Liebe Kleinprobstdorfer,

hier sind einmalige Sprachaufzeichnungen von drei Kleinprobstdorfer Frauen, Maria Bielz geb. Kraus, Anna Neubauer geb. Roth und Anna Grigori geb. Schörwerth, die sie Mitte der 70-ger Jahre, wahrscheinlich einem Reporter der Siebenbürgischen Zeitung aus Deutschland, auf Band gesprochen haben. Die Dateien wurden von Martin Lienerth auf siebenbürger.de entdeckt.
Solche Dokumente sind unbezahlbare Schätze unserer Dorfgeschichte. 

 

Probleme durch die Schwefelfabrik
Frau (Maria Bielz)


Die Geschichte vom Fuchs und vom Wolf
Frau (Maria Bielz)

 

Gedicht „Hans uch Lis“
Frau, 36 Jahre (Anna Neubauer)

 

Fastnachtsgedicht
Frau, 36 Jahre (Anna Neubauer)

 

Verhextes Jahr
Mutter

 

Weihnachten und Silvester
Mutter

 

Weihnachtsvorbereitungen
Mutter

(Kornernte, die für den Pfarrer eingebracht wurde)

Zum Brauchtum in Kleinprobstdorf gehörte unter anderem auch der ,,Farrescharen“. Wenn die reifen Weizenhälme ihre Ähren neigten, war der Zeitpunkt gekommen, zu dem die Dorfjugend für einen Tag einsatzbereit war um die Ernte des Pfarrers einzubringen. Vermutlich stammt dieser Brauch noch aus der Zeit des ,,Zehnten“. Der ,,Herr Vueter“ (Herr Pfarrer) verfolgte täglich das Barometer und wenn dieses gutes Wetter anzeigte, wurde der Erntetermin festgelegt. Die zwei jüngsten Burschen und Mägde setzten die Jugend darüber in Kenntnis. Schon Tage vorher bereiteten sich die jungen Erntehelfer auf dieses Ereignis vor. Bei den Müttern der Mädchen setzte ein emsiges Wetteifern ein. Neue Röcke wurden angeschafft und die Strohhüte mit Bändern geschmückt, die phantasievoll an der Kopfbedeckung angebracht wurden. Die Burschen erhielten neue blaue Schürzen. 

Auch auf dem Pfarrhof kamen geschäftige Vorbereitungen in Gang. Die ,,Frau Motter“ (Frau Pfarrer) lud die Kuratorin und die beiden Kirchenmütter zu einer Besprechung ein und bat um deren Hilfe. Am Vortag der Ernte stellten sich die Würdeträgerinnen schon frühmorgens auf dem Pfarrhof ein. Zwei Mulden Brot wurden gebacken. Während des Backvorgangs ,,schnetzelten“ die Frauen das Sauerkraut und füllten die Blätter mit Hackfleisch. In große gußeiserne Töpfe schichtete man das ,,Geschnetzelte“ und die Krautwickel und schob sie, nachdem man das Brot vom Herd geholt hatte, in den heißen Ofen, wo die kulinarischen Zutaten bei gleichmäßiger Wärme langsam garten. 

Bereitgestellt wurden am Vortag Tische und Geschirr. Am Erntemorgen beim Frühkirchläuten (so nannte man das Läuten der Morgenglocke) versammelten sich die Jugendlichen vor dem Pfarrhof. Die älteren Burschen brachten ihre gedengelten Sensen und die Mädchen die geschärften Sicheln mit. Waren die jungen Menschen vollzählig anwesend, traten sie ins Pfarrhaus ein, wo die gedeckten Tische auf sie warteten. Zum Frühstück aß man Kartoffel- oder Nudelsuppe, letztere als ,,ägebrat Fleckel“ bekannt. Das ist eine Gemüsebrühe mit eingekochten Nudeln und mit Mehlschwitze eingedickt. Vor dem Essen sprach der Pfarrer ein Tischgebet. zu dem sich alle erhoben. Dem Brauch gemäß machte erst eine Flasche Treberschnaps die Runde. Nach der Mahlzeit trat man den Weg hinaus aufs Feld an. Die älteren Burschen mähten die Halme. die von einigen Mägden zu Garben zusammengelegt und von den jüngeren Knechten zu Haufen geschichtet wurden. Die anderen Mädchen schnitten das Korn mit der Sichel. Um 10 Uhr gab es eine Brotzeit. Erfrischung bot das herrliche Wasser der ,,Schreiwerbrannen“ -Quelle. Hierbei muss erwähnt werden, dass viele Landsleute, wenn sie zu Besuch in der alten Heimat weilen, an diese Stelle hinausgehen, um in Erinnerungen zu schwelgen und sich an dem unvergleichlich guten und schmackhaften Wasser zu laben.

Gestärkt durch Speis und Trank nahm man dann die Arbeit wieder auf. Mit dem Pferdewagen fuhr der Pfarrer 12 Uhr das Mittagessen, bestehend ans Bohnenmus (geriebenen Bohnen) mit gekochtem Speck gerösteten Zwiebeln und Gurkensalat, aufs Feld. Der Topf mit den Bohnen wurde in viele Decken eingewickelt, damit das Essen warm blieb. Nach der konsistenten Stärkung schenkte ein Mittagsschläfchen im Schatten der Bäume Erholung. Etwa 14 Uhr ging man erneut an die Arbeit. Zwei Stunden danach ließ man sich Brot, Speck und Zwiebeln gut schmecken. Wenn sich die Sonne am Horizont immer tiefer senkte, um sich vom Tag zu verabschieden, traten die fleißigen Ernteeinbringer den Heimweg an.
Vor dem Pfarrhof sangen sie drei Lieder und überreichten der Pfarrerin die auf dem Feld von kundigen Mädchenhänden gebundene Ährenkrone mit der Bitte, sie aufzubewahren und am Erntedankfest auf den Altar zu legen. Danach wurden die Jugendlichen zum Abendessen ins Haus gebeten. Ein Stamperl Schnaps diente als Appetitanreger zum ,,gefüllten Kraut“. Der Kurator und die beiden Kirchenväter waren jetzt auch geladene Gäste. Der Pfarrer hielt eine kurze Ansprache, in der er der Jugend für ihre Hilfe dankte und nicht zuletzt Gott für den Erntesegen pries. Nach dem Tischgebet genossen alle das Essen, zu dem auch Wein gereicht wurde. In gemütlicher Runde, in der viele altvertraute Weisen ertönten und der Pfarrer Andreas Guttner gerne ,,Tschiripikgeschichten“ (Zigeunergeschichten) die sich bei der Jugend großer Beliebtheit erfreuten, erzählte, klang der mühevolle, aber gesegnete Tag aus. Im Jahre 1942 wurde auf Grund der politischen Lage der Brauch der Kornernte den Pfarrer eingestellt. Manch Außenstehender mag das Ereignis as Fronarbeit bezeichnen, doch die ältere Generationen, die daran teilgenommen hat, weiß, dass dieser Erntetag auch mit freudvollen und festlichen Stunden verbunden war. 

Gertrud Grigori, Lehrerin in Ruhestand 

aus den Aufzeichnungen von Rektor Johann Schnellkleinprobstdorf

Im schönen Siebenbürgen, dem Lande des Segens, der Fülle und der Kraft, das wie ein Garten anzuschauen ist, hat vor Zeiten ein kleines Häuflein deutscher Einwanderer, gefolgt dem Rufe des ungarischen Königs Geisa II (1141-1161) die kleine Siedlung „Kleinprobstdorf„ gegründet. Sie liegt am rechten Ufer der großen Kokel, 11 km von Mediasch entfernt, gegenüber dem Eisenbahnknotenpunkt „Kleinkopisch-Copsa Mica-Kiskapus.„ Angeschmiegt an der Kokelhöhenzug ist Kleinprobstdorf umschlossen von mit Reben bekränzten Bergen und herrlichen Obstgärten und bietet ein bewundernswertes Bild. Seine Hochwürden, der große Sachsenbischof Dr. Georg Daniel Teutsch nannte es gelegentlich bei der Generalkirchenvisitation im Jahre 1878 das „kleine Jerusalem.„ In unmittelbarer Nähe erhebt sich der Höhenpunkt „die Burgkuppe„, der Lage und den Funden nach eine alte Agathyrsen und Römerburg, deren Grundmauern weit nach rückwärts in einst mächtige Wälder reichten, wo deren Bewohner Schutz und Zuflucht vor ihren Feinden fanden. Die Burgkuppe gewährt eine prächtige Aussicht über das schöne, breite Tal des Tarnava-Dornbach- Kokelflusses, weit hinein in das Tal des Weißbachflusses und auf das am linken Ufer sich entwickelnde Industriezentrum mit seinen zahlreichen Fabrikanlagen.

Bei der Gründung Kleinprobstdorfs fehlen schriftliche Aufzeichnungen. Der Name besagt jedoch, dass Kleinprobstdorf eine Besitzung der Hermannstädter Probstei des heiligen Ladislaus gewesen sei. Der deutsche Name ist erst 1496 das erste Mal nachweisbar.

Älter als der deutsche Name ist der ungarische Name „Kis Ekomezö.„ Daraus ist anzunehmen, dass die Gemeinde bei der Gründung der Probstei bereits bestand und der Probstei als Besitzung zugewiesen wurde. Die Gründung der Hermannstädter Probstei erfolgte um das Jahr 1190 unter König Bela III. Wahrscheinlich ist schon bei der Gründung die Probstei mit Besitzungen ausgestattet worden, um in der Lage zu sein, ihre Aufgabe als kirchliches Führungsorgan aller deutschen Siedler Siebenbürgens zu erfüllen. Der Probst war schon 1212 vom König ernannt. Er unterstand in rechtlichen Angelegenheiten dem König von Ungarn, als Geistlicher dem Erzbischof von Gran-Esstergom. So kam Kleinprobstdorf zusammen mit Großprobstdorf und Reussen samt einer Salzgrube in Salzburg als Schenkung an die Hermannstädter Probstei. Auch Probstdorf bei Agnetheln war ursprünglich eine Besitzung der Probstei, doch ist dieser Ort schon frühzeitig von ihr losgelöst worden. Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung stellte sich heraus, dass die Pröbste ihre Aufgaben nicht erfüllten. Der Probst war meistens ein Madjare-Ungar, der sein Amt als gutes Einkommen betrachtete und meistens nicht im Lande anwesend war. Aus seinen Besitzungen, also auch aus Kleinprobstdorf, bezog er den Zehnten und hatte dafür die Verpflichtung, durch einen Vikar (Stellvertreter als Pfarrer) für die geistliche Betreuung zu sorgen. Kleinprobstdorf ist dem Bulkescher Kapitalverband angegliedert gewesen. Im Jahre 1424 wurde von König Sigismund die Probstei aufgelöst, weil durch die Sorglosigkeit der Pröbste die Pflichten vernachlässigt waren. Die Aufhebung wurde später durch den Papst 1426 bestätigt. So wurde Kleinprobstdorf eine Besitzung der Stadt Hermannstadt. Es war nicht eine freie Stuhlgemeinde, sondern stand in einem abhängigen, hörigen Verhältnis zur Stadt Hermannstadt und musste an diese Steuern abliefern. Was für sonstige Dienstleistungen noch verlangt wurde, ist nicht bekannt. Da die Obrigkeit der Stadt aus Volksgenossen bestand, war die Lage der Gemeinde eine bedeutend günstigere als die anderer untertäniger Gemeinden.

