Liebe Leserinnen und Leser!

Morgen ist der vierte Sonntag im Advent. Wir gehen mit riesigen Schritten auf Weihnachten zu und feiern bald das erste Hochfest im Laufe des Kirchenjahres, das „Christfest“, die Geburt unseres Heilandes Jesus Christus. Ganz vertraut klingen uns die Worte des 24. Psalms:

 

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

            Wer ist der König der Ehre?

            Es ist der Herr, stark und mächtig.

Der Herr, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

            Wer ist der König der Ehre?

            Es ist der Herr Zebaoth;

            Er ist der König der Ehre.

Psalm 24, 7-10

 

Liebe Schwestern und Brüder! Vor 25 Jahren habe ich diese Worte zum letzten Mal in der alten Heimat Siebenbürgen mit meiner Pfarrgemeinde im Wechsel gesprochen oder sogar gesungen. Im Sommer des Jahres 1990 war ein geplanter Wechsel von Peschendorf in die Pfarrgemeinde Rosenau nicht mehr möglich. Darum feierten wir Weihnachten schon im Mittelfränkischen Schornweißach, Bezirk Neustadt/ Aisch. Um meinen Beruf als Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche ausüben zu können, kamen wir im Sommer 1992 nach Österreich, in die obersteirische Pfarrgemeinde Wald im Bezirk Leoben. Von 1992 bis 2004 rief ich meiner Pfarrgemeinde dreizehnmal zu:

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“.

Darauf antwortete mir die Gemeinde:

Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“.

Im Sommer 2005 haben wir die Steiermark schweren Herzens verlassen und wechselten nach Oberösterreich in die Pfarrgemeinde Schwanenstadt, Bezirk Vöcklabruck. Dort haben wir achtmal Advent und Weihnachten feiern dürfen. Meine letzte Predigt und letzter Gottesdienst waren am 2. Sonntag im Advent, dem 9. Dezember 2012. Danach kam ich in einen langen, bis heute laufenden Krankenstand. Im Herbst 2013 haben wir aus angeführtem Grund Schwanenstadt verlassen und sind in St. Pölten, der Landeshauptstadt Niederösterreichs, gelandet. Hier hören wir nun schon zum dritten Mal diese bekannten Worte des Psalms 24:

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“.

Als Mitglied der Pfarrgemeinde St. Pölten antworte ich jetzt mit der Pfarrgemeinde:

„Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“.

Liebe Leserinnen und Leser! Nach einem längeren Rückblick auf die letzten 25 Jahre, jetzt zur Botschaft der advent- und weihnachtlichen Worte des Psalms 24.

Wenn wir gerade in diesen Wochen und Tagen Besuch erwarten, dann öffnen wir ihm gerne im Voraus das Hoftor oder die Haustür. Die erwarteten Gäste sollen merken, dass sie willkommen sind! Nehmen wir etwas von der Ankunft unserer Gäste wahr, laufen wir ihnen entgegen mit freundlicher Begrüßung und Umarmung. Wir nehmen uns Zeit für unsere Gäste und genießen das Miteinander.

Der Advent erinnert uns daran, dass Gott unterwegs ist, uns zu besuchen und zu begegnen, in seinem Sohn Jesus Christus. Ihm wollen wir die Tore und Türen weit öffnen. Er will auch willkommen sein, jedes Jahr und jeden Tag aufs Neue und bei jedem Einzelnen von uns. Er will unbedingt erwartet sein. Nur wer sich ihm ganz und gar öffnet und ihn auch in alle verborgenen Winkel seines Lebens hinein lässt, wird hellhörig für das, was er uns sagen will, wird feinfühlig für das, was er uns zeigen und mitbringen will. Das ist sein Wort, dem wir uns nicht verschließen dürfen, denn Gottes Wort will uns führen und leiten. Unserem Gott die Tore und Türen weit öffnen, das heißt doch, sich auf ihn immer wieder einzustellen und bereit zu sein, für ganz neue Erfahrungen mit ihm. In einem lebendigen Glaubensleben haben Schlösser und Riegel an unseren Toren und Türen nichts verloren, denn sie hindern Gottes Wirken in, mit und an uns! Deshalb rufe ich jedem von euch zu: Öffne dich Gott, lass dich überraschen von dem, was er für dich bereit hält. Wer sich Gott ganz und gar öffnet, der ist dann auch offen für andere, der hat ein offenes Ohr, eine offene Hand und vor allem ein offenes Herz, auch für notleidende Mitmenschen! Wer Gott und seinen Sohn Jesus Christus annimmt, der ist auch offen für Veränderungen aller Art, offen für neue Sichtweisen und eine neue Welt. Öffnen auch wir unsere Tore und Türen für die Advent- und Weihnachtsbotschaft. Öffnen auch wir unsere Herzen für diese frohe Botschaft! Am besten tun wir das mit den Worten des bekannten Liedes von Georg Weissel:

