Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!

In der Karwoche gehen unsere Gedanken hin und her, wir denken an dieses und jenes. Im Mittelpunkt steht natürlich unser Herr und Heiland, Jesus Christus. Wir denken an das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern, an die Kreuzigung und Grablegung, aber darüber fällt schon das Licht der Auferstehung. Am Karfreitag beschäftigt uns das Wort:

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern das ewige Leben haben.
 (Johannes 3, 16)

Die drei Worte „Ich liebe dich“ lassen wir Menschen uns gern sagen. Die Liebe ist ein altes und beliebtes Thema in Romanen und Erzählungen, in Gedichten und Spielfilmen. Im Alltag unseres Lebens verstummen diese drei Worte allerdings sehr oft und werden ins Abseits gedrängt. Gerade dann, wenn Liebe sich bewähren muss. Doch gerade in den Krisen des Lebens zeigt sich, was für eine ungeheure und Leben schaffende Kraft die Liebe ist und was wir Menschen vielleicht nur „Liebe“ nennen. Wer richtig liebt, steht aufrichtig zum anderen – unter Umständen bis zur letzten Konsequenz. 
Wer wirklich liebt, gibt etwas für den anderen hin. Wie viel? Gott opfert etwas für die Welt, weil er sie liebt. Er gibt den hin, dem er sich so innig verbunden weiß wie ein Vater seinem einzigen Sohn. Liebe streitet also gegen Liebe. Gott lässt zu, dass seine geliebte Welt seinen geliebten Sohn ans Kreuz nagelt und hinrichtet. Die Liebe Gottes wird so zur Selbsthingabe. Wie nehmen wir es hin, dass hier Liebe gegen Liebe kämpft und die Liebe zu uns gewinnt? Unsere Antwort ist gefragt, damals wie heute. Im Anblick des Kreuzes Jesu Christi sind unsere guten Riten und frommen Werte allein zu wenig, auch die Kirchenzugehörigkeit verbunden mit dem pünktlichen Zahlen der Kirchensteuer ist nur ein kleiner Schritt. Antworten müssen wir Menschen durch unser konkretes Leben und mit unserem Einsatz für diese von Gott geliebte Welt. So einstimmen in Gottes Liebe – das ist die angemessene Antwort, das ist wahrer Glaube. Damit blicken wir auf das Wort für Ostern:

Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes
und der Hölle.“
 (Offenbarung 1, 18)

Wir wissen, liebe Schwestern und Brüder, auf der ganzen Welt kämpfen Menschen gegen den Tod, denn er ist das große Aus für uns. Die Erfahrungen im persönlichen Leben mit diesem Erzfeind, aber auch die Bilder und Nachrichten, die uns täglich ins Wohnzimmer geliefert werden, sie fordern dazu heraus, gegen diesen letzten Feind zu kämpfen, wenigstens vor ihm zu fliehen. Und doch kommen wir an ihm nicht vorbei, müssen immer wieder lernen, ihn zu akzeptieren. Das ist natürlich schwer und für viele unter uns unmöglich. Für diejenigen ganz besonders, die heuer zum ersten Mal Ostern ohne den einen oder anderen geliebten Menschen feiern müssen. Ich denke in diesen Feiertagen ganz besonders an solche Menschen und Familien die traurig sind, ja ich zähle mich auch zu ihnen. Jesus Christus aber spricht vom Tod in der Vergangenheitsform: „Siehe, ich war tot!“ und im gleichen Atemzug redet er in der 
Gegenwartsform: „Siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit!“.
Kann man so sprechen? Jesus Christus kann es: Er war tot und ist auferstanden. Er, der so grausam sterben musste, hat die Grenze des Todes gesprengt. Der Auferstandene hat die Schlüssel zu dem dunklen Tor, durch das wir alle gehen müssen. Gibt es darum für uns und unsere Verstorbenen ein Zurück ins Leben? Das Wort „Ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit“ ist die Andeutung vom Leben in einer Welt, die frei ist von unseren an Raum und Zeit gefesselten Dimensionen. Der Auferstandene ist Garant dafür, dass es einen Weg gibt aus dem Tod in die neue Welt Gottes, von der wir nur in Bildern reden können, weil sie sich unseren Dimensionen eben ganz entzieht. 
Die Ostergeschichten aber leiten uns an, von dieser neuen Welt Gottes zu träumen. Solche Träume können neue Kraft zum Leben geben, Orientierung für den Weg zu Gott, aber auch die Kraft der Liebe, der Liebe zu Gott und untereinander. Und nicht zuletzt geben uns solche Träume auch die Kraft zur Abwehr des Todes. Dort, wo es in unserer Macht steht.