Im Jahre 1456 musste die Gemeinde einen Hattertstreit mit „Fägendorf„(Micasasa) bestehen, was auf einen gesunden Drang der Ausweitung der Bevölkerung schließen lässt. Der strittige Hattertteil gehört heute der rumänischen Gemeinde „Kesseln-Chesler-Kesslos.„ Es ist bemerkenswert, dass schon im Jahre 1503 Rumänen erwähnt werden, die am sogenannten „Kesselgrund„ auf Probstdorfer Hattert wohnhaft sind. Wahrscheinlich sind diese erwähnten Rumänen, die Hirten der Sachsen waren, die Gründer der Gemeinde Kesseln geworden und haben sich den Kesselgrund angeeignet. Es ist dies ein für Kleinprobstdorf weit abliegender, bergiger, schwer zu bearbeitender Hattertteil.

Aus dem 15. Jahrhundert stammt auch eine alte von Meister Leonardus, gegossene kunstvolle Glocke, deren Vorhandensein auf Wohlstand der Bewohner schließen lässt.

Seit 1320 unternahmen die Türken wiederholte Angriffe auf Ungarn, welche besonders Siebenbürgen schwer trafen und verwüsteten. Die Türkenzeit und vor allem die inneren Wirren des 17. Jahrhunderts-Bischof Dr. G. D. Teutsch kennzeichnet sie als die Zeit „der Schrecken ohne Ende„. 1659 lagen die Türken bei Grossprobstdorf, später bei Blasendorf(Blaj) im Lager; der Kurutzenaufstand 1681 sowie die Kurutzenkriege müssen auch Kleinprobstdorf argen Schaden zugefügt haben und Verwahrlosung mit sich gebracht haben.1595 gab es 10 wüste Höfe in Kleinprobstdorf.

In der Mitte der Gemeinde steht die Kirche. Sie ist im gotischen Stil gebaut. Das zeigen die beiden steinernen Spitzbogen-Eingangsportale und der Chor der Kirche mit Spitzbogendecke und Spitzbogenfenstern. Höchstwahrscheinlich ist diese Kirche in den erwähnten schweren Jahren zerstört worden und bloß der Chor und die Grundmauern des Mittelbaues mit den Eingangsportalen sowie eine steinerne Rosette, genannt „das Auge Gottes„ waren übrig geblieben. Wann die Kirche wiederhergestellt wurde, ist nicht bekannt. Doch ist sie durch den Umbau verunstaltet worden. Die Fenster haben eine ganz besondere Form und die Decke ist ein einfacher, flacher Plafan.

Das „Auge Gottes„ ist auf der Rückseite des Giebels eingemauert worden. Bestimmt hat auch diese Kirche einmal ihre Burgmauern gehabt, die aber in eben derselben Zeit der Schrecken ohne Ende dem Erdboden gleichgemacht wurden, da sie vielleicht noch nicht vollkommen ausgebaut oder zu einfach waren, um dem Ansturm der Feinde standzuhalten. 

Die Reformation hat in Kleinprobstdorf erst in den Jahren 1543-1550 stattgefunden.

Welche Verwahrlosung die Türkenzeit und die Wirren des 17. Jahrhunderts der Gemeinde zugefügt haben, beweist die bedauerliche Feststellung, die Bischof Barth bei einer Visitation im Jahr 1650 machte; dass der Pfarrer von Kleinprobstdorf 15 Jahre hindurch niemals gepredigt hatte. Zu seiner Verantwortung konnte er nur sagen, dass er ja für die geistlichen Dienste einen Prediger besoldet. Nach dem „Catalogus Pastorum„ des Kirchenbuches war es Pfarrer Mathias Wädt Schönensis (aus Schönau), gestorben 1656. Tatsächlich scheint das Pfarreinkommen nicht sehr groß gewesen zu sein, da dem Pfarrer nur eine Zehnquart (1/4 des Zehnten) zukam.

Bis zur Aufhebung des Hörigkeitsverhältnisses blieb die kleine Gemeinde Kleinprobstdorf eine Besitzung der Stadt Hermannstadt. Später war sie den „sieben Richtern„ gehörig.

Das älteste Kirchenbuch„ Matrikel„ beginnt als Taufmatrikel seit 1772, Totenmatrikel seit 1705 und Trauungsmatrikel seit 1728. In diesem findet sich aufgezeichnet „Numerus Pastorum huic Exclesia Probsdorffu unoris ex Libro Caituli descriptus per Andream Thellmann Ano 1727„ zu deutsch: Namenverzeichnis der Pfarrer der Kleinprobstdorfer Kirchengemeinde, herausgeschrieben aus den Büchern des Capitels durch Andreas Thellmann im Jahre 1727. Er beginnt mit dem Jahre 1564. Ohne Jahreszahl führt er aus der vorreformatorischen Zeit noch an : Duns Conradus, Michael Petrus, Georgius und Johannes, von dem er glaubt, dass er der Letzte vor der Reformation war, ungefähr 1542-1544. Es folgen dann:
Demus Elias, gest. 1564
Petrus Hadesch, gest. 1594
Mathias Mortesdorfer, gest. 1601
Stefani Valentini, gest. 1603
Jonas Langevallensis, gest. 1632
Mathias Wädt Schönenis, gest. 1656
Johannes Kefstenus, gest. 1672
Johannes Ludwig, gest. 1709
Johannes Gierling, gest. 1716
Johannes Saur, gest. 1728 
Valentin Stampus, gest. 1686
Michael Regens, gest. 1694
Andreas Thellmann, gest. 1736

In dem zweitältesten „Kirchenbuch der Christ-Evangelischen Gemeinde Kleinprobstdorf„ aus dem Jahre 1793 hat der damalige Ortspfarrer Johannes Andrae diesen „ Catalogus Pastorum„ weitergeführt und ist bis zur Gegenwart 1950 ergänzt worden.
Michael Mätzius, bis 1743
Stefanus Jekelius, bis 1780
Stef.Josephus Maetzius, bis 1793
Johannes Andrea, –
Samuel Brandt, bis.1861
Josef Barth, bis 1864
Simon Schuller, bis 1889
Daniel Kasemieresch, bis 1900
Johann Weinrich, bis 1904
Johann Müller, bis 1934
Andreas Guttner, seit 1935 

Ebenso ist die Namensliste der selbstständigen Diaconen- Prediger erhalten und durch Rektor Johann Schnell ergänzt worden.
Michael Rampelt, 1719
Thomas Wolff, bis 1728
Johannes Welter, bis 1755
Michael Schullerus, gest.1756
Michael Gregorius, 1786-1809
Samuel Fielker, bis 1810
Georg Anner, bis 1820
Samuel Albrecht, bis 1873 der letzte selbstständige Prediger
Johann Melzer, 1874-1887 als Prediger-Lehrer

Seither hat Kleinprobstdorf bloß den Ortspfarrer.

1726 wurde durch den Orgelbauer Georg Wachsmann ein einfaches Orgelwerk verfertigt.

Auf der wiederhergestellten Kirche hat über dem Chor ein hölzerner Glockenturm gestanden, der im Jahre 1730 erbaut und gedeckt und im Jahr 1733 mit Brettern umschlagen wurde. Sowohl Kirche als auch das Chor hatten Schindeldach. 1731 wurde der Chor erneut mit Schindeln gedeckt.

1744 verehrte Michael Czek, ehemaliger Decimater (Einheber des Zehnten) eine neue, schöne Kanne aus Zinn für das Abendmahl.

Später verehrte Maria Hellena von Ehrenburg der Kirche einen silbernen, in- und auswendig vergoldeten Kelch. Wer diese edelgesinnte Frau war, ist unbekannt. 1763 wurde die Kirche mit einem neuen Dach versehen und mit Dachziegeln gedeckt. 1764 wurde auf Betreiben des Pfarrers Stefan Jewkeli die neue, jetzige Ringmauer aufgebaut. Sie ist bloß eine Nachahmung.

1827 wird eine neue Schule gebaut.

1852 verehrt Michael Scharbo und dessen Ehegattin Katharina ein neues Taufbecken.

1854 wurde der hölzerne Turm abgetragen und der neue Glockenturm gebaut. Der Aufbau kostete ohne Material 1700 fl. Warum schon 1873 das Turmdach gründlich ausgebessert werden musste, ist unbekannt. Wahrscheinlich hatte dasselbe durch Blitzschlag arg gelitten, da der Turm keinen Blitzableiter hatte. Und ohne diesen ist er auch weiter geblieben, trotzdem des öfteren Blitzgefahr war. Am 30. August 1935 fing die vor dem Pfarrhaus stehende Tanne den Blitz auf und verschonte den Turm. Am 20. August 1945 aber wurde das Turmdach getroffen. Unter furchtbarem Krach wurde es seiner Ziegel beraubt und es hat 5 Jahre gedauert, bis dasselbe 1950 wiederhergestellt und mit einem Blitzableiter versehen wurde. Altar und Altarbild stammen aus dem Jahre 1874.Das Altarbild ist ein Ölgemälde von Professor Dörschlag aus Hermannstadt. Das von Elisabeth Werner aus Kleinprobstdorf gewidmete Gemälde stellt Jesus mit dem Abendmahlkelch dar und ist in den Farben rot und blau gehalten. 

Die derzeitige Orgel, 1877 vom Orgelbauer Wiilhelm Hörbiger aus Hermannstadt erbaut, kostete 1400 fl.
Am 27. September 1879 löste sich ein bedeutender Teil des Berges oberhalb der Weinberge ab und deckte viele Weinberge ein.

Am 3. Oktober 1880 erfolgte an einem Sonntagmorgen ein Erdbeben.

1889 wurde der erste Christbaum in der Kirche errichtet und erfreute alle vom kleinsten Kinde bis zum ältesten Greis, mit seinem hellen Lichterglanz.

1894 wurde der Predigerhof, neben dem Schulhof gelegen, an Johann Schörwerth 77 zum Preis von 800 fl.(Gulden) verkauft. Den Erlös bedurfte man zum Aufbau, d. h. zur Erweiterung des Schulhauses. Ende September 1895 war die Erweiterung in seiner heutigen Größe vollständig durchgeführt. Den Verkauf des Predigerhofes hat man später oft bereut, da man ihn sehr benötigte. 

1907/08 wurde die Grundzusammenlegung- Kommasation durchgeführt; sie kostete 12400 Kronen.

Kleinprobstdorf, 1 km von der Hauptverkehrstasse, 1,5 km vom Eisenbahnknotenpunkt Kleinkopisch- Copsa-Mica- Kiskapus entfernt, war von diesen für das Dorf so wichtigen und notwendigen Verkehrsweg durch die große Kokel getrennt und bei Hochwasser vollkommen abgesperrt. Im Jahre 1902/03 wurde endlich der ungestörte Verkehr hergestellt durch den Bau einer Holzbrücke über die Kokel. Leider hatte diese nur eine Lebensdauer von 10 Jahren. Das außergewöhnliche Regenjahr 1912 ließ den Wasserstand derart hoch steigen, dass er den Oberbau der Großprobstdorfer Brücke unzerstört wegführte und gegen unsere Brücke schleuderte. Langsam, aber dennoch, fiel leider auch diese Brücke dem Hochwasser zum Opfer. Sie wurde am 9 September 1912 in den Abendstunden zerrissen und fortgeführt. Sie erwies sich als unzuverlässig, da sie beim Steigen des Wassers in der Kokel ans Ufer gezogen werden musste. Sie kostete 1000 Kronen. Der Personenverkehr erfolgte mittels eines Kahnes an einem Drahtseil. So konnte es auf die Dauer nicht bleiben.

1923 wurde eine neue Brücke gebaut und am 28. November eingeweiht. Sie kostete 392462,12 Lei. Brückenmeister waren Filip und Müller aus Elisabethstadt. 1916 wurde das Schulglöckchen sowie eine der großen Glocken für Kriegszwecke abgenommen. Da die Glocke Altertumswert hatte – sie stammte aus dem 15. Jahrhundert, wurde sie wieder zurückgeschickt, leider gesprungen. 1922 wurde sie bei „Schieb„ in Hermannstadt umgegossen und alsdann wieder zu ihrer Bestimmung auf den Turm gezogen.

1918 wurden die 28 Orgelpfeifen der äußern Reihe ebenfalls für Kriegszwecke abgenommen und wurden 1926 von Orgelbauer Wegestein aus Temeschburg durch neue Pfeifen ersetzt.

1923 spendete Petrus Schneider, Werkführer in Hermannstadt, ein gebürtiger Kleinprobstdorfer, ein neues Schulglöckchen, wodurch das alte, liebe Glockengeläute wieder hergestellt war.

Am Neujahrestage 1928 wurde die für die im Weltkrieg 1914-1918 Gefallenen in der Kirche angebrachte Gedenktafel eingeweiht.

1931 wird mit dem Aufbau des sächsischen Gesellschaftshauses (Saal) begonnen und der Rohbau angeführt. 1938 war der Bau ausgefertigt.

Die Seelenzahl beträgt am 1 Januar 1960-469 Seelen, ist also im Laufe von 10 Jahren um 112 Seelen gestiegen.

Von den ältesten Familiennamen aus 1672-1722 leben heute nur noch:
-Fronius alias Lang Hannes
-Klein alias Henes
-Kraus alias Henes
-Roth alias Schoger
-Schörwerth : heute unter dem Spitznamen:
· Matti, nach einem gewissen Mathias Schörwerth
· Tumes, nach einem gewissen Thomas Schörwerth
· Dans, nach einem gewissen Daniel Schörwerth
· Auch lebt noch eine Linie Schörwerth als Klein Hans
· Die Linie Schörwerth alias Schneider ist ausgestorben.
-Schneider alias Untch und Klein Honnes
-Ziegler-alias Tinkes

Alle übrigen sind ausgestorben. Einzelne Namen: Auner, Schoger, Schuster, Stamp- so sind diese Zugewanderte.

Die Gesamtzahl beträgt am 1 Januar 1960:
Deutsche : 463 Seelen
Rumänen : 215 Seelen
Ungarn : 10 Seelen

Urkunden über Kleinprobstdorf
Aufgrund deren die Ortsgeschichte geschrieben.

Die römischen Ziffern, bedeuten den Band, die arabischen das Jahr und die Seiten.

1.Quellen zur Geschichte Siebenbürgens aus sächsischen Archiven I , 1880-221, 378
2.Urkundenbuch I-1982-1; II 166, IV 217, 225.
3.G. D. Teutsch: Geschichte der Siebenbürger Sachsen II 237; III 17, 20, 25. XI-325, XIII-247, XXI-292, XXVII-39, 66, 78, 111, XXX-433, XXXVII-104, 258.
4.Georg Daniel und Friedrich Teutsch; Geschichte der Siebenbürger Sachsen: I-76, 117, II-195.
5.Geschichte der evangelischen Kirche in Siabenbürger von Friedrich Teutsch I-8, 45, 91, 456.
6.Haltrich Wolf: Zur Volkskunde der siebenbürger Sachsen: 426.
7.„ Korrespondenzblatt„ des Vereins für siebenbürgerische Landeskunde XXXII –123.
8.Verhandlungen und Mitteilungen des siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaft XVIII-21, 47, 64. 

1651-Archiv III- 17
Bei der Kirchenvisitation wird festgestellt, dass der Pfarrhof fast in Trümmern liegen würde. Seine Instandsetzung wird befohlen. Es wird festgestellt, dass der Pfarrer seit 15 Jahren nicht gepredigt hatte. Er habe seinen Prediger dafür gedungen, redet er sich aus. Die Gemeinde hätte diese Nachlässigkeit des Pfarrers verschwiegen und wird daher mit 5 Kronen und 20 fl. bestraft. Außerdem wird der Pfarrer mit 10 fl. bestraft, weil er bei seiner Krankheit zur Zauberei Zuflucht genommen hatte. ( Archiv III-20 ). 

1651 Archiv III-25
Bei der Kirchenvisitation wird festgestellt, dass die „Hans Matthesin„ aus Kleinprobstdorf ein Sprüchlein gegen die Gelbsucht weiß.
1712 Archiv XXXII- 104
lassen sich in Kleinprobstdorf 17 sächsische Familien, 2 rumänische Familien und 2 Witwen feststellen.
1496 Quellen I 1880-221
Der deutsche Name „Kleinprobstdorf„ ist das erste Mal nachweisbar.
1191 Urkundenbuch I 1892-1
Die Gründung der Hermannstädter Probstei wurde am 20.12,1191 durch den Papst Coelestin III bestätigt.
1359-1859 Urkundenbuch II-166
Zuerst erwähnt als Schenkung an die Hermannstädter Probstei Kleinprobstdorf, Großprobstdorf, Reussen und 1 Salzgrube in Salzburg.
1424 Urkundenbuch IV-217
wurde die Probstei von König Sigismund aufgelöst.
1426 Urkundenbuch IV- 225
wurde die Aufhebung der Probstei durch den Papst bestätigt.
1456 Archiv XXX-433
musste die Gemeinde einen Hattertstreit mit Fägendorf(Micasasa) bestehen.
1503 Quellen I 1880-378
werden Rumänen erwähnt, die im sogenannten „Kesselgrund„ auf Kleinprobstdorfer Hattert wohnhaft sind.
1659 G.D.Teutsch-237.
Gegen Ende Dezember lagerten die Türken bei Großprobstdorf, später bei Blaj. 1716 Archiv XXVII 110-111
legt der Richter und die Geschworenen von Goßprobstdorf dem Bürgermeister von Hermannstadt die Prozessakten vor in einem Rechtsstreit wegen Ehrenbeleidigung zwischen Thomas Scherwert aus Kleinprobstdorf und Georg Schuster. Georg Schuster hatte den Thomas Scherwert der Zauberei beschuldigt. Die Gemeinde Kleinprobstdorf schrieb an den Hermannstädter Bürgermeister, dass sie alle die Frau des Scherwert in der Gemeinde nicht dulden wollen, bis sie sich nicht als ehrlich vor dem Magistrat rechtfertigt habe. Auch die Großprobstdorfer klagen, dass Scherwert sie verflucht hätte, aber auch die Seelsorger seiner Gemeinde. Ob in diesem Prozess ein Uteil gefällt wurde, ist unbekannt.
1720 Archiv XXVII-39
wurden die Prozesse der Bewohner von Reussen, Seiden, Bulkesch, Großprobstdorf und Kleinprobstdorf auf dem Wege der Berufung vom Hermannstädter Bürgermeister gerichtet.
1721 Archiv XXXII 258
wird von einer Steuerkommission festgestellt, dass Kleinprobstdorf ein sächsisches Dorf ist, das zu den 7 Stühlen gehört. Die Häuser sind aus Holz. Die Bewohner müssen keine Robotten leisten. Seit altersher wohnen Rumänen in diesem Ort, die auch zum Königsboden gehören und deren Häuser aus Ruten sind. Es lassen sich 19 Häuser zählen.
1724 Archiv XXVII-66
Zwei berüchtigte Räuber werden im Walde von Kleinprobstdorf erschossen und ihre Leichen werden nachher auf den Galgen aufgehängt. 
1730 Archiv XI-325
Zehntrecht: Nach Aufhebung der Hermannstädter Probstei bezog der Stadtpfarrer von Hermannstdt die früher dem Probst zugehörigen Zehnteile der Probsteiguter Reussen, Großprobstdorf und Kleinprobstdorf und außerdem 125 Gulden bar aus den Einkünften der Probsteigüter. 
1730 Korrespondenzblatt XXVII-123
wird erwähnt, dass der Sachsengraf aus Zehteile von Kleinprobstdorf 100 ungarische Gulden bezieht.
1736 Archiv XXVII-78
Ein Dieb aus Kleinprobstdorf wird für 3 Jahre ins Hermannstädter Zuchthaus zur Zwangsarbeit gebracht.
Archiv XXI-229
Wird erwähnt, dass die Rosette an der Kirche in Kleinprobstdorf schönen, gotischen Stil zeigt.
Archiv XIII-247
Unter den archeologischen Funden ist angegeben, dass in Kleinprobstdorf Reste von „rhnoc.tihork„ und cerv.Caprolus gefunden worden sind und eine Axt, die sich im Brukenthalmuseum befindet.
Urkunde 1721 (Archiv XXXII 258
Stellt fest, dass die Häuser der Sachsen aus Holz gebaut sind. Die ältesten, aus Ziegel gebauten Häuser, die heute noch stehen und Spitzgiebel tragen, sind folgende:
1798 Haus Nr.35 aufgebaut durch Michael Dohler, renoviert 1925 durch Petrus Grigori,; Verlust des Spitzgiebels.
1813 Haus Nr.18(35) mit der Inschrift: Gott segne dieses und wend all Unglück draus; Daniel Schneider
1817 Haus Nr.31 (46) Inschrift: Martin Wagner – Georgus Seiler Zimmermann
1822 Haus Nr.23 (53)- Stefan Schneider
1827 Haus Nr.18 (57) ohne Inschrift
Auf Hof Nr.41 (36) steht ein aus der alten Zeit stammendes Haus mit Spitzgiebel. Das letzte Holzhaus Nr. 87 (80) wurde 1957 durch Neubau abgelöst.


Kleinprobstdorf

Kleinprobstdorf-meine kleine Welt.
Grüß Gott, wem`s hier gefällt.
Kleinprobstdorf, süße Heimat mein,
dir leb und sterb ich, dir allein.

(An meinem 72. Geburtstag 31. Januar 1966;-Johann Schnell)

Kleinprobstdorf liegt am rechten Ufer der Großen Kokel, 10 km flussabwärts von Mediasch. Geschichtlich sei erwähnt, dass Kleinprobstdorf zur Hermannstädter Propstei gehörte und nach deren Auflösung seine Bewohner freie Bauern waren. Verwaltungsmäßig blieb es bis nach dem II. Weltkrieg eigenständig, wurde dann nach Kleinkopisch eingemeindet. 

Innerhalb der regen Brauchtumspflege nahm das Kronenfest, in der Ortschaft als ,,Piter-Palsdaj“ bekannt, einen festen Platz ein. Kein Dorfbewohner hätte den Piter-Palsdaj jemals mit dem 29. Juni in Verbindung gebracht; jeder ordnete diesen Begriff dem Kronenfest zu. Auch feierte man diesen Tag als bewegliches Fest einen Sonntag vor oder einen nach dem 29. Juni. 
Zunächst begannen die Vorbereitungen, welche hauptsächlich die Mädchen betrafen. 

Vor dem II. Weltkrieg, als es noch die Organisationen Schwester- und Bruderschaft gab, die unter der Obhut der Kirche standen, wurde mit Einverständnis der kirchlichen Behörde der Termin festgelegt. Die zwei jüngsten Knechte und Mägde luden jeweils die Burschen und Mädchen zu einer Besprechung ein. Diese Art der Einladung erfolgte auch noch in den Jahren nach der Auflösung der Schwester- und Bruderschaft. Die Mädchen legten einen genauen Organisationsplan fest, der folgende Aufgaben vorsah:

Das Bestellen und Bewirten der Musikgruppe, das Sammeln von Feld- und Gartenblumen und das Besorgen des Geschenkes für den Kronebesteiger, der in der Regel der Altknecht war. Ebenso mussten Eichen- und Christdornlaub beschafft werden. Bei dieser Tätigkeit halfen auch die Burschen mit. 
Am Samstag vor dem Fest gingen die Jugendlichen geschlossen hinaus auf die Wiesen und in die Wälder und kamen am Nachmittag singend mit der bunten Farbenpracht der Natur ins Dorf zurück. Ebenfalls am Samstag luden die Alt- und Jungaltmagd die Ehrengäste ein und durch das Nachbarzeichen, das von Tür zu Tür ,,getragen“ wurde, bat man die Dorfbewohner, am Fest teilzunehmen. Am Sonntagmorgen banden die Mädchen die Krone, wobei oft auch geschickte Frauenhände mithalfen. Einige Mädchen schmückten zur gleichen Zeit den Tanzsaal mit Girlanden aus Feldblumen. Während des Gottesdienstes stellten die Burschen die Krone auf. Wenn die Kirchgänger nach Hause gingen, konnten sie das Kunstwerk bewundern. Die Krone stand ursprünglich außerhalb des Tanzplatzes, der von Bänken und Schatten spendenden Bäumen eingezäunt war.