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ, mein Herzenstür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr!“
(EG 1, 5).

Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen durch das neue Jahr 2016!

Euer Gerhard Roth, samt Familie !

Wir sagen euch an, den lieben Advent. IMG_5133
Sehet, die dritte Kerze brennt!
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen,
freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr. (EG 17, 3)

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer! 

Am heutigen 3. Advent grüße ich euch zum ersten Mal aus unserer neuen Heimat St. Pölten, der Landeshauptstadt Niederösterreichs. Wir wissen, Advent ist die Zeit der Vorbereitung und Besinnung. Das erkennen wir auch an der liturgischen Farbe – violett. Diese schöne Farbe der kirchlichen Paramente – Altar- und Kanzelbehänge – stellt uns das sichtbar vor Augen: Vorbereitung und Besinnung. Wie passen nun die Worte aus dem Lukasevangelium in diese besinnliche und stille Zeit hinein? 

In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Landpfleger in Judäa war und Herodes ein Vierfürst in Galiläa und sein Bruder Philippus ein Vierfürst in Ituräa und in der Gegend Trachonitis und Lysanias ein Vierfürst zu Abilene, da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren: da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, des Zacharias Sohn, in der Wüste. Und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung Sünden, wie geschrieben steht in dem Buch der Reden Jesaja’s, des Propheten, der da sagt: „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des HERRN und macht seine Steige richtig! Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel erniedrigt werden; und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlichter Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen.“ Da sprach er zu dem Volk, das hinausging, dass sich von ihm Taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße und nehmt euch nicht vor, zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Und das Volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, der tue auch also. Es kamen auch die Zöllner, dass sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Solde. (Lukas 3, 1-14)

Johannes der Täufer meldet sich am heutigen 3. Advent und ruft uns allen zu: „Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße!“. Passen folgende Worte und Begriffe in die besinnliche Zeit des Advents? Buße, Umkehr und Vergebung der Sünden. Johannes ruft uns alle auf: „Tut Buße, kehrt um, ändert euch – das allein ist der Weg zum Leben!“. Dieser Ruf zu Buße, zur Umkehr und Sinnesänderung muss weltweit gehört werden, wenn wir überleben wollen. Natürlich wäre es falsch und auch viel zu einfach, nur die Blüten des Unkrauts abzureißen, wir müssen das Übel dieser Welt vielmehr an der Wurzel anpacken. Von Früchten redet Johannes: Ein guter Baum trägt gute Früchte. Kleine und nicht gesunde Früchte können ein Hinweis darauf sein, dass mit der Wurzel etwas nicht in Ordnung ist. „Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ Der Ruf zur Umkehr in unserer Zeit und Gesellschaft hängt auch mit der Frage zusammen, wie und wo wir alle im Einzelnen verwurzelt sind. Der spürbare Abbruch mit der christlichen Tradition und ein immer stärkeres Abweichen vom Wege des Glaubens könnten deutliche Anzeichen für eine notwendige Wurzelbehandlung bei der heutigen Generation sein. Johannes ruft in der Wüste: „Machet Bahn für Gott! Bereitet dem Herrn den Weg!“. Diesen Ruf richtet der Täufer am heutigen 3. Advent auch an uns alle. Die aufgetürmten Berge in unserem Leben, die den Blick für Gott versperren, die gilt es abzutragen. Wir haben alle unsere ganz persönlichen Barrieren, die dem Kommen des Herrn im Wege stehn, die unbedingt abgebaut werden müssen. Johannes spart auch nicht mit deutlichen Worten: „Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?“. Wehe uns, wenn wir heute solche oder ähnliche Ausdrücke benützen würden. Aber andererseits: ob nicht manchmal ein deutlicher Satz Wirkung zeigen könnte? Ihr Lieben, Gott muss uns ja erreichen, wenn wir den Weg zum Leben finden sollen und wollen. Gott muss bei uns bis zu den Wurzeln vordringen, wenn gute Früchte des Glaubens reifen sollen. 