Ich wünsche euch allen, liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer, einen besinnlichen Karfreitag sowie ein frohes und 
gesegnetes Osterfest, verbunden mit dem Ostergruß: „Der Herr ist auferstanden. Halleluja!“
In christlicher Verbundenheit, 

Euer 
Gerhard Roth samt Familie!

Schwanenstadt, 09.04.09

Print Friendly, PDF & Email

Liebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde,
herzlich willkommen auf unserer Internetseite.

Die Passions – oder wie die Älteren sagen – Fastenzeit, war vor allem früher eine Zeit der Entbehrungen und des Besinnens, was wir Jüngeren jedoch eher nicht mehr so gelebt haben und es auch heute nicht tun. Diese Zeit brachte auch eine körperliche Wohltat und Entschlackung, ein Nebeneffekt der uns bestimmt, oder vor allem, auch heutzutage gut täte! Wie wäre es mit dem ein oder anderen Stück, oder Gläschen weniger? Doch allein um das geht es in diesen Tagen nicht. Viele Zeitgenossen meinen: „Mit dem ewig gestrigen Glauben, Christus, usw. habe ich nichts am Hut – mir reicht der gesunde Menschenverstand“!
Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise, die wir und die ganze Welt dem „gesunden Menschenverstand“ nimmersatter Manager zu verdanken haben, zeigt uns jedoch wohin der moderne Weg führt. Kaum eine Familie oder Verwandtschaft die noch nicht mit Kurzarbeit, Kündigung o.ä. direkt davon betroffen ist. Was kann man da tun? Wie reizvoll wäre es, spontan auf die Strasse zu gehen und dem Ärger mal so richtig Luft zu machen! Die Frage ist bloß (hierzulande), mit wem und was bringt’s…?? Vielleicht hilft gerade in dieser Situation dann doch nur der Glaube und vor allem in der jetzigen Passionszeit, wieder mal der Blick auf Golgatha, mit dem Versuch zu begreifen was dort für uns alle geschehen ist! 

Die Worte „Fasten“ und „Entbehrung“ bekommen dann vielleicht eine neue Qualität. Mögen sie uns allen für die Zukunft neue Perspektive und neue Kraft spenden!


Bruno Roth

„KLICK DICH REIN – SEI DAHEIM“!! 

Schwabach, 26.03.09

Print Friendly, PDF & Email
CIMG0397Neujahrsgruß des Vorstandes
 

In deiner Hand sind meine Zeiten.
(Psalm 31, 15)

Zum „Neuen Jahr“

Aus dem Schoß der Ewigkeiten
steigt herauf ein neues Jahr
still hinein in unsre Zeiten,
wie es Gottes Wille war.

Was es bringt, wer kann es wissen?
Wer den Schleier lüften, wer?
Mancher wird am Ende missen,
was ihm jetzt noch hoch und hehr.

Ständig ringt die Welt um Frieden.
Ach, wer hätte ihn nicht gern?
Doch, vom „Friedefürst“ geschieden,
bleibt er fern, ja ewig fern.

Noch ruft göttliches Erbarmen
an des Jahres Schwelle neu:
Kommt herzu, ihr Müden, Armen,
Gott ist Liebe, Gott ist treu!

Aus dem Labyrinth der Sünde,
der Verstrickung wirrem Wahn
in des Lebens Fülle münde
doch mit JESUS deine Bahn!

Aus dem Schoß der Ewigkeiten
hallt ein Ruf so hell und klar:
Lass dich heut’ zu Jesus leiten,
geh mit IHM ins neue Jahr!

 

(aus „Die gute Saat“ – 2003)

 

Allen Landsleuten und Freunden der Kleinprobstdorfer danken wir für die erbrachte Unterstützung in verschiedenster Form im sich zu Ende neigenden Jahr 2008. Möge unsre Gemeinschaft auch in Zukunft auf dem Fundament der Freundschaft, des Verständnisses, der Nächstenhilfe und der Toleranz bestehen und weitergeführt werden! Wir wünschen Euch/Ihnen allen ein gesegnetes Christfest und Gottes reichen Segen für ein gesundes und friedvolles Neues Jahr!

Der Vorstand
Nürnberg, den 30.12.2008

Print Friendly, PDF & Email


Weihnachten

DSC00803Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt.
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit,
steigts wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)

 

Allen Landsleuten und Freunden der Kleinprobstdorfer danken wir für die erbrachte Unterstützung in verschiedenster Form im sich zu Ende neigenden Jahr 2008. Möge unsre Gemeinschaft auch in Zukunft auf dem Fundament der Freundschaft, des Verständnisses, der Nächstenhilfe und der Toleranz bestehen und weitergeführt werden! Wir wünschen Euch/Ihnen allen ein gesegnetes Christfest und Gottes reichen Segen für ein gesundes und friedvolles Neues Jahr!

Der Vorstand
Nürnberg, den 22.12.2008

Print Friendly, PDF & Email

fotolia4892689sDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Joh. 1, 14

Liebe Kleinprobstdorferinnen!
Liebe Kleinprobstdorfer!

Es ist Weihnachten.
„Nun ist der geboren, der sagt: Selig die Armen! und nicht: Wer Geld hat ist glücklich!
der sagt: Liebe deine Feinde! und nicht: Überhole alle!
der sagt: Der erste soll der Diener aller sein! und nicht: Zeige, wer du bist!
der sagt: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt! und nicht: Rücksichtnahme behindert!
der sagt: Wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit! und nicht: Wer tot ist, ist tot!“
(Quelle unbekannt)

Gott hat sein Wort eingelöst. Er ist Mensch geworden. Wir haben ihn herbeigesehnt. Jetzt ist er da. „… und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Hatten wir uns diese Herrlichkeit so gedacht? Zunächst ist ein kleines Kind zu sehen, in einem dunklen und armseligen Stall. Es ist umgeben von seinen Eltern, einfachen Leuten aus der Provinz. Dazu ein paar verachtete Hirten. Man merkt ihnen an, sie kommen direkt von  ihren Hürden und Herden. Später sieht man den Wanderprediger mit seinen Freunden umherziehen. Was er sagt, ist nicht das, was man gerade hören will. Er stört. Stellt vieles in Frage. Macht unruhig. Herrlichkeit. Denkt man dabei nicht eher an Reichtum, Überlegenheit, Geltung, Bewunderung? Stattdessen verlangt er eher Bescheidenheit, womöglich sogar Verzicht. Demut, Rücksichtnahme, Nächstenliebe, ja sogar Feindesliebe verlangt er. Schließlich sieht man den Geschundenen am Kreuz. Er war verachtet, voller Schmerzen und Krankheit.
Herrlichkeit? Klingt das hier nicht fast höhnisch? Und doch, ihr Lieben, leben wir bis heute von dieser und dank dieser Herrlichkeit. Davon, dass Jesus Christus unter uns Wohnung genommen hat. Er ist nicht nur flüchtig vorbei gekommen. Er hat deutlich versprochen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt. 28, 20 b)
Er ist da. Nicht nur zu Weihnachten. Auch im Alltag. Auch wenn es uns schlecht geht und andere nicht gerne bei uns ausharren. Wir leben davon, ihr Lieben, dass Jesus die Maßstäbe verkehrt hat. Dass seine Herrlichkeit nicht in großen Gästen der Macht besteht, sondern in der Liebe, die wir empfangen und verschenken. Was wären wir ohne diese Liebe? Wir leben davon, dass Jesus sich gedemütigt hat um unseretwillen. Das war der Preis für die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes.“ Den Auferstandenen und Verherrlichten haben nur Wenige gesehen. Da sind wir wieder auf das Wort angewiesen. Aber wenn Gott sein Wort bisher eingelöst hat, wird er es wieder tun. Jesus kommt sichtbar am Ende der Zeiten. Und dann werden wir seine Herrlichkeit zu sehen bekommen. Für immer und in alle Ewigkeit.

Liebe Kleinprobstdorferinnern und Kleinprobstdorfer!
Ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, sowie Gottes Geleit im neuen Jahr 2009 – in Freud und Leid!
In christlicher Verbundenheit,

Euer
Gerhard Roth, Pfarrer
Schwanenstadt, 17.12.08

Print Friendly, PDF & Email


weihnachtenLiebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde, 

herzlich willkommen auf unserer Internetseite

 

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe!

(Psalm 24, Vers 7)


Wenn im Advent die Tage immer kürzer werden und die Abende und Nächte nicht zu enden scheinen, wenn der Raureif auf den Feldern liegt und die Nebel sich nicht lichten wollen, scheinen nur die allerorts brennenden Lichterketten etwas Glanz und Hoffnung in die von der Herbstdepression und so manchen Zukunftssorgen geplagten Seele, bringen zu können. Bedeutet lediglich dieses Lichtermeer in den Häusern und Schaufenstern „Advent“? Aufmerksamen Bibellesern wird sich in diesen Tagen jedoch ein anderes „Lichtbild“ auftun. Wie fast in jedem Jahr begleitet uns der Prophet Jesaja beinahe durch die ganze Adventszeit.
Dem gerade aus dem Exil heimgekehrten, ebenfalls depressiven Volk Israel verkündet er entgegen allem Augenschein, die ganz große Freude, das ganze Heil und den ganzen Frieden im kommenden Messias. Vielleicht können auch wir daraus unsere Hoffnung und unser wahres Licht schöpfen. Deshalb, machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, öffnet die Herzen vollständig, daß der König der Ehren mit seinem ganzen Heil, seinem Frieden und seiner ganzen Freude einziehen kann.

In diesem Sinne, allen Landsleuten und allen Freunden der Kleinprobstdorfer eine gesegnete und besinnliche Adventszeit!

Euer Bruno Roth 
Schwabach, 03.12.08

Print Friendly, PDF & Email

9. Kleinprobstdorfer Heimattreffen am 04. Oktober 2008 im

Gesellschaftshaus “Gartenstadt“
Buchenschlag 1, 90469 Nürnberg

Die Einladung steht hier zum Download bereit:

einladungkp2008seite1_650

 
Print Friendly, PDF & Email

 

Der Vorstand der HOG Kleinprobstdorf, wünscht allen Besuchern dieser Homepage ein Frohes Pfingstfest.

 

Zum Muttertag
Mutter- schönster Name im weiten Erdenrund,
zärtlich gerufen als erster aus Kindermund,
leise gesprochen,wenn bang und traurig das Herz,
hilfesuchend im Dunkel bei Sorgen, Not und Schmerz.
Du bleibst mir erinnert und schirmend mein Leben lang.
Mutter ,für all deine Treue und Liebe:
Habe Dank, Habe Dank !

(Verfasser unbekannt)

 

Nürnberg, den 10.05.08

Print Friendly, PDF & Email

Liebe Kleinprobstdorferinnen, Liebe Kleinprobstdorfer,

…es ist die Woche vor Karfreitag, zwei Frauen schmücken mit gespendeten Seidenblumen den Heiligen Altar und die Gedenktafeln unserer Kleinprobstdorfer Kirche. 
…es ist zwei Tage vor Karfreitag, ich besuche die Kirche noch einmal. Im Innenhof zwischen den zwei Eingängen blühen prächtige Osterglocken und die zwei Dutzend gespendeten Stiefmütterchen, die vor einer Woche gesetzt wurden, sind sehr hübsch. Der Heilige Altar strahlt mit der neuen Decke und ist schön geschmückt, wie für ein großes Fest.
Und ich dachte nur…
Es ist still, ganz still, ich hör nur die Holzwürmer, wie sie im Altarraum am Holz nagen. Ein kalter, wenn auch sonniger Frühlingswind weht draußen. Und es ist kalt in der Kirche, es zieht gewaltig, nicht aber weil die Tür offen steht, es zieht, weil viele Fensterscheiben fehlen.
Und ich dachte nur…
Dann schaue ich auf die Gedenktafeln, die links und rechts vor dem Altar angebracht sind. Noch nie habe ich diese Namen so sorgsam durchgelesen. Und die Wände sind nass, nicht aber weil es am Mittwoch geregnet hat, sondern weil im Außenbereich auf der Seite die Wasserrinnen fehlen.
Und ich dachte nur…
Ich nehme mir Zeit, dass Altarbild unseres Heiland Jesus Christus, stehend mit dem erhabenen Kelch in der Hand zu betrachten. Ein beeindruckendes Bild, gerade vor Ostern dem ältesten und höchsten Fest der Christenheit, als würde ER rufen: „Kommt, es ist alles bereit!“ Doch wir haben IHN verlassen. Ich bin mir sicher, dass an Ostern 2008 kein Geistlicher vor dem Heiligen Altar in Kleinprobstdorf, die Auferstehung unseres Heiland verkünden wird und auch im Kirchenhof werden keine Osterwünsche ausgesprochen, weil keiner mehr da ist. Ich habe die Kirche verlassen, ohne mich umzudrehen und ließ die alte Gassentür zum Kirchenhof mit dem hölzernen Verschluss hinter mir einrasten.
Und ich dachte nur…

Frohe Osterfeiertage

im Namen des Vorstandes der HOG Kleinprobstdorf 

Hans Folea-Stamp
Nürnberg, den 22.03.08

Print Friendly, PDF & Email

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einer zu den Häupten und den anderen zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!

Johannes 20,11-16

 Watch movie online Get Out (2017)

Liebe Kleinprobstdorferinnen! Liebe Kleinprobstdorfer!

Jesus Christus hat vor seinem Tod angekündigt: Er wird am dritten Tage auferstehen. Er wird uns nicht als Waisen zurücklassen. „Es ist noch eine kurze Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14, 19)
Christus lebt, er zeigt sich uns. Und wir, werden wir ihn erkennen? Woran werden wir ihn erkennen? Der Abschnitt aus dem Johannes- evangelium gibt uns darauf die Antwort: Wir werden ihn daran erkennen, dass er uns anspricht, ja sogar beim Namen nennt. So wie Maria von Magdala ihn erkennt, als er sie mit Namen anspricht. Sie hält ihn zuerst für den Gärtner, bis er sie persönlich anspricht und bei ihrem Namen nennt: „Maria!“. Er geht auf sie zu, sieht ihre Tränen und spricht sie an: „Frau, was weinst du? Wen suchst du?“
Ostern fängt auch für uns damit an, dass endlich jemand fragt: „Warum weinst du denn, Frau? Warum bist du so traurig, Mann? Was brauchst du, mein Kind? Wen suchst du, liebe Schwester, lieber Bruder, lieber Mitmensch?“ Alle Auferweckungsberichte der Bibel erzählen nicht, wie der Leichnam Jesu wiederbelebt wurde. Sie erzählen nur, wie Menschen wieder aufwachen, weil sie Christus begegnet sind. Das geschieht auch bei Maria Magdalena. Als erste wird sie vom Auferstandnen bei ihrem Namen gerufen: „Maria!“. Und auch wir können Menschen bei ihrem Namen rufen. Jesus Christus macht uns die Menschen lieb. Einige sind das ohnehin, viele andere weniger oder überhaupt nicht. Aber der auferstandene Heiland verbirgt sich hinter jedem Mitmenschen. Er ist der Gärtner, die Bankangestellte, der Arbeitskollege, die Krankenschwester, der Nachbar, der Fremde. Er ist der, der mir sympathisch ist oder gleichgültig ja sogar unsympathisch ist. Das ist der Geist von Ostern: Gesprächsfähig werden und meinen Mitmenschen beim Namen nennen. Ihn so offen und ernsthaft anhören, wie ich selbst gern gehört und ernst genommen werden möchte. Niemanden gleich abschreiben und auf keinen Fall das letzte Urteil fällen.
In guter Hoffnung es mit jedem und mit jeder immer wieder aufs neue versuchen. An uns liegt es, mit diesem Ostergeist in uns zu leben. Jesus Christus, der aufgestandene Herr und Heiland verzichtet auf keine und auf keinen von uns. Er spricht uns alle täglich von neuem mit Namen an. Und unsere Antwort?Sie sollte zum Bekenntnis werden: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer – ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Euer Gerhard Roth

Schwanenstadt, den 18.03.08

Print Friendly, PDF & Email
...23456