Mit dem Verschwinden dieser Idylle verlegte man ihren Standort vor den Pfarrhof oder auch vor die alte Schule, den späteren Kindergarten. Gewöhnlich Sonntag, 14.00 Uhr, begann das Fest. Vor dem Gemeindesaal stellte sich der Festzug auf. An der Spitze desselben marschierten der Ortspfarrer, der rumänische Pfarrer (in der Zeit, in der die Rumänen noch eine Pfarrstelle hatten), der ,,Hann“ (Bürgermeister) und das Kirchenamt, bestehend aus dem Kurator und den beiden Kirchenvätern. Es folgten der Altknecht, der Jungaltknecht und Wortknecht, danach paarweise die Jugendlichen. Die Burschen trugen eine schwarze Hose, Stiefel und ein gesticktes Hemd, die Mädchen waren mit der jungsächsischen Tracht gekleidet. Dreimal marschierte der Zug um die Krone, dann bildeten die Jugendlichen einen großen Kreis. Unter den Klängen der Musik erkletterte der Altknecht den Stamm und stieg in die Krone ein. Üblich war es, dass der Jungalt- und der Wortknecht nachkletterten, um mit ihren Händen den Füßen des Altknechts Stütze zu bieten. Gelang das Kunststück und der Kletterer stand in der Krone, ertönte einstimmig aus aller Munde das Lied ,,Deiner Sprache, deiner Sitte“. Danach hielt der Altknecht seine Rede und hieß die Anwesenden herzlich willkommen.

Es muss erwähnt werden, dass an diesem Festakt sehr viele Rumänen teilnahmen und sogar Ungarn aus Kleinkopisch den Weg zu uns nicht scheuten. Auch aus den Nachbardörfern kamen viele Jugendliche herbeigeströmt, um gemeinsam mit den Kleinprobstdorfern zu feiern. Der Pfarrer dankte dem Redner mit eindringlichen Worten, die in der Mahnung des Zusammenhalts in der Gemeinschaft gipfelten. In der Krone befestigt befanden sich Johannisbeerzweige und eine mit sächsischen Motiven bemalte Holzflasche. Letztere war mit Wein gefüllt, von dem der Altknecht einen Schluck auf das Wohl aller Anwesenden trank. Dann warf er die Flasche dem Jungaltknecht zu, woraufhin diese eine Runde von Knecht zu Knecht machte und jeder Einzelne etwas von dem kraftspendenden Nass als Symbol der Gemeinschaft zu sich nahm. Die Mädchen fingen die Zweige, das Sinnbild der Fruchtbarkeit, auf und reichten dieselben weiter, wobei jedes Mädchen Früchte pflückte und davon aß.

Der Altknecht fand auch ein Geschenk in der Krone, nämlich ein Taschentuch, in das Geld eingeknüpft war. Nachdem dann noch die beiden Lieder ,,Af deser Ierd“ und ,,Mer wällen bleiwen, wat mer senj“ erklangen, setzte die Musik ein und der Tanz begann. Weil am Piter-Palsdaj der Ball hauptsächlich von den Mädchen organisiert wurde, forderten diese die Burschen und auch die Ehrengäste zum Tanz auf. Solange es den Tanzplatz gab, fand die Unterhaltung noch einige Stunden dort statt. Als derselbe nicht mehr vorhanden war, stellten sich die Jugendlichen nach Beendigung des eigentlichen Festaktes wieder in Reih und Glied auf und marschierten in den Saal zurück. Von vorhin erwähntem Tanzrecht machten die Mädchen bis zum Nachtglockenläuten Gebrauch. Zu diesem Zeitpunkt gruben die Jungen den Stamm mit der geschmückten Krone wieder aus und rollten ihn durchs Dorf. Am Abend ging die Unterhaltung weiter. Jetzt hatte das männliche Geschlecht das Vorrecht, die Mädchen zum Tanz einzuladen. Im Gemeindesaal saßen in mehreren Bankreihen die Zuschauer. Um 20.00 Uhr führten die Jugendlichen unter Leitung der Lehrerin einen Aufmarsch und einen in Kleinprobstdorf als Reigen bekannten Figurenländler auf. Zu diesem Anlass erschienen die Mädchen in ihrer althergebrachten Tracht: Einem weißen gereihten Hemd, einem weißen Rock, einem schwarzen Samtleibchen und einer weißen mit schwarzem Garn bestickten Schürze. Um den Kopf gewunden trugen sie ein ,,Partierband“. Mit froher Laune verlief die Tanzunterhaltung weiter. In den Pausen ertönten alte Volksweisen und die Jugendlichen erfreuten die Zuschauer mit abwechslungsreichen Singspielen. Um 23.00 Uhr kündigte der Altknecht zwei Tänze für ,,die Alten“ an. Viele Großeltern schwangen dann das Tanzbein mit dem Enkel oder der Enkelin.

Die Alten wussten aber auch, dass diese indirekte Aufforderung auch einer Mahnung zum Nachhausegehen gleichkam. Auch mussten sie für die Jungen und die ortsfremden Jugendlichen einen Imbiss vorbereiten. Zumal die Kleinprobstdorfer für ihre Gastfreundschaft bekannt sind, dürfte jeder ,,Fremde“ seine Gaumenfreuden gestillt haben. Nach dieser Stärkung fanden sich die Jugendlichen erneut im Tanz-lokal ein, wo die Unterhaltung bis in die frühen Morgenstunden andauerte.

Möge es der älteren Generation gelingen, den Nachkommen vom Piter-Palsdaj zu berichten. Selbst wenn das mit den Worten ,“Es war einmal“ beginnt, sollte ihnen bewusst werden, dass dieser Tag kein Märchen, sondern eine traumhaft festliche Wirklichkeit war, von deren Erinnerung heute noch ein ganz besonderer warmer 
Zauber ausgeht. 

Gertrud Grigori, Lehrerin i. R. 

Das Leben und die Arbeit des sächsischen Bauern waren eng mit der Natur verbunden. Zum Feste feiern eigneten sich die Wintermonate besonders gut. Den Abschluss davon bildete der Fasching, den man mit Frohsinn beging. Schon im Herbst versammelten sich alle Männer der Nachbarschaften, um den Termin für den Faschingsball festzulegen. Die Altnachbarväter erhielten dabei den Auftrag, eine gute Tanzmusik zu besorgen. Vor dem II. Weltkrieg spielten die begehrten ,,Pretaier Zigeuner“ zum Tanz auf. Diese mussten schon Monate vorher ,,bestellt“ werden. 

Kleinprobstdorf bestand aus drei Nachbarschaften: Der ersten Nachbarschaft (,,de Mättelgass“), deren Mitglied auch der Pfarrer war, der zweiten Nachbarschaft (,,de Iewergass“), zu der der Rektor gehörte und aus der dritten Nachbarschaft (,,de Nedergass“), zu der die Lehrerin zählte. 
Die Nachbarschaften mussten die Vorschriften ihrer Statuten befolgen. Das galt gleichermaßen für Pfarrer und Lehrer. 

Der Fasching begann mit dem ernsten und besinnlichen Teil, dem sogenannten Richttag. Die Männer versammelten sich an einem Sonntagmorgen beim Altnachbarvater, wohin der junge Nachbarvater ,,gebeten“ hatte. Der Altnachbarvater berichtete über die nachbarschaftlich geleisteten Arbeiten wie z.B. über Renovierungsarbeiten an kirchlichen Einrichtungen, Friedhofsumzäunungen, Hilfe bei Beerdigungen, gelegentliche Sammlungen. Der Nachbarvater erstattete auch den Rechenschaftsbericht und sammelte die Mitgliedsbeiträge für das laufende Jahr ein. Erfüllte jemand unentschuldigt seine Pflicht nicht, wurde der Betreffende mit einer Geldstrafe belegt. Dem Altnachbarvater wurde für seine Arbeit gedankt. Danach stellten sich alle in Reih und Glied auf und gingen zum Hof des zukünftigen Nachbarvaters, der in dieses Amt jeweils nach dem Alter aufrückte. Den Zug dorthin führten der Alt- und Jungnachbarvater an, wobei sie die Nachbarschaftslade mitführten, um sie dem Nachfolger zu übergeben. Darin befanden sich Statuten, Rechenschaftsberichte, Protokolle, das Geld und Nachbarschaftszeichen. Vor dem Haus des neuen Altnachbarvaters sang man folgende Lieder. ,,Mer wällen bleiwen, wat mer sen“, ,,Deiner Sprache, deiner Sitte“ und ,,Sachs halte Wacht!“. Dann bat der neue Amtsinhaber ins Haus. Dort gab es Speck und Brot zu essen und Wein dazu. In gesetzter Rede bat der Vater oder Schwiegervater jungvermählter Nachbarn um deren Aufnahme in die Nachbarschaft, wobei er versprach, dass das neue Mitglied seinen Pflichten nachkommen würde. Als ,,Eingruß“ (Einstand) erhielten die Nachbarn Brot und Wein. In fröhlicher Runde saß man beisammen. Öfters besuchten dann einige Frauen die Männerrunde. In Versform gaben sie die kleinen Sünden des starken Geschlechts preis. 

Die Frauen trafen sich in der Woche vor dem Richttag bei der Altnachbarmutter. Auch hier wurden die jungvermählten Frauen ,,eingerichtet“ und zu diesem Anlass spendeten sie Kuchen und Wein. Bei Gesang, Spaß und ,,Tratsch“ kam keine Langeweile auf. Junge Frauen machten sich auf den Weg, um ,,einsame Männer“ zu besuchen, von denen sie sich Geld für eine Unterhaltung erbettelten. 

Am darauffolgenden Sonntag fanden sich beim Altnachbarvater Frauen und Männer zur Tokane mit Sauerkraut und Hausbrot ein. Dazu trank man den Nachbarschaftswein, welcher im Herbst ins Fass der Nachbarschaft gefüllt worden war. Verkleidete Jugendliche besuchten öfters diese Zusammenkünfte und trugen mit humoristischen Einlagen zur guten Stimmung bei. 

An dem bereits im Herbst festgesetzten Termin fand dann im Gemeindesaal der Faschingsball mit der Teilnahme aller dreier Nachbarschaften statt. Dieser Abend wurde mit Gesang und Tanz gefeiert. Die Frauen führten in weißer Tanztracht einen Reigen (Figurenländler) auf. Einleitend dazu sprach die Lehrerin ein paar Worte. 

Um 22.00 Uhr gab es zwei Tänze für die Jugend. Diese waren eine Mahnung dafür, dass sie die Alten ab jetzt alleine lassen sollten. 

Um Mitternacht aß jeder sein ,,Mitgebringsel“ und trank Nachbarschaftswein. 

Bis zur Enteignung des Bodens, infolge derer unsere Bauern Industriearbeiter wurden, setzte man die Tanzunterhaltung montags fort. Wer dann zur festgesetzten Stunde nicht anwesend war, wurde mit der Schubkarre abgeholt und mit einem Maisstrohbündel im Arm in den Saal geführt. Ich habe erlebt, dass sogar der Dorfpfarrer dieses Prozedere über sich ergehen lassen musste. 

Am Abend des zweiten Tages war der Faschingsball beendet. 

Der Bauer begann die Geräte für die Frühjahrsarbeiten vorzubereiten und in der Stube hörte man die Geräusche des emsig klappernden Webstuhls. 
Noch lange Zeit blieb der Fasching Gesprächsstoff der Dorfbewohner. 


Gertrud Grigori, Lehrerin i. R

adventWenn die Abende länger wurden, hatte der Bauer Zeit, gemütliche Stunden mit der Familie zu verbringen. Die Mütter übermittelten den Töchtern die Handarbeitsfertigkeiten und die Väter brachten den Söhnen die Kniffe des Bastelns bei. Die Großeltern öffneten für ihre Enkel die Schatztruhe der Märchen und Sagen.

Von besonderer Behaglichkeit waren die Abende im Advent geprägt. Ruhe kehrte in die Häuser ein und die Menschen stimmten sich auf die herannahende Heilige Nacht ein. Besonders die Herzen der Kleinen waren von der Freude des Wartens auf das Kind in der Krippe erfüllt. In der Schule wurde von den Lehrern ein Programm bestehend aus Liedern und Gedichten für den Christabend vorbereitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging diese Aufgabe an das Pfarrersehepaar über infolge der Verstaatlichung der Schulen.

In unvergesslicher Erinnerung sind vielen Kleinprobstdorfern die von Frau Pfarrer Cornelia Guttner gestalteten andachtsvollen Stunden anlässlich des Weihnachtsabends geblieben. Jeden Montag, 7.45 Uhr, gingen die Schulkinder in der Adventszeit ins Gotteshaus zu einer Morgenandacht, welche der Pfarrer abhielt, wobei er von der Ankunft des Herrn erzählte. Auf dem Pfarrhof begannen die Besprechungen für die Kinderbescherung. Die Verantwortung dafür übernahm die Pfarrfrau gemeinsam mit den Presbyterinnen und den Nachbarmüttern.

Letztere sammelten in ihrer Nachbarschaft Geld für die Geschenke und Zutaten fürs Honiggebäck ein. Bei den „Kuchenfrauen“ in Mediasch bestellte man die Kuchenherzen, vom Markt kaufte man die Äpfel und in den Geschäften wurden Schreibutensilien, Taschentücher und Süßigkeiten besorgt. Am 24. Dezember, um17.00 Uhr versammelten sich die Kinder in der Schule und beim 18.00 Uhr-Läuten ging es in Reih und Glied bis vor die Kirche. An die Spitze der Kinderscharr stellte sich der Pfarrer, gefolgt von den Lehrern und den Frauen, die die „Päckchen“ mit den Gaben in Wäschekörben trugen. In der Zwischenzeit waren die Kerzen am Christbaum von den Kirchenvätern angezündet worden und in der Kirche hatten sehr viele Menschen bis in die letzte Ecke dicht aneinander gedrängt Platz genommen.

Die zahlreich erschienenen Besucher trugen dieses Mal keine Kirchentracht und durften gegen die Regeln der traditionellen Sitzordnung verstoßen. Die vorderen Bänke waren den Müttern mit den Kleinkindern und Säuglingen vorbehalten. Bei der Eröffnung des Festgottesdienstes erhoben sich alle Gemeindeglieder von ihren Plätzen und stimmten in den Choral „Lobt Gott, ihr Christen freuet euch“ ein, während die Kinder die Kirche betraten und sich zu beiden Seiten des Christbaumes aufstellten, wo sie dann die im Vorfeld einstudierten Lieder und Gedichte mit vor Aufregung pochenden Herzen zu Gehör brachten.

Unter den Funken sprühenden Wunderkerzen weiteten sich die Kinderaugen und glänzten zunehmend, als der Pfarrer sich in ihre Mitte begab und ihnen das Geheimnis vom Kind in der Krippe kundtat. Zum feierlichen Rahmen des Gottesdienstes trug der Kirchenchor mit dem Vortrag mehrerer Weihnachtslieder bei und wenn die „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklang, kehrten in jedes junge und alte, in jedes betrübte und rastlose Herz der Frieden und die Zuversicht ein, die der Stern von Bethlehem verkündet. Die Andacht wurde mit der Bescherung der Kinder beendet, die, nachdem sie um den Altar gegangen waren, die für sie vorgesehenen Geschenke ausgeteilt bekamen. Beim Verlassen der Kirche verkündeten die Adjuvanten vom Kirchturm herab das „Puer natus“, das in Kleinprobstdorf vom ersten Weihnachtstag beginnend bis einschließlich Epiphanias in deutscher Fassung vor dem Eingangslied von den Kirchengängern gesungen wurde.

Am ersten Weihnachtstag läuteten 6.00 Uhr früh die Glocken und bis zum Zweiten Weltkrieg spielten die Adjuvanten Weihnachtschoräle vom Turm aus. In den Bauernhäusern war es Sitte in den „Vorderstuben“ das Licht einzuschalten und ein Fenster zu öffnen, als Zeichen dafür, daß man die Weihnachtsbotschaft einließ. Am frühen Vormittag gingen dann die Kinder zu den Paten und Anverwandten „wünschen“, von denen sie Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten und etwas Geld erhielten. Zum Gottesdienst stellte sich die Gemeinde in Kirchentracht ein und man begrüßte einander auf dem Weg dahin mit den Worten „Gläcklich Chrästfertach uch de Gesängd“. Der zweite Weihnachtstag war von Geselligkeit bestimmt. Die alljährlichen Theateraufführungen gefolgt von Tanzunterhaltungen führten Alt und Jung in froher Runde zusammen. Wenn am 06. Januar der Christbaum geplündert wurde, nahmen die Schulkinder den „essbaren Weihnachtsschmuck“ als letzten Hauch von Feierlichkeit und Erinnerung mit bis zu dem Zeitpunkt, zu dem sie aufs Neue auf das „Alle-Jahre-wieder-Mysterium“ warten durften. 

Gertrud Grigori, Lehrerin i.R

Helmut Schörwerth
Aus den Aufzeichnungen meiner Mutter Elisabeth Schörwerth geb. Binder(1913-2002), gewesene Lehrerin

Wie es einmal war…

Sitte und Brauchtum

Die Volksgemeinschaft der Siebenbürger Sachsen wie sie bis gegen Ende des verlorenen Zweiten Weltkrieges bestand, war in Europa wohl etwas Einmaliges. Im Laufe der Jahrhunderte, durch viel Not und Bedrängnis hindurchgegangen und geprägt, war sie zu einer schließlich unter dem Schutz der evangelischen Landeskirche stehenden, festgefügten, traditionsgebundenen Gemeinschaft zusammengewachsen.
In diese Gemeinschaft hineingeboren, darin beschützt aufgewachsen, lebte der einzelne Volksgenosse in und für die Gemeinschaft. Sitte und Brauchtum prägte in hohem Maß das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft. Manches ist im Laufe langer Zeit verloren gegangen. Vieles hatte sich bis in unsere Tage erhalten.


Werdendes Leben, Geburt und Taufe

Schon dem werdenden Leben wurde große Fürsorge entgegengebracht. Betrat z.B. eine werdende Mutter zur Essenszeit ein Haus, so wurde sie gebeten, von den vorhandenen Speisen zu genießen. Trug man Obst und begegnete dabei unterwegs einer schwangeren Frau, bot man ihr davon an. Auch wurde es ihr nicht übel genommen sich einen Wunsch auf ihr verlockend erscheinende Früchte zu erfüllen. In den meisten Fällen, abgesehen von Nottaufen, wurde das Kind vier Wochen nach der Geburt getauft. Am Vorabend ging der Vater des Kindes in Kirchentracht zum Pfarrer, um die Taufe anzuzeigen. Dabei benannte er auch die beiden ältesten Taufpaten mit ihren Frauen, die“ Goden“ (Patin) genannt wurden. Danach ging er die Gevattersleute bitten, meistens 6 an der Zahl. Die Taufe fand in der Regel im Anschluß an den sonntäglichen Gottesdienst statt. Nach der Taufe wurde der Täufling von der jüngsten Patin in das Haus getragen.
Mit folgendem Spruch wurde das Kind der Mutter übergeben:“ Hier tue ich es auf diesen Tisch, es soll wachsen wie ein Fisch. Hier tue ich es auf den Herd, es soll seinen Eltern sein lieb und wert! Wer es nun am liebsten hat, soll kommen und es sich nehmen, sonst trag ich es heim.“ 
Selbstverständlich griff die Mutter zuerst zu. Anschließend wurde das Taufmahl gehalten, zu dem jeder Pate 1 Liter Wein mitbrachte, die Patin 1 Teller Gebäck.
Nach der Entbindung wurde die Wächnerin täglich, wochenlang durch Anverwandte, Freundinnen und Nachbarinnen reihum mit kräftigen Speisen versorgt.


Kindergarten, Schule und Konfirmation

In den zwanziger Jahren wurde ein Kindergarten eingerichtet, wo die noch nicht schulpflichtigen Kinder von einer geprüften Kindergärtnerin betreut wurden. Im Alter von 6-7 Jahren wurden die Kinder eingeschult. In Kleinprobstdorf bestand eine evangelische, deutsche Konfessionsschule mit zwei großen Klassenräumen, Gemeindesaal, Musikzimmer und Lehrerwohnungen. Zwei Lehrkräfte wirkten an der Schule, meistens der Rektorlehrer und eine Lehrerin. Die Kinder vom 1.-4. Schuljahr wurden von der Lehrerin, die vom 5.-9. Schuljahr vom Rektorlehrer unterrichtet. Letzterer war in der Regel auch Leiter der Blasmusikkapelle „Adjuwanten“ genannt.
In der Volksschule wurden außer im Deutschunterricht auch zahlreiche Unterrichtsstunden in der jeweiligen Staatssprache erteilt; früher in ungarisch, nach 1919 in rumänisch. Nach Beendigung der Volksschule wurden die Jungen mit 15, die Mädchen mit 14 Jahren konfirmiert.
Nach der Konfirmation traten die Burschen in die Bruderschaft, die Mädchen in die Schwesternschaft ein. Es waren dies die unter Obhut der Kirche stehenden Jugendvereinigungen. An ihrer Spitze standen in der Bruderschaft der „Altknecht“, in der Schwesternschaft die „Altmagd“ und deren Stellvertreter. Die Oberaufsicht führten die vom Presbyterium bestellten zwei „Knechtenvater“.
Durch die Konfirmation wurden die Knechte und die Maiden in die Gemeinschaft der erwachsenen evangelischen Kirchengemeindemitglieder aufgenommen. Die Konfirmation galt als Erneuerung des Taufgelübdes. Bei der Konfirmation nahmen die Konfirmanden zum 1. Mal am heiligen Abendmahl teil. Der Konfirmation ging der Konfirmandenunterricht voraus. Er dauerte in der Regel 6-8 Wochen und wurde vom Pfarrer erteilt. Regelmäßig am Palmsonntag fand die Konfirmation statt. Am Tage vorher war die Prüfung. Zu dem Zweck nahmen die Konfirmanden im Chor der Kirche Platz; auf der einen Seit die Mädchen, auf der anderen Seite die Burschen. Der Pfarrer kannte seine Pappenheimer und stellte seine Fragen dementsprechend so, daß auch weniger gut beschlagene Prüflinge sich nicht blamierten.
Bei der Konfirmation trugen die Mädchen zum 1. Mal die Kirchenfesttracht der Maiden. Zu dieser gehörte als Kopfschmuck der schwarzsamtene zylinderförmige „Borten“. Von diesem hingen über den Rücken fallende buntbestickte Bänder. Über dem blütenweißen Hemd mit faltig bauschigen Ärmeln wurde ein schwarzes Samtleibchen getragen. Es war verziert mit in ruhigen Farben gehaltenen Schnüren. Dazu wurde ein schwarzer Rock „Kittel“ getragen; darüber eine weiße, schwarzbestickte Schürze. Dazu gehörten schwarze Strümpfe und schwarze, hohe Rindboxschnürschuhe. Im Winter kam der Kirchenpelz dazu. Beim Kirchgang kam selbstverständlich ein Gesangbuch und ein Blumensträußchen hinzu. Die Kirchentracht der Burschen war sehr viel einfacher und bestand aus einem breitkrempigen, schwarzen Filzhut als Kopfschmuck, bei jungen Burschen mit einem bunten Atlasband und vorne ein kleines Kunstblumensträußchen daran. Das weiße Hemd hatte etwas bauschige Ärmel. Darüber wurde ein breiter Ledergürtel, mit Ornamentlederstichen verziert, getragen. Dieser Gürtel ging auf den alten Schwertgurt zurück. Dazu kam eine schwarze Stoffweste. Während man im Sommer ohne Joppe ging, kam im Winter eine schwarze Lodenjoppe hinzu. Zum Kirchgang gehörte der Kirchenpelz, ein weißer Schaffellmantel, der mit farbiger Seide, gestickten Ornamenten und Blumenmustern verziert war. Man trug eine schwarze Stiefelhose mit schwarzen Schafstiefeln. Im Winter trat anstelle des Hutes als Kopfbedeckung die schwarze Lammfellmütze.
Es war üblich, daß die Konfirmanden vor der Konfirmation, bei der sie zum ersten Mal am Heiligen Abendmahl teilnahmen, Verwandte, Freunde und Nachbarn, sowie Lehrer und Lehrerin um Verzeihung baten(für Kränkungen u.s.w.).


Schulfest

Den Höhepunkt nach den überstandenen Prüfungen am Ende des Schuljahres bildete das Schulfest, das im Sommer gefeiert wurde. Das Schulfest bedurfte gründlicher Vorbereitungen, denn es war ein Volksfest für die ganze Dorfgemeinde. Wochenlang vorher übten die Lehrkräfte mit den Schülern Freiturnübungen, Lieder und Gedichte ein, die dann im Laufe der Festfolge vorgeführt wurden. Auch Reigen, Freilichtspiele, Volkstänze, Sackhüpfen, Topfschlagen u. dergleichen mehr gehörten dazu. Einige der besten Schülern durften Gedichte vortragen und erhielten als Anerkennung eine Buchprämie. Das Schulfest fand bei guten Wetter stets draußen im Walde, unter dem Laubdach hoher, alter Eichen statt. In den Tagen vorher war der Platz entsprechend hergerichtet worden. Lange Tafeln und Bänke, wo die Festteilnehmer Platz nehmen konnten, wurden aufgestellt. Von hier hatte man einen guten Ausblick auf die Tanzplätze für die erwachsene Jugend u. die Schulkinder. Zum Tanz spielten die Adjuwanten auf. Walzer, Ländler, Polka, Csardas u. Volkstänze folgten in bunter Reihe.
War dann der, besonders von den Kindern langersehnte Tag mit gutem Wetter herangekommen, wurde um die Mittagszeit am Schulhaus der Festzug zusammengestellt. Alle Teilnehmer trugen Volkstracht. Voran schritt die Blasmusikkapelle. Ihr folgten die Bruder -und Schwesternschaft; voran die Fahnenträger mit der Staatsfahne und der Volksfahne. Vor 1919 war es die ungarische Fahne in den Farben rot-weiß-grün, später die rumänische Fahne blau-gelb-rot und unsere Volksfahne in den Farben blau-rot.
Unter Führung der Lehrerschaft schloß sich die Schuljugend an. Je zwei Mädchen trugen einen aus Eichenlaub, Feld- und Gartenblumen gewundenen Kranz. Die Jungen hatten Fähnchen, zum Teil aus Stoff, meistens jedoch aus farbigem Glanzpapier gefertigt, in der Hand. Die älteren Dorfbewohner säumten die Dorfstraße, durch die der Festzug sich bewegte und freuten sich des schönen Bildes, das der Zug bot. Anschließend zogen auch sie hinaus. Speisen und Getränke wurden reichlich mitgeführt. Im Ablauf der Festfolge wurde beim Festessen von den Honoratioren manche Rede gehalten. Zur Abwechselung spielte die Blasmusik flotte Weisen. Es war ein fröhliches, farbenfrohes Fest, das bis in die Abendstunden andauerte.
Für die erwachsene Jugend war der „Geschworene Montag“ ein Tanzvergnügen besonderer Art. Die Maiden besorgten für diese Feier die Musiker. Bei der Altmaid wurde reichlich Kuchen „Stritzel“ gebacken. Die Maiden stifteten auch den Wein. Außerdem hatten sie das Recht der Wahl zum Tanze.
Auch der Peter-Pauls-Tag wurde gefeiert. Am Vortag banden die Maiden aus Feld -und Gartenblumen Kränze, mit denen ein Rad umwunden wurde. Dieses besondere geschmückte Rad“ Krone“ wurde von den Knechten an einer 15-20 m hohen Stange „Wisebum“ befestigt und vor dem Kirchplatz aufgestellt. Der Altknecht oder ein Stellvertreter mußten ihn erklettern, was oft sehr schwierig war, da die Stange ganz glatt war. Oben, am Rad angekommen, mußte er dann eine Rede halten, nachdem er sich durch einen kräftigen Schluck Wein – der oben fürsorglich angebunden war – gestärkt hatte. Bruder- und Schwesternschaft umstanden „die Krone“, sangen „Siebenbuergen, Land des Segens “ u. andere Lieder. Nachdem der Pfarrer dem Altknecht in einer kurzen Rede gedankt hatte, warf der Altknecht die Lederflasche mit Wein den Burschen zu; die Maiden bekamen Süßigkeiten zugeworfen . Dann wurden 3 Tänze um die Krone getanzt. Nachher ging’s wieder im Festzug paarweise in den Gemeindesaal wo bis zum Morgengrauen gefeiert wurde.
„Zugang“ wurden die regelmäßig abgehaltenen Versrammlungen der Bruder – und Schwesternschaft genannt. Um die traditionelle Ordnung in den Jugendverbänden im Sinne der „Artikel“(Satzungen) aufrecht zu erhalten, wurde vom Altknecht oder von der Altmaid der „Zugang“ einberufen. Unter Vorsitz der vom Presbyterium mit der Jugendbetreuung beauftragten Knechtenväter wurde der „Zugang“ abgehalten. Unter anderem wurden dabei Rügen erteilt, Strafen verhängt, etwa für versäumten Kirchgang oder sonstige Verfehlungen. In schweren Fällen konnte das Presbyterium den zeitweiligen oder dauernden Ausschluß aus der Jugendvereinigung verfügen. Letzteres bedeutete bei den traditionsgebundenen Ehrbegriffen eine schwere Strafe; es wurde als Schande gewertet.
Der Altknecht, dessen Stellvertreter, Zeitaltknecht genannt, ihre Gehilfen, Kellner und Einschenker für die Bruderschaft, die Altmaid und ihre Stellvertreterin für die Schwesternschaft wurden während eines „Zugangs“ von den Angehörigen der Jugendverbände für jedes Jahr neu gewählt. Die Neuaufnahme erfolgte nach der Konfirmation zu Ostern eines jeden Jahres. Gegen Entrichtung einer bescheidenen Gebühr wurden die Neuen mit Handschlag auf die Satzungen verpflichtet. Zu den Pflichten der Bruderschaft gehörten unter anderem das Herrichten und Inordnunghalten der Brünnlein(Trinkwasserquellen)auf dem Gemeindehattert, Heckenschneiden und Fegen der Kirchgasse, gemeinnützige Arbeiten auf dem Friedhof, das Herrichten des Platzes für Feiern und anderes mehr. Die Schwesternschaft sorgte für Sauberkeit und Ordnung in der Kirche, hielt die Blumenbeete auf dem Kirchhof sauber und dergleichen mehr. Gemeinsame Arbeiten wie z.B. das Kornschneiden auf dem Acker des Herrn Pfarrer unter Aufsicht des Kurators wurde von den Jugendverbänden getätigt. Lied und Scherz der jungen Menschen verschönten den Tag. Nach getaner Arbeit gab es auf dem Pfarrhof das Essen.
In der Nacht zum 1. Mai war es üblich, daß die Burschen „Maien“, das sind Rotbuchenäste mit üppigem jungen Laub am Hoftor ihrer Mädel aufstellten. Am 1. Mai frühmorgens ertönte von irgendeiner Anhöhe rings um das Dorf von den Adjuwanten geblasen das Lied „Der ist Mai gekommen“. Anschließend marschierten die Bläser durch das Dorf; beim Pfarrer, den Lehrern, dem Kurator und Mitglieder des Presbyteriums machten sie Halt und wieder erklang die Melodie „Der Mai ist gekommen“.
Der alte Brauch, zu Pfingsten junge Birkenbäume vor den Häusern aufzustellen, ist allmählich eingeschlafen, denn es wurde von der Forstverwaltung verboten, so viele Birkenbäume zu schlagen.


Spinnstube

Wenn im Spätherbst die Feldarbeiten allmählich beendet waren, die Tage immer kürzer wurden und der Abend zunehmend früher begann, kam auf unseren Dörfern die Zeit der Spinnstube heran. Die verheirateten Frauen trafen sich dazu bei einer Nachbarin oder in der Anverwandschaft zu gemütlichem Beisammensein. Der Stolz der Bäuerin war, daß „der neue Hanf so weich, so weiß „zu webefähigem Garn versponnen wurde. Bei schnurrendem Spinnrad erzählte es sich so gemütlich. Oft wurden alte Volkslieder gesungen. Neben manch ernsten Fragen kam natürlich auch der übliche Dorfklatsch zu seinem Recht. Auf unseren Dörfern war das Winterhalbjahr vorwiegend Heiratszeit. So war denn an Gesprächsstoff kein Mangel. Zwischendurch oder bevor man auseinander ging, ließ es sich die Hausfrau nicht nehmen, etwas anzubieten. Beliebt waren Bratäpfel oder auch Schmierbrote und ein Glas Wein. Die verheirateten Männer soweit sie Mietglieder der Blaskapelle waren, trafen sich häufig zu Musikproben, wobei manches Glas Wein geleert wurde, denn blasen macht Durst. Andere trafen sich bei Nachbarn oder Freunden zum Kartenspiel. Auch Kraftproben und anderes brachten Abwechselung und Entspannung in den Alltag.
Eine besondere Bewandtnis jedoch hatte es mit der Spinnstube der Maiden auf sich. Diese trafen sich nach Anzahl der Mädchen – alle zusammen oder gruppenweise bei einer Freundin – ständig oder reihum.
Das Spinnrad war vorwiegend der verheirateten Frau vorbehalten. Die Mädchen benützten den mit Schnitzarbeit verzierten Steh- oder Sitzrocken, an dem der „Wackel“ (Wockel) festgeschnürt war. Dazu gehörte die Handspindel mit dem Wirtel. Dieser ist dem Mädchen oft von seinem Verehrer geschenkt worden. Es war manch schön geschnitztes Stück darunter. In der Spinnstube ging es meistens lebhaft zu. Muntere Gespräche, Lied und Scherz ließen die Zeit rasch verstreichen. Entfiel die Handspindel zufällig – oder auch mal absichtlich der Hand der Spinnerin und es gelang einem Burschen sie schell aufzuheben, bevor die Spinnerin sie erreichte, erwarb er damit Anrecht auf einen Kuß. Ob dieser gern oder weniger gern gewährt wurde, mag von Fall zu Fall verschieden gewesen sein.
In den sogenannten 13 Tagen – gemeint sind die heiligen 12 Nächte von der Thomasnacht bis zum Heiligen Dreikönigstag – ruhte die Arbeit mit Spindel, Spinnrad und Webstuhl. Gegen Ende der Adventzeit wurde mit einem gemeinsamen Essen, bestehend aus Schweinebraten, Rippchen und Bratwurst mit Sauerkraut, dazu natürlich auch Wein, der Ausspinnabend gefeiert im neuen Jahr nach Ephifamas trat die Spinnstube wieder in ihr Recht.


Hochzeit

In Kleinprobstdorf wurde in der Regel früh geheiratet; die Mädchen mit 17-18 Jahren, ab und zu sogar früher, selten später und die Burschen nach Ableistung des Militärdienstes. Selten war es die große Liebe, die zwei junge Menschen zusammenführte, sondern der wohlgemeinte Rat der Eltern oder Anverwandter.
Vor der Verlobung hatte man sich vergewissert, ob die Bereitschaft zu einer Verbindung der jungen Menschen in beiden Sippen vorhanden war. Tanten oder gute Freundinnen führten bereitwillig diese Sondierungsgespräche. Dann erfolgte das sogenannte“ Hiesche gohn“ (die Brautwerbung), wobei der junge Mann mit seinem Vater oder einem sonstigen nahen Anverwandten als Brautwerber im Elternhaus der Braut erschien, wo in althergebrachter Form um die Hand der Tochter des Hauses angehalten wurde. Der Verspruch wurde natürlich bei einem Kruge Wein gefeiert.
Von den Müttern wurde danach besprochen, wann und wie die Verlobung gefeiert werden sollte. Die Verlobungsfeier fand in der Regel im Elternhaus der Braut statt. Am Tage der Verlobung begab sich das Brautpaar in Kirchentracht – die Braut mit dem Myrtenkranz auf dem Borten, der Bräutigam mit den Bräutigamssträußchen auf der linken Brustseite des Kirchenpelzes – mit den Trauzeugen zum Standesamt zwecks Bestellung des Aufgebotes. Die Trauzeugen waren für Bräutigam und Braut der Wiurtmun (Wortmann). Anschließend begaben sie sich zum Pfarramt, um die Verlobung anzuzeigen. An 3 Sonntagen hintereinander nach der Predigt in der Kirche wurde das Brautpaar verkündet (ausgerufen). Die Verlobungszeit dauerte in der Regel 3 Wochen.
Die Hochzeitsfeier erforderte umfangreiche Vorbereitungen. Vor 100 Jahren dauerte diese eine volle Woche. In unserer Zeit beschränkte sie sich auf einige Tage.

Je nach Größe der geplanten Hochzeitsfeier wurde 1 Rind, 1 Ochse oder 1 Kuh geschlachtet, 1-2 Schweine und zahlreiche Hühner, Stritzel, „Hanklich“ und sonstiges Backwerk wurde reichlich gebacken. Wein und Brandwein aus eigener Erzeugung waren genügend vorhanden. Drei Tage vor der Hochzeit wurde gebacken Nudelteig „geschniden Dich“ ausgedreht. Frauen aus der Anverwandtschaft halfen mit. Jede von 
hnen – auch alle Nachbarn -und Freundinnen des Hauses – steuerten etwas bei; Speck, Eier, Schmalz, Butter, Rahm, Milch u. je eine Henne. Nach dem Überbringen der Gaben wurden sie mit frisch gebackenem Brot und Wein bewirtet.
Am Sonntag vor der Hochzeitsfeier wurden von den Eltern die verheiraten Hochzeitsgäste eingeladen. Das Brautpaar lud Jugendfreunde -und Freundinnen, oft die ganze Schwester -und Bruderschaft ein. 
Am Vorabend der Hochzeitsfeier gingen 2 Bittknechte angetan mit dem Kirchenpelz, den Bittknechtsstrauß am Hut oder der Lammfellmütze, in der rechten Hand den mit bunten Bändern gezierten Bittknechtstock, die Hochzeitsgäste im Namen beider Häuser in althergebrachten Weise einzuladen. Dies taten sie mit folgendem Spruch:
„Gott gebe Euch einen guten Abend! Wir sind ausgesandt von dem Bräutigam und der Braut und Ihren Eltern. Sie lassen Euch bitten, ihre eingeladenen Hochzeitsgäste zu sein, hochzeitliche Geschäfte helfen führen; sie versprechen Euch zu Halten im Segen des Herrn, solange es Euer Wille und Gottes Wille sein wird“. In der Regel wurde die Einladung mit Dank angenommen. Dann verabschiedeten sich die Bittknechte mit dem Gruß „Gott gebe Euch eine gute Nacht und einen friedlichen Morgen!“
Am Morgen des Hochzeitstages gingen die Bittknechte nochmals reihum zu allen geladenen Gästen, wobei sie folgenden Spruch aufsagten: „Gott gebe Euch einen guten Morgen! Die ehrlichen Hochzeitgeber lassen Euch einen guten Morgen sagen und sie lassen Euch bitten, Ihr sollt Euch fertig machen und Ihr sollt kommen. Sie werden Euch von Herzen gerne sehen!“
Am Hochzeitstag, zeitig am Vormittag fanden sich die Gäste ein. Ihr Gruß in alter Form lautete: „Gott gebe euch einen guten Morgen! Verzeiht daß wir mit fort kommen, wir haben ein ehrliches Wort erhalten, unsere Zukunft soll Euch nicht schwermütig vorkommen. Gott segne den heutigen Tag!“
Die eintreffenden Gäste wurden mit Kuchen, Schnaps und Wein bewirtet und wenn alle beisammen waren, mit“Brodelawend“. Dann wurden von einer Anzahl Burschen die Musikanten eingeholt. Dabei marschierten die Burschen voran, die Musiker, Marschmusik spielend, knapp hinterher. Vom Hause der Braut ging eine der Braut nahestehenden Frau und der Wortmann mit den „Gaben“ zum Hause des Bräutigams. Sie überbrachten für den Bräutigam das Bräutigamshemd, sowie für sämtliche Familienangehörige je ein kleines Geschenk. Vom Hause des Bräutigams wurden beim abholen der Braut durch die Bittknechte dieser die „Hochzeitsschuhe“ übergeben, sowie das sogenannte „Weiße Tuch“(zur Kirchentracht der jungen Frau gehörend). 

Kurz nach den Eintreffen der Gabfrau mit dem Wortmann im Hause des Bräutigams begaben sich der Bräutigam mit dem Hochzeitvater und den Bittknechten zum Brauthaus. Dort angekommen, sagte nach dem üblichem Gruß der Hochzeitvater sinngemäß folgendes: „Sehr geehrter lieber Wortmann, wie es Euch wißlich ist, haben wir hier in diesem ehrbaren Hause (vor so und so viel Zeit) den Verspruch getan und diese beide jungen Menschen einander verlobt. Nachdem nun die gesetzliche Wartefrist verstrichen ist, erscheinen wir heute hier mit dem Burschen, dem Bräutigam und seiner Anverwandschaft um Euch zu fragen ob Ihr noch des Sinnes seid unsere damals getroffene Abmachung einzuhalten. Wenn ja, was wir hoffen so bitten wir Euch mit uns gemeinsam die nötigen Schritte zu unternehmen, damit diese beiden jungen Menschen den Bund für das Leben schließen können, wie es von unseren Altvordern übernommener Brauch und Sitte ist und wie es das Gesetz vorschreibt“; darauf antwortete der Wortmann sinngemäß:
Lieber Hochzeitvater, wie Ihr schon sagtet, haben wir (vor so und so viel Zeit) diese beiden jungen Menschen verlobt. Selbstverständlich stehen wir zu unserem damals gegebenen Wort. Wir freuen uns mit Euch mithelfen zu können, daß diese beiden jungen Menschen am heutigen Tage den Bund für das Leben schließen, wie es Sitte und Brauch erfordern und wie es das Gesetz des Staates vorschreibt. Wir wissen, es stehet geschrieben: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein ist…“. Wenn wir mit unseren Sinnen und unserem Verstand gar oft nicht alles erfassen und verstehen können, so glauben wir doch, daß in Gottes Schöpfung alles harmonisch und sinnvoll geordnet ist. Wir hoffen und wünschen aufrichtig, daß Gott der Herr unser Tun auch an dem heutigen Tage segnen möchte. So wollen wir denn mit Euch gemeinsam das junge Paar zum Standesamt geleiten und anschließend zum heiligen Gotteshause wo sie ihren Bund vor unserem himmlischen Vater schließen wollen. Dazu helfe uns Gott!“ (Handschlag)
Nun treten die Bittknechte vor und sagen:
Hier stehen wir viele vor der Tür, die wir nicht sind zu zerstören, sondern vielmehr zu beehren, bald hören wir schönen Glockenklang, Gott segne unseren Anfang. Glück und Segen in dies Haus, Glück herein, ich trete ein. Darum sind wir heut hier erschienen für unseren Bräutigam die Braut uns auszubitten, nach unsrer Väter Sitt und frommen Brauch wollen wir sie führen zum Standesamt und Gotteshaus, wo sie schließen sollen das Band der Treue. Gebe Gott, daß sie es nie bereuen. Dies Pfand schneeweiß halt in Ehren, laß Dir dein Glück von niemanden stören!“
Das schönste Bild im Leben ist eine glückliche Braut aus deren Augen eben die Freudenträne schaut. Das Lächeln ihres Mundes, kein Engel tut ihr nach; der Tag des heiligen Bundes, das ist ihr Ehrentag. Wir teilen Deine Freuden, du süße, liebe Braut; leb‘ glücklich so wie heute, bis Dich das Alter schaut. Nimm heut den besten Glückwunsch an, den Dir ein Freund nur geben kann. Als junge Braut Dich zu begrüßen, stehen Jugendfreunde fröhlich hier und Ihre Segenswünsche fließen aus reinem, vollen Herzen Dir. Blick auf! o Braut, aus Deinem tiefen Sinnen! Ein neues Leben gilt es zu beginnen! Ein neues Leben voll seligen Hoffens liegt nun vor Dir, dem Gatten stets geweiht. Des Vaterhauses Schutz mußt Du verlassen. Heut grüßt zum letzten mal die Mädchenzeit. Heut rufst Du scheidend Deinen Mädchentagen, wie wir Dir – zu ein herzlich Lebewohl. Ernst siehst Du neuen Pflichten nun entgegen, blick auf, Du liebe Braut auf allen Deinen Wegen. Der Liebe, der Du Treue gabst, oh, halte sie stets rein! Drum präge sie beide am heutigen Tag noch fester in das Herz Dir ein! Habet Dank, herzliebe Eltern , habet Dank für Unterricht, habet Dank für Unterweisung, habet Dank für eure Pflicht. Eure Treu soll Gott belohnen, die Ihr habt vollbracht an mir!
Nun verabschiedet sich die Braut von ihrer Familie. Der Hochzeitszug formiert sich. Die Blasmusik schreitet voran, flotte Weisen spielend. An der Spitze des Zuges gehen die 2 Wortmänner, den Bräutigam in der Mitte. Ihnen folgten die Bittknechte als Brautführer, die Braut führend. Die Anverwandten und Hochzeitsgäste schlossen sich dem Zuge an.
Im Gemeindesaal vollzog der Standesbeamte, geschmückt mit der Schärpe in den Staatsfarben und dem Wappen die Trauung .Das Brautpaar nahm auf zwei eigens für diesen Zweck bestimmten Sesseln Platz; die Trauzeugen links und rechts daneben. Nach Beantwortung der vorgeschriebenen Fragen wurden die Unterschriften geleistet. Dann beglückwünschte der Standesbeamte als erster das junge Ehepaar und übergab den Trauzeugen die Bescheinigung über die vollzogene Ziviltrauung für den Pfarrer. Nun begannen vom Kirchturm die Glocken zu läuten. Der Hochzeitszug bewegte sich in derselben Ordnung zur Kirche, wo die kirchliche Trauung vom Geistlichen vollzogen wurde.
Die jungen Männer und Burschen der Hochzeitgesellschaft empfingen bei der Kirchentür die Neuvermählten mit Musik. Es ging, laut jauchzend“ Hochzeit, Hochzeit!“ und immer wieder die Weinflaschen schwenkend – zum Hause des Bräutigams, wo das jungvermählte Paar an der Treppe vor dem Hauseingang von der Mutter des Hauses empfangen wurde. Auf einer Schüssel hatte sie einige Hände voll Weizenkörner liegen. Mit einem alten Segensspruch streute sie die Körner der Brotfrucht segnend über das junge Paar.
Nun führte der junge Mann seine junge Frau über die Schwelle seines Hauses. Es folgte das „Gaben“. Jeder Hochzeitsgast beschenkt das junge Paar nach Vermögen und dem Grade der Anverwandtschaft. Vorwiegend Bargeld, Eßgeschirr, Bestecke, Hausrat und dergleichen wurden überreicht. In der Regel bekam die Braut 1 Paar Ochsen, oder 1 Kuh, eventuell eine junge Zuchtstute, sowie Wiesen und Ackerland, Gemüse – und Weingarten, nach Maßen der elterlichen Vermögensverhältnisse; außerdem Bettzug, Wäsche u.s.w. mit in die Ehe.
Das Hochzeitsmahl fand im Hause des Bräutigams und das Abendessen im Brauthaus statt. Später dann benutzte man meistens den Gemeindesaal. Dazwischen gab es „Hanklich“, „Strätzel“ und viel Kleingebäck und Getränke, in der Hauptsache Wein aus Eigenanbau. Das Auftragen der Speisen besorgten die jungen Frauen. Vor Beginn des Mittagessens hielt der Wortmann eine kleine Ansprache; sinngemäß folgenden Inhaltes: „Liebe Hochzeitsgäste! Wie es Euch allen bekannt ist, feiert heute unser liebes junges Paar sein Hochzeitsfest. Da sie dies nicht allein tun mochten, haben sie angesprochen, Ihnen dabei behilflich zu und ihre Gäste zu sein, liebe Anverwandte und Freunde aus Nah und Fern. Dafür bieten sie uns allen Speis und Trank aus Gottes reichem Segen. Möge es allen denen, die davon genießen, zum Besten dienen. Wir beten: Vor Feuer und vor Wassernot, vor einem jähen bösen Tod bewahr uns lieber Herr Gott! Amen.“
War der Pfarrer beim Hochzeitsmahl anwesend, was fast immer der fall war, sprach er das Tischgebet und würdigte in einer kurzen Ansprache das Brautpaar. Es gab meistens eine kräftige Hühnersuppe mit Nudeln „Geschnidden Dich“, Huhn und Rindfleisch mit Soße. Dazu natürlich Wein; nachher Gebäck. Nach dem Hochzeitsmahl wurde fleißig getanzt. Dazu spielte die Musik die auch bei andern Gelegenheiten beliebten Tänze: Walzer, Ländler, Polka, Kreuzpolka. Langsam und schnell Csardas, in neuer Zeit auch moderne Tänze. Zwischendurch wurde immer wieder Kuchen und Wein angeboten.
Zum Abendessen gab es meistens Braten, ein oder zwei Gänge. Dazu Wein und abermals allerhand Gebäck. Beim Abendessen hatte der 2. Wortmann das Wort. Dann wurde wieder getanzt. Um Mitternacht, also 24 Uhr kam gefülltes Kraut auf den Tisch. Am Schluß des Essens, bei dem die Braut zum letzten Mal den Borten mit dem Myrtekranz aufsetzte, nahmen die Gespielinnen der jungen Frau den Borten mit dem Brautkranz vom Kopf, dabei ein Lied singend: „Herunter mit dem Borten, der ziemt dir nicht mehr! Du bist nicht mehr Maid, sondern junge Frau hehr!“ Nun setzte die Schwiegermutter der jungen Frau die Haube auf. Diese war aus schwarzem Samt angefertigt, mit schönen Blumenornamenten in farbiger Seide gestickt. An beiden Seiten der Haube hing je ein ungefähr 45 cm langes schwarzes Samtband, gleich der Haube bestickt, herunter. Am unteren Ende waren die Bänder mit schönen schwarzen Fransen gesäumt. Es folgte der sogenannte Brautreigen. Nach einer alten Weise getanzt, umfaßten sich alle Tänzerinnen und Tänzer, rhythmisch im Kreise schreitend, die Braut mit aufgesteckter Schürze, in die die Gäste ein kleines Geldgeschenk warfen (das sog. Windelgeld, für kommenden Nachwuchs).
Nach Laune und Stimmung wurde anschließend weitergefeiert bis sich schließlich die Gäste nacheinander, ihren Dank für die Einladung und nochmals gute Wünsche ansprechend, verabschiedeten. Von der sogenannten Nachhochzeitsfeier war man in neuerer Zeit allmählich abgekommen. Dieser Tag galt mehr dem Aufräumen und Ordnen, bevor der Alltag in sein Recht trat.


Tod und Begräbnis

Wahrscheinlich am stärksten von allen Feiern im Volksleben trat bei der Leichenfeier und Totenbestattung uraltes Brauchtum in Erscheinung, das bis in germanische Vorzeit zurückweist: Zurüstung des Toten, Totenwache, Klage, geordneter Gang zum Begräbnis und anderes mehr.
Sobald der Tod eingetreten war, was durch den herbeigerufenen Leichenbeschauer festgestellt werden mußte, wurden Fenster und Türen geöffnet und der Spiegel verhängt, der Tote wurde von den nächsten Anverwandten auf eine Bank gelegt und mit angewärmtem Wasser abgewaschen. Das Waschwasser wurde an entlegenem Ort des Hofes in die Erde gegossen. Die Nägel an Finger und Zehen wurden beschnitten, die Haare gekämmt; bei Männern der Bart rasiert. Anschließend wurde der Verstorbene mit dem Totengewand bekleidet. Bis zur Beschaffung des Sarges wurde der Tote auf einem Tisch aufgebahrt, zwischen den Fenstern. Der Sarg wurde aus der Stadt geholt; meist war er aus Fichtenholz; ab und zu wurde ein Eichensarg gekauft. Das Gesicht des Toten wurde mit einem Tuch bedeckt, welches ständig mit Wein, Branntwein oder Essig angefeuchtet wurde.
Gleich nach eingetretenem Tode wurde dies durch einen nahen Anverwandten dem Pfarrer angezeigt. Auch dies geschah in altbürgerliche Weise: „Es wird Euer Wohlehrwürden nicht unbekannt sein, daß unser christlicher Mitbruder (Mitschwester) seit (so und so lange) krank darnieder lag. Er (sie) konnte nicht mehr genesen und ist eines natürlichen Todes gestorben. Wir wünschen ihm (ihr) eine selige Ruhe und eine freudige Auferstehung.“
Darauf teilte der Anverwandte (oft auch der Nachbarvater) den genauen Zeitpunkt des Todes mit und fragte, wann die Beerdigung stattfinden könnte. Hierauf wurde der Glöckner verständigt, der durch Läuten der Gemeinde den Tod anzeigte. Dieses Läuten wurde „die Leiche anzeigen “ genannt. Bei Erwachsenen wurde die große Glocke geläutet, bei Kindern die kleine. Erst nach der Aufbewahrung im Sarg waren Fremdenbesuche statthaft. Die ersten wurden am 1. Abend nach Eintritt des Todes gemacht. Dabei gab es auch altüberlieferte Gruß – und Trostworte, etwa: „Guten Abend, wir trauern mit Euch und den Verstorbenen; unser Herrgott tröste Euch und möge ihn erwecken am jüngsten Tage zu ewiger Freude.“
Darauf wurde geantwortet:
„Möge Gott Euren Wunsch erhören und uns trösten, er aber (der Tote) nicht mehr.“
Wenn sich Anverwandte, Nachbarn, Freunde und Bekannte, vorwiegend Frauen zur Totenwache versammelt hatten und auf bereitgestellten Sitzgelegenheiten Platz genommen hatten, begann die früher allgemein übliche Totenklage, z.B. „Wirt, mein Wirt, mein herzlicher Wirt, wie hast du mich verlassen können? Wie warst du doch immer so fleißig, gingst aus frühmorgens und kamst erst spät abends heim. Wie auch wie, soll ich das ertragen, daß du so plötzlich von mir gingst?!“
In neuerer Zeit war man von der lauten Totenklage abgekommen. Nach 2 Stunden Wache entfernten sich die Teilnehmer der Totenwache bis auf die nächsten Anverwandten. Vorher jedoch bedankte sich ein Angehöriger des Verstorbenen für die dem Toten erwiesene Ehre. Zum Zeichen des Dankes wurden Brot und Wein herumgereicht.
Das Grabmachen besorgten in der Regel 8 Mann aus der Nachbarschaft und den Anverwandten und Freundeskreises des Verstorbenen. Diese wurde am Vorabend der Beerdigung von einem Anverwandten des Toten dazu gebeten. Sie versammelten sich am Morgen des Begräbnistages im Trauerhaus. Hier wurden Sie mit Brot, Wein oder Schnaps empfangen. Dann gingen sie zum Friedhof mit den Hinterbliebenen, zwecks Anweisung des Grabplatzes. Um 10 Uhr gab es für die Grabmacher ein Frühstück; nach der Beendigung ihrer Arbeit ein Essen. Die Beerdigung fand nachmittags statt. Die Begräbnisfeier wurde durch halbstündiges Glockenläuten angezeigt.
Währenddessen versammelten sich die Teilnehmer im Trauerhaus. Nur die Frauen gingen ins Haus, die Männer nahmen im Hof Aufstellung. Als letzter erschien der Pfarrer und dann der Lehrer als Musikleiter mit dem Bläserchor. Unter den klängen des Chorals „meine Lebenszeit verstreicht“ vom Bläserchor gespielt, wurde der Sarg von nahen Anverwandten aus dem Hause getragen und auf die Bahre gesetzt. Die Anverwandten nahmen um den Sarg Aufstellung. Nach Verlesen der üblichen Texte durch den Pfarrer setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Voran der Bläserchor, Trauermärsche spielend. Es folgte der Pfarrer, dann die Träger mit dem Sarg, die Bahrenholme hoch auf den Schultern. Hinter dem Sarg gingen die nächsten Hinterbliebenen des Verstorbenen und anschließend die übrigen Trauergäste in geordnetem Zug, würdig einherschreitend. Am Grab angekommen unter den Klängen des Chorals „Begrab den Leib in seine Gruft“, wurde der Sarg ins Grab gesenkt. Der Pfarrer verlas davorstehend einen Bibeltext und sprach die Gebete.
Bei jugendlichen nahm die erwachsene Jugend geschlossen am Begräbnis teil. Die Fahnen mit Trauerflor wurden dem Zuge vorangetragen. Schaurig polterten die Schollen auf dem Sarg. Bevor sich das Grab ganz schloß, trat der Leichenvater vor. Er dankte in altüberlieferten Rede im Namen der trauernden Hinterbliebenen für die dem verstorbenen erwiesene Ehre, dem Herrn Pfarrer, dem Musikleiter und Bläserchor, sowie der ganzen Trauergemeinde. Die Trauergemeinde begab sich nun in die Kirche; während des folgendes Trauergottesdienstes wurden die dabei üblichen Chorale gesungen. Dann hielt der Pfarrer die Leichenpredigt und verlas den Lebenslauf des Verstorbenen unter entsprechender Würdigung seiner Verdienste.
Pfarrer, Bläserchor und der Glöckner erhielten das vom Presbyterium festgesetzte Entgeld. Nach der Trauerfeier in der Kirche folgte für die Trauergäste das Leichenmahl.