frohe Botschaft! Am besten tun wir das mit den Worten des bekannten Liedes von Georg Weissel:

    „Komm, o mein Heiland Jesu Christ, mein Herzenstür dir offen ist.
    Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
    Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
    Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr!“
    (EG 1, 5).

    Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen durch das neue Jahr 2016!

    Euer Gerhard Roth, samt Familie !

    Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen!
    Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

    Monatsspruch Dezember, Jesaja 49,13

     

    Verse im Advent

    Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
    aber als Knecht Ruprecht schon
    kommt der Winter hergeschritten,
    und alsbald aus Schnees Mitten
    klingt des Schlittenglöckleins Ton.

    Und was jüngst noch, fern und nah,
    bunt auf uns herniedersah,
    weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
    und das Jahr geht auf die Neige,
    und das schönste Fest ist da.

    Tag du der Geburt des Herrn,
    Heute bist du uns noch fern,
    aber Tannen, Engel, Fahnen
    lassen uns den Tag schon ahnen,
    und wir sehen schon den Stern.

    (Theodor Fontane 1819-1898)

    Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf wünscht allen Landsleuten und Freunden eine gesegnete, friedliche und besinnliche Adventszeit!
    An dieser Stelle möchten wir einen Vorausblick auf das kommende Jahr wagen und mit Gottes Hilfe wieder ein Treffen in Nürnberg, am 24.09.2016 organisieren. Ein geeigneter Saal (diesmal Gästehaus Palmengarten, Donaustraße 25) ist bereits reserviert, Musik und Pfarrer auch schon „gebucht“, so dass nur noch um zahlreiches Zusagen/Erscheinen, bei diesmal wahrlich rechtzeitiger Ankündigung, gebeten wird.

    Die offiziellen Einladungen hierfür folgen selbstverständlich, wie gehabt, zu gegebenem Zeitpunkt.

    Nürnberg, im Dezember 2015

    Vom SchenkenKP Winter

    Schenke groß oder klein,
    aber immer gediegen.
    Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
    sei dein Gewissen rein.

    Schenke herzlich und frei.
    Schenke dabei,
    was in dir wohnt
    an Meinung, Geschmack und Humor,
    so dass die eigene Freude zuvor
    dich reichlich belohnt.

    Schenke mit Geist ohne List.
    Sei eingedenk,
    dass dein Geschenk –
    Du selber bist.

    Joachim Ringelnatz
    1883-1934

     

    Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr 2015!

    An dieser Stelle gedenken wir auch der Landsleute die uns in diesem Jahr verlassen haben und befehlen sie in die Fürsorge des Allmächtigen. Ebenfalls denken wir an unsere Kranken und wünschen von Herzen leibliche und seelische Genesung.

    Nürnberg, den 20.12.2014

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