Neue Fotos aus Kleinprobstdorf, die uns dankenswerterweise von Uwe Gross zur Verfügung gestellt wurden.

 

[nggallery id=15]

Liebe Landsleute und Freunde,

die beiden DVDs mit Bildern und Videos unserer unvergesslichen Reise in die alte Heimat vom Juli 2011 sind nun fertig geworden. Auf einer DVD ist der Gottesdienst und die Friedhofsandacht aus Kleinprobstdorf – und auf der Zweiten der Rest unserer Reise in schönen Impressionen aufgezeichnet. Es ist von nostalgisch – ernst bis heiter und lustig alles geboten. Die Reiseteilnehmer sind bereits damit bestückt worden und wer die DVDs sonst noch mag kann sie bei mir bestellen. Ich erlaube mir eine „Schutzgebühr“ dafür zu erheben, von der ich für mich lediglich den Preis für die Rohlinge und die Verpackungs – und Versandkosten abziehen möchte, der große Rest geht an die HOG-Kleinprobstdorf, die gewiss eine sinnvolle Verwendung dafür findet. Eine DVD soll 6 Euro (12 Euro für beide) zzgl. 2 Euro Porto – und Versand kosten. Also, nichts wie bestellen, das „Reinschauen“ lohnt sich auf jeden Fall und es ist dazu noch eine gute Tat für die Heimatortsgemeinschaft, bzw. Kleinprobstdorf!

Mit lieben Grüßen
Bruno Roth

Rupprechtstrasse 3
91126 Schwabach
Tel: 09122-693533
mail: bruno-roth@outlook.de 

dsc029091_lbb

dsc02911_lbb                  

Kleinprobstdorfer reisen in die alte Heimat

Unter dem Motto „Lass dir die Fremde zur Heimat – aber die Heimat nie zur Fremde werden“, fand eine achttägige Busreise der HOG – Kleinprobstdorf in die alte Heimat statt. Am frühen Morgen des 5. Juli 2011 fanden sich dazu zahlreiche Kleinprobstdorfer aller Altersklassen, sowie einige Gäste und Freunde frohgelaunt in Nürnberg ein. Nach einer kurzen Verzögerung wegen eines „verschollenen“ Koffers, konnte es dann nach dessen Auffinden, mit einem Reisebus der „Schmetterling Reisen“, erwartungsfroh losgehen. Mit munteren Beiträgen der Reisenden, Gesang und guter Laune wurde pünktlich gegen Abend das erste Etappenziel Budapest erreicht.
Mit Hilfe eines kundigen Teilnehmers konnte die wunderschöne Donaumetropole von der „Fischerbastei“ aus bei einsetzender Dunkelheit bestaunt werden. Ebenso lustig ging es am nächsten Morgen über Oradea und Klausenburg weiter Richtung Mediasch. Der vertrauten Landschaft näher kommend, wurde es im Bus zusehends stiller. Neben Weinigen die öfters in Rumänien sind, waren viele seit Jahrzehnten nicht mehr in der alten Heimat, einige Junge sogar das erste Mal. Nach Zeitplan wurde schließlich in einem Mediascher Hotel eingecheckt. Der Aufenthalt in diesem Hotel war vom ersten Abend an sehr angenehm und hatte einen überaus freundlichen und familiären Charakter.
In den nächsten Tagen wurden bei herrlichem Sommerwetter Kleinkopisch, mit freundlichem Empfang des Bürgermeisters, Hermannstadt mit ebenfalls freundlichem und spontanem Empfang von hohen Vertretern der Landeskirche im Bischofpalais, Mediasch mit einer Abendführung, Birthälm und Schäßburg mit einer unvergesslichen, lehrreichen und auch witzigen Altstadtführung durch Professor i.R. Hermann Baier, besucht. Am Samstag den 9.07.11 folgte dann der von vielen mit Sehnen erwartete Höhepunkt „Kleinprobstdorf“. Morgens ging es zuerst zum Mediascher Markt zwecks Blumenkaufs für den Friedhof und anschließend mit viel Herzklopfen in Richtung Heimatdorf.
Da der große Reisebus (noch) nicht über die Kokelbrücke durfte, setzte sich der Tross ab diesem Punkt mit Gepäck und Blumen, zu Fuß durchs Dorf zur Kirche. Es war ein erhabenes Bild, gleich einem lang ersehnten Gruß an die Heimat.
Drei privat angereiste Kleinprobstdorfer Landsleute fanden sich ebenfalls ein und nach einer kurzen Verschnaufpause folgte ein zu Herzen gehender Gottesdienst mit Heiligem Abendmahl, abgehalten von Gerhard Roth, heute Pfarrer in Schwanenstadt/Österreich. Unterstützt wurde er in hervorragender Art durch Lektorin Luise Grigori-Roth. Anschließend begab man sich zum sehr gepflegten Friedhof, wo bei „unbarmherzig knallender“ Sonne noch eine ebenso ergreifende Andacht folgte, nach der sich jeder zu „seinen“ Gräbern begab. Nach Rundgängen durchs Dorf, mit der auf EU-Standard renovierten Schule, der ebenfalls beeindruckenden Fleischerei und dem leider verfallenden Pfarrhaus, fand man sich auf einem privaten Grundstück ein, auf welchem bei reichlich Speis und Trank – von netten Gastgebern serviert, ein unvergesslicher – da unvergleichlicher Tag allmählich zu Ende ging, für manche bis in die späten Abendstunden….
Eine Burzenlandrundfahrt mit Hinfahrt über Schäßburg, einem herrlichen Picknick am Kronstädter Stadtrand und der Rückfahrt über Fogarasch mit malerischen Dörfern, rundete diese Siebenbürgen – Erlebnisreise am Sonntag ab. Am frühen Montagmorgen hieß es dann schon mit Wehmut Abschied von der alten Heimat nehmen, da es über Hermannstadt, mit kleinem Abstecher nach Mühlbach mit Kirchenbesichtigung, diesmal über Arad zur letzten Übernachtung erneut nach Budapest ging. Nach dem Abendessen fanden nur noch wenige Muße für einen kleinen Stadtbummel, die meisten fielen „todmüde“ ins Bett. Am Tag der Heimreise war im Bus eine Atmosphäre der Nostalgie, etwas Müdigkeit, jedoch auch tief empfundene und bekundete Dankbarkeit für dieses einmalige Erlebnis. Nachdem Gerhard Roth mit Familie in Österreich verabschiedet wurde, kam der Bus am Dienstag den 12.07.2011 pünktlich gegen 19:00 Uhr in Nürnberg an.

Für diese unvergesslichen Tage gilt es von Herzen „danke“ zu sagen: Allen Teilnehmern, die zum guten Gelingen beigetragen haben, den freiwilligen Helferinnen und Helfern im Bus und in Kleinprobstdorf, die in selbstloser Weise mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Herzlichen Dank auch an Pfarrer Gerhard Roth und an Luise Grigori-Roth für die tägliche geistliche Betreuung und den Gottesdienst in Kleinprobstdorf. Ein ganz besondere Dank geht an den stets freundlichen und hilfsbereiten Busfahrer Kurt Penteker – ebenfalls ein Siebenbürger und vor allem an den Organisator der Reise, unseren HOG – Vorsitzenden Hans Folea – Stamp und seine Gattin, ohne deren aufopferungsvolle Vorarbeit, diese Reise nie hätte stattfinden können.

Im Namen der Teilnehmer

Bruno Roth, Schwabach den 21.07.2011

Vorwort

Liebe Brüder und Schwestern aus unserer alten Heimat Kleinprobstdorf!kleinprobstdorf2

Ein Gedicht gehört eigentlich zum Bereich der Kultur einer Gemeinde. Weil aber der Inhalt dieses Gedichtes, Auszüge aus dem täglichen Leben, der Familie, der zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie Fleiß, Redlichkeit und Landschaft samt Gottesgaben wiedergibt, habe ich es doch dem Bereich „Geschichten“ zugeordnet. 
Alle Mitbürger, die älter als 40 sind, werden sich noch an mich erinnern. Solltet Ihr euch mit einem Teil eurer Vergangenheit im Inhalt des Gedichtes wiederspiegelt finden, werdet Ihr euren jüngeren Angehörigen gewiss erzählen, wer ich bin, wo ich wohnte und mit welcher Freude und Geborgenheit wir alle so gerne, in unserem Dorf, in unserer Heimat, gelebt haben. Unser Birnbaum ist wahrlich der einzige Baum, von den vielen Obst- und Zierbäumen, die auf unseren Gassen standen, der die kommunistische Umweltverschmutzung überlebt hat. Er wurde 1897 von meinem Großvater, Schörwerth Martin, vor unser Haus gesetzt. Die Sehnsucht und die Erinnerung an unsere alte Heimat haben mich dazu bewogen, dieses Gedicht zu schreiben. Es soll den Dank der getätigten Mühe meiner Eltern für mich und meine Geschwister wiederspiegeln, das geborgene Kinderleben, die Freundschaft, den Fleiß und den natürlichen Reichtum, der uns umgab, sowie den Schmerz der oft durchgelebten Entbehrungen.

Meine Heimat

Ich weiß es noch als wär´ es gestern,
so klein wie ich doch damals war,
ein armes Haus mit vielen Brüdern,
viel´ Plag´ und Mühe um die Schar.

Mein Vater war wohl groß geboren,
Fleiß und Redlichkeit sein Ziel.
Für Kinder hat er sich verschworen,
Acht, die waren nicht zuviel.

Sieben Brüder und´ne Schwester,
wie in Stufen aufgereiht.
Zeiten gab´s, da hätte mancher,
durchgedreht, gesucht die Weit´.

Es bedarf sehr vieler Mühe,
vom Nichts zum Menschensein.
Gekannt Sie nie: die Ruhe,
unser trautes Mütterlein.

Herzlich gut, das war Sie immer,
voller Sorg´ und Sonnenschein.
Bei jedem Leid und Kummer,
Stütze, Hoffnung wollt´ Sie sein.

Geboren bin ich in dem Dorfe,
wo vorbei die Kokel fließt,
und in der Nähe einer Kirche,
wo ein großer Birnbaum sprießt.

Der Baum, der war sehr oft ein Segen
und Genuss für manche Zeit.
In den großen Sommergluten,
im Schatten sein ich oft verweilt.

Die Lage unser´s Vaterhofes,
die war recht schön platziert.
So, dass Ein und Aus des Dorfes,
weit hinaus konnt´ observiert.

Zu unserer linken Seite standen,
die Schule vorn, der Berg zurück.
Und zu unserer Rechten wohnten
wohlhabende Leut, