Vom SchenkenKP Winter

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk –
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz
1883-1934

 

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr 2015!

An dieser Stelle gedenken wir auch der Landsleute die uns in diesem Jahr verlassen haben und befehlen sie in die Fürsorge des Allmächtigen. Ebenfalls denken wir an unsere Kranken und wünschen von Herzen leibliche und seelische Genesung.

Nürnberg, den 20.12.2014

 

adventskranz_160Liebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde,
herzlich willkommen auf unserer Internetseite

 

Advent 2013

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Monatsspruch Dezember, Joh 1,4

Wär uns der Himmel immer so nah

Wär uns der Himmel immer so nah,
und unsere Arme immer so offen,
fänden viele sicher die Kraft, wieder zu hoffen.

Wär’n unsere Herzen immer so weit
und lernten wir in Frieden zu leben
fänden viele sicher die Kraft nicht auf zu geben.

Das Glück braucht keine bunte Schleife
und Liebe keine Jahreszeit
wir könnten täglich nach den Sternen greifen,
sie, sind nicht so weit.

Wär uns der Himmel immer so nah
und unsere Arme immer so offen,
fänden viele sicher die Kraft, wieder zu hoffen.

Wär’n unsere Herzen immer so weit
und lernten wir in Frieden zu leben,
fänden viele sicher die Kraft nicht auf zu geben.

Der Lichterglanz muss nicht verblassen,
auch wenn die Kerzen bald verglühn,
dann wären Gold und Silber mehr als Farben,
die, vorüber ziehn.

Wär uns der Himmel immer so nah
und unsere Arme immer so offen,
fänden viele sicher die Kraft wieder zu hoffen.

Wär uns der Himmel immer so nah.

(Rolf Zuckowski)


Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr 2014. 


Nürnberg, im Dezember 2013 Read more


Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.


Lukas 2, 10

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!
Wir feiern Weihnachten, das Fest der Familie, der Freude und der vielen Geschenke.

Der Dichter Joachim Ringelnatz schreibt:

„Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt,
an Meinung, Geschmack und Humor,
sodass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist.“

Wann schenken, wenn nicht am Heiligen Abend und zu Weihnachten?
Weihnachten ist doch Geburtstag. Ein echtes Familienfest!
Wir Menschenkinder bekommen in Gott einen Vater, einen himmlischen Vater und in Jesus Christus einen Bruder.

Wir feiern Weihnachten, weil Gott uns das größte Geschenk macht: seinen Sohn, den Heiland und Erlöser. Was würde passieren, wenn Gott auf dieses wunderbare Geschenk verzichtet hätte? Darum wollen auch wir auf unser Geschenk Gott gegenüber nicht verzichten und nicht vergessen. Geben wir und schenken wir ihm unser Leben! Beschenken wir uns gegenseitig und untereinander mit etwas mehr Zeit und Verständnis für einander! Denken wir aneinander und danken wir füreinander – gerade in der Weihnachtszeit!

Machen wir uns am Heiligen Abend und zu Weihnachten auf den Weg zur Krippe, dann kehren wir als Beschenkte zurück. Denn wer sein Herz an Jesus verliert, der hat das Leben schon so gut wie gewonnen. So wie der große Liederdichter Paul Gerhardt sagt:

„Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir´s wohl gefallen.“ (EG 37, 1)

Damit wünsche ich euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes gnädigen Beistand im neuen Jahr 2012!

Euer Gerhard Roth, samt Familie

dsc02967Liebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde,
herzlich willkommen auf unserer Internetseite

Gott spricht: Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim.
Monatsspruch Dezember, Jesaja 54,7

Advent (lateinisch adventus) bedeutet Ankunft. Die Adventszeit ist die festlich begangene Zeit der Vorbereitung und Erwartung der Ankunft Christi. Das Licht ist ein Symbol für Hoffnung und die Abwehr des Bösen, und es vertreibt die Dunkelheit. Für die Adventszeit wird ein Kranz aus Tannenzweigen gebunden, auf dem 4 Kerzen angebracht werden.

Ursprung des Adventkranzes
Schon aus der Antike kennen wir den Kranz als Siegeszeichen. Der mit vier Kerzen geschmückte Adventskranz soll Symbol für den Kampf des Christen gegen das Dunkle des Lebens sein.

Diese schöne Sitte ist ein sehr junger vorweihnachtlicher Brauch, der noch zu Beginn unseres Jahrhunderts in vielen deutschen Familien unbekannt war.

Der evangelische Theologe Johann Wichern benutzte am 1. Advent des Jahres 1838 kranzförmig aufgestellte bunte Wachskerzen zur Andacht. Allmählich hat sich die Sitte des Adventskranzes dann von Norddeutschland aus weiter verbreitet.

Nach dem 1. Weltkrieg hat u. a. die Jugendbewegung dem Adventskranz zu seiner heutigen Verbreitung verholfen. Um 1935 wurden dann die ersten häuslichen Adventskränze auch kirchlich geweiht, so wie es bis heute Brauch ist.

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.“

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf wünscht allen Landsleuten und allen Freunden der Kleinprobstdorfer eine gesegnete und besinnliche Adventszeit!

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater,
voller Gnade und Wahrheit.
 (Johannes 1, 14)

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!

Nach der Vorbereitungszeit im Advent ist Weihnachten nun da. War und ist es eine Zeit, in der wir etwas zurückschalten und innerlich zur Ruhe kommen dürfen? Das wäre schön. Leider schaut es oft ganz anders aus:

  • da ist der Stress am Arbeitsplatz, weil vor den Feiertagen und dem Jahreswechsel noch Vieles schnell erledigt werden muss
  • dazu kommt die Hektik bei der Suche nach den passenden Geschenken
  • nicht wenige tun sich schwer, die Feiertage mit der ganzen Familie verbringen zu müssen

Was ist wirklich der Sinn von Weihnachten? Ist Weihnachten „Geschäft oder Geburtstag“? Den wahren Grund von Weihnachten haben sehr viele Menschen aus den Augen verloren. Wir kennen zwar die biblische Weihnachtsgeschichte in – und auswendig, wir singen jedes Jahr die großartigen Weihnachtslieder, schmücken unsere Christbäume und kochen großartige Gerichte. Doch das Herz von Weihnachten ist eigentlich verlorengegangen. Dieses Herzstück ist und bleibt die Geburt Jesu Christi.
Wir erinnern uns an den Weihnachtsstern. Er ist Zeuge für eines der vielen Wunder rund um die Geburt Jesu. Er leitet die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem, zu jenem Stall, in dem Jesus geboren wurde. Dieser Weihnachtsstern war auch der Wegweiser für die Schafhirten, denen der Engel die frohe Botschaft verkündet hatte. Auch heute sind viele Menschen auf der Suche! Sie suchen Glück im Leben, Erfolg und innere Zufriedenheit. Mit dem richtigen Reiseführer vor Augen finden auch sie alle den Weg zum Ziel – Jesus Christus!
Er hat von sich aus gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“. (Joh. 14,6).
Jesus möchte für alle Menschen das Ziel ihrer Suche sein. Wir müssen nur auf die richtigen „Reiseführer“ hin zu Jesus achten, die Gott uns immer wieder über den Weg schickt. Wenn wir Jesus gefunden haben ist unsere Vergangenheit getilgt, unsere Gegenwart mit Sinn erfüllt und unsere Zukunft gesichert.  Das ist der Sinn von Weihnachten. Es ist das Fest der Geburt Jesu Christi, es ist sein Geburtstag. Wir sind alle eingeladen, daran teilzunehmen und zu feiern. Es geht nicht um Geschenke, nicht um den perfekt dekorierten Christbaum, nicht um das Festtagsmenü. Es geht zuallererst um Jesus Christus. Ihm gehört die Ehre bei diesem Fest. Er ist das Heil, das auf die Erde gekommen ist, damit wir Erlösung finden dürfen.
Darum: „Freue dich, freue dich, o Christenheit!“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, sowie Gottes Geleit durchs neue Jahr 2011!!

Euer Gerhard Roth, Pfarrer

Advent

Liebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde,
herzlich willkommen auf unserer Internetseite

adventskranz_160Zum Ende des Jahres, wenn die Adventszeit mit ihrem Lichterglanz und meist hektischen Treiben daherkommt, gehen die Gedanken oft auf Reisen in die Vergangenheit. Wie war der Advent früher, daheim in Kleinprobstdorf? Ich kann sicherlich nur für mich und meine Zeit sprechen, wie ich es damals empfunden habe:
Erst einmal war im damaligen kommunistischen Rumänien, gar nichts von heute bekanntem Adventstrubel zu sehen oder zu spüren, da religiöse Feiertage und Zeiten zumindest offiziell nicht stattfanden. Umso festlicher ging es in der Kirche, in der Kirchengemeinde und im kirchlichen Religionsunterricht zu, wo sehr wohl und in jeder Hinsicht das nahende Christfest vorbereitet wurde. Eine besondere Freude waren für mich persönlich die Adventssonntage, an denen ich schon als kleiner Knirps, mit einer Spielzeuggitarre „bewaffnet“, um den leuchtenden Adventskranz mit der Mutter die bekannten Lieder zum Besten geben durfte. Oder wenn die Feiertage näher rückten und die Zeit des Backens begann! Wir herrlich war es, in einem unbeobachteten Augenblick den Finger in den köstlichen Kuchenteig zu legen und heimlich davon zu naschen!? Oder wenn der Großvater beim Nüsse knacken ein paar Märchen und Geschichten zum Besten gab? Für mich war es im wahrsten Sinne eine Zeit wirklichen Friedens und köstlicher, liebevoller Geborgenheit.

Sicherlich sind auch die heutigen Advents – und Weihnachtsmärkte schön und immer einen Besuch wert, mit Lebkuchen und Nikoläusen Ende August in den Supermärkten habe ich jedoch so meine Schwierigkeiten. Überhaupt ist heutzutage alles viel zu kommerziell und hat meines Erachtens mit adventlichem Erwarten und wirklicher, vorweihnachtlicher Freude nichts gemein, sei es hierzulande oder auch im heutigen Rumänien oder sonst wo.

Da kann sich jeder mal für sich selber ein Bild machen und eine Meinung bilden, was ihm wichtiger und wahrhaftiger erscheint, wenn so wie früher (öffentlich) gar nichts weihnachtliches gesagt wird, wobei man sich so danach gesehnt hätte, oder wenn heute in vermeintlich freier, „christlicher“ Gesellschaft bloß eins wichtig ist: Das Geld dem „Nächsten“ mit „Lichterglanz und Glühweinduft“ aus der Tasche zu ziehen!

Ich meine dass beides nicht das Wahre ist, so dass man, Gott sei dank, für sich selber herausfinden, gestalten und leben kann, was einem wichtig ist. Ich glaube wenn wir uns, ob Christen oder auch nicht, ein klein wenig an den Monatsspruch aus den täglichen Losungen für Dezember halten: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe (Matthäus 3,2), liegen wir gar nicht so verkehrt. Hier zeigt sich nämlich, wie gottgesandte, greifbare und tiefste Armut, dennoch einen jeden von uns so unheimlich reich und glücklich machen kann.

In diesem Sinne, allen Landsleuten und allen Freunden der Kleinprobstdorfer eine gesegnete und besinnliche Adventszeit!

Bruno Roth
Schwabach, 30.11.2010

Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude,
die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Lukas 2, 10-11

Unser Christbaum erzählt

Grüß euch! 
Darf ich mich euch vorstellen. Ich bin ein Christbaum, wie er in jedem eurer Wohnzimmer zu Weihnachtszeit stehen könnte. Noch vor ein paar Wochen hatte ich meinen Platz draußen im Wald. Jetzt habe ich die würdevolle Aufgabe, euch als Christbaum zu erfreuen – und euch auch ein wenig zum Nachdenken zu bringen. 
Mein Kleid ist grün. Richtig lebendig grün. Mitten im Winter, wenn sonst alles kalt und leblos scheint, bringe ich damit ein Zeichen des Lebens in eure Wohnstuben. Wenn ihr mein Grün seht, dann denkt daran: Hoffnung und neues Leben will durch Weihnachten auch zu euch kommen und alles Trostlose und Graue erhellen. 
Meine Gestalt verjüngt sich nach oben. Mit meiner Spitze zeige ich nach oben. Damit will ich euch helfen, nach oben zu sehen. Blickt nicht nach unten, lasst euch nicht niederdrücken. Es gibt immer einen Grund zur Hoffnung. Bei Gott ist niemand am Ende. Wer auf ihn sieht, fängt an zu hoffen. Richtet eure Herzen auf ihn – nach oben!

Meine Zweige bilden immer wieder die Form des Kreuzes. Damit erinnere ich daran: Krippe und Kreuz gehören zusammen. Weihnachten und Karfreitag kann man nicht trennen. Jesus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, ist für euch ans Kreuz gegangen. Das Kreuz ist die Chance eures Lebens für einen Neuanfang. Meine Zweige wollen dafür ein Zeichen sein. Wenn ihr mich zur Weihnachtszeit in euren Wohnungen aufstellt und schmückt, dann denkt an meine Farbe, an meine Figur und an meine Zweige. Ich will doch nicht vergeblich bei euch stehen! 
Euer Christbaum

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!
Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, sowie Gottes reichen Segen für das neue Jahr 2010!!

Euer Pfarrer Gerhard Roth 

Schwanenstadt, 24.12.2009

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

adventskranz_160Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Jauchze, Tochter Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
(Sacharja 9, Vers 9)

 

Mit diesen besinnlichen Worten, grüßt der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf alle Landsleute und Freunde und wünscht eine gesegnete, stille Adventszeit!

Nürnberg, den 03. Dez. 2009

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________


weihnachtenLiebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde, 

herzlich willkommen auf unserer Internetseite

 

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe!

(Psalm 24, Vers 7)


Wenn im Advent die Tage immer kürzer werden und die Abende und Nächte nicht zu enden scheinen, wenn der Raureif auf den Feldern liegt und die Nebel sich nicht lichten wollen, scheinen nur die allerorts brennenden Lichterketten etwas Glanz und Hoffnung in die von der Herbstdepression und so manchen Zukunftssorgen geplagten Seele, bringen zu können. Bedeutet lediglich dieses Lichtermeer in den Häusern und Schaufenstern „Advent“? Aufmerksamen Bibellesern wird sich in diesen Tagen jedoch ein anderes „Lichtbild“ auftun. Wie fast in jedem Jahr begleitet uns der Prophet Jesaja beinahe durch die ganze Adventszeit.
Dem gerade aus dem Exil heimgekehrten, ebenfalls depressiven Volk Israel verkündet er entgegen allem Augenschein, die ganz große Freude, das ganze Heil und den ganzen Frieden im kommenden Messias. Vielleicht können auch wir daraus unsere Hoffnung und unser wahres Licht schöpfen. Deshalb, machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, öffnet die Herzen vollständig, daß der König der Ehren mit seinem ganzen Heil, seinem Frieden und seiner ganzen Freude einziehen kann.

In diesem Sinne, allen Landsleuten und allen Freunden der Kleinprobstdorfer eine gesegnete und besinnliche Adventszeit!

Euer Bruno Roth 
Schwabach, 03.12.08

adventWenn die Abende länger wurden, hatte der Bauer Zeit, gemütliche Stunden mit der Familie zu verbringen. Die Mütter übermittelten den Töchtern die Handarbeitsfertigkeiten und die Väter brachten den Söhnen die Kniffe des Bastelns bei. Die Großeltern öffneten für ihre Enkel die Schatztruhe der Märchen und Sagen.

Von besonderer Behaglichkeit waren die Abende im Advent geprägt. Ruhe kehrte in die Häuser ein und die Menschen stimmten sich auf die herannahende Heilige Nacht ein. Besonders die Herzen der Kleinen waren von der Freude des Wartens auf das Kind in der Krippe erfüllt. In der Schule wurde von den Lehrern ein Programm bestehend aus Liedern und Gedichten für den Christabend vorbereitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging diese Aufgabe an das Pfarrersehepaar über infolge der Verstaatlichung der Schulen.

In unvergesslicher Erinnerung sind vielen Kleinprobstdorfern die von Frau Pfarrer Cornelia Guttner gestalteten andachtsvollen Stunden anlässlich des Weihnachtsabends geblieben. Jeden Montag, 7.45 Uhr, gingen die Schulkinder in der Adventszeit ins Gotteshaus zu einer Morgenandacht, welche der Pfarrer abhielt, wobei er von der Ankunft des Herrn erzählte. Auf dem Pfarrhof begannen die Besprechungen für die Kinderbescherung. Die Verantwortung dafür übernahm die Pfarrfrau gemeinsam mit den Presbyterinnen und den Nachbarmüttern.

Letztere sammelten in ihrer Nachbarschaft Geld für die Geschenke und Zutaten fürs Honiggebäck ein. Bei den „Kuchenfrauen“ in Mediasch bestellte man die Kuchenherzen, vom Markt kaufte man die Äpfel und in den Geschäften wurden Schreibutensilien, Taschentücher und Süßigkeiten besorgt. Am 24. Dezember, um17.00 Uhr versammelten sich die Kinder in der Schule und beim 18.00 Uhr-Läuten ging es in Reih und Glied bis vor die Kirche. An die Spitze der Kinderscharr stellte sich der Pfarrer, gefolgt von den Lehrern und den Frauen, die die „Päckchen“ mit den Gaben in Wäschekörben trugen. In der Zwischenzeit waren die Kerzen am Christbaum von den Kirchenvätern angezündet worden und in der Kirche hatten sehr viele Menschen bis in die letzte Ecke dicht aneinander gedrängt Platz genommen.

Die zahlreich erschienenen Besucher trugen dieses Mal keine Kirchentracht und durften gegen die Regeln der traditionellen Sitzordnung verstoßen. Die vorderen Bänke waren den Müttern mit den Kleinkindern und Säuglingen vorbehalten. Bei der Eröffnung des Festgottesdienstes erhoben sich alle Gemeindeglieder von ihren Plätzen und stimmten in den Choral „Lobt Gott, ihr Christen freuet euch“ ein, während die Kinder die Kirche betraten und sich zu beiden Seiten des Christbaumes aufstellten, wo sie dann die im Vorfeld einstudierten Lieder und Gedichte mit vor Aufregung pochenden Herzen zu Gehör brachten.

Unter den Funken sprühenden Wunderkerzen weiteten sich die Kinderaugen und glänzten zunehmend, als der Pfarrer sich in ihre Mitte begab und ihnen das Geheimnis vom Kind in der Krippe kundtat. Zum feierlichen Rahmen des Gottesdienstes trug der Kirchenchor mit dem Vortrag mehrerer Weihnachtslieder bei und wenn die „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklang, kehrten in jedes junge und alte, in jedes betrübte und rastlose Herz der Frieden und die Zuversicht ein, die der Stern von Bethlehem verkündet. Die Andacht wurde mit der Bescherung der Kinder beendet, die, nachdem sie um den Altar gegangen waren, die für sie vorgesehenen Geschenke ausgeteilt bekamen. Beim Verlassen der Kirche verkündeten die Adjuvanten vom Kirchturm herab das „Puer natus“, das in Kleinprobstdorf vom ersten Weihnachtstag beginnend bis einschließlich Epiphanias in deutscher Fassung vor dem Eingangslied von den Kirchengängern gesungen wurde.

Am ersten Weihnachtstag läuteten 6.00 Uhr früh die Glocken und bis zum Zweiten Weltkrieg spielten die Adjuvanten Weihnachtschoräle vom Turm aus. In den Bauernhäusern war es Sitte in den „Vorderstuben“ das Licht einzuschalten und ein Fenster zu öffnen, als Zeichen dafür, daß man die Weihnachtsbotschaft einließ. Am frühen Vormittag gingen dann die Kinder zu den Paten und Anverwandten „wünschen“, von denen sie Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten und etwas Geld erhielten. Zum Gottesdienst stellte sich die Gemeinde in Kirchentracht ein und man begrüßte einander auf dem Weg dahin mit den Worten „Gläcklich Chrästfertach uch de Gesängd“. Der zweite Weihnachtstag war von Geselligkeit bestimmt. Die alljährlichen Theateraufführungen gefolgt von Tanzunterhaltungen führten Alt und Jung in froher Runde zusammen. Wenn am 06. Januar der Christbaum geplündert wurde, nahmen die Schulkinder den „essbaren Weihnachtsschmuck“ als letzten Hauch von Feierlichkeit und Erinnerung mit bis zu dem Zeitpunkt, zu dem sie aufs Neue auf das „Alle-Jahre-wieder-Mysterium“ warten durften. 

Gertrud Grigori, Lehrerin i.R