Wir stehen kurz vor Weihnachten! Wir werden jedes Jahr neu daran erinnert, dass Gott in Jesus Christus zu uns Menschen gekommen ist. Durch seine große Liebe werden wir fähig zur Umkehr, fähig zum neuen Leben. Die Hörer des Johannes haben wirklich nach Frucht ihres Glaubens gefragt: „Herr, was sollen wir tun?“. Die Antwort des Johannes ist sehr einfach aber auch ganz praktisch: „Lasst euch zunächst einmal genügen an dem, was ihr habt!“. Wie seltsam das doch klingt, angesichts des Kaufrausches der vorweihnachtlichen Wochen. Und die zweite Antwort des Johannes lautet: „Denkt daran zu teilen!“. Das müssen bestimmt nicht nur die vom Täufer erwähnten Hemden sein, sondern auch die Arbeit, die Löhne und das Vermögen müssen geteilt werden. Wir sollen Johannes nicht falsch verstehen: Moralpredigt allein schafft am heutigen 3. Advent noch keine Früchte des Glaubens! Seine Mahnung heißt: Räumt alle Hindernisse weg, macht den Weg frei, dass Gott euch erreichen kann, dass er an die Wurzeln des Bösen hinkommen kann. Dabei soll nicht die Axt das letzte Wort haben, sondern die Liebe, die zum Wachsen, zum Reifen und zum Leben befähigt. Früchte kommen dann fast von selbst. Darum beherzigen wir folgende Worte des Liederdichters Valentin Thilo:

„Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast;
macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst;
macht alle Bahnen recht, die Täler rings erhöhet,
macht niedrig was hoch stehet, was krumm ist gleich und schlicht.“(EG 10, 2)

Damit wünsche ich euch allen noch ein paar besinnliche Tage im Advent, frohe und gesegnete Weihnachten, sowie Gottes Geleit durch das neue Jahr 2014!

Euer Gerhard Roth samt Familie
St. Pölten, 15.12.13

dsc02967Liebe Kleinprobstdorfer, liebe Freunde,
herzlich willkommen auf unserer Internetseite

Gott spricht: Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim.
Monatsspruch Dezember, Jesaja 54,7

Advent (lateinisch adventus) bedeutet Ankunft. Die Adventszeit ist die festlich begangene Zeit der Vorbereitung und Erwartung der Ankunft Christi. Das Licht ist ein Symbol für Hoffnung und die Abwehr des Bösen, und es vertreibt die Dunkelheit. Für die Adventszeit wird ein Kranz aus Tannenzweigen gebunden, auf dem 4 Kerzen angebracht werden.

Ursprung des Adventkranzes
Schon aus der Antike kennen wir den Kranz als Siegeszeichen. Der mit vier Kerzen geschmückte Adventskranz soll Symbol für den Kampf des Christen gegen das Dunkle des Lebens sein.

Diese schöne Sitte ist ein sehr junger vorweihnachtlicher Brauch, der noch zu Beginn unseres Jahrhunderts in vielen deutschen Familien unbekannt war.

Der evangelische Theologe Johann Wichern benutzte am 1. Advent des Jahres 1838 kranzförmig aufgestellte bunte Wachskerzen zur Andacht. Allmählich hat sich die Sitte des Adventskranzes dann von Norddeutschland aus weiter verbreitet.

Nach dem 1. Weltkrieg hat u. a. die Jugendbewegung dem Adventskranz zu seiner heutigen Verbreitung verholfen. Um 1935 wurden dann die ersten häuslichen Adventskränze auch kirchlich geweiht, so wie es bis heute Brauch ist.

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.“

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf wünscht allen Landsleuten und allen Freunden der Kleinprobstdorfer eine gesegnete und besinnliche Adventszeit!

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr!

Nürnberg, den 24.12.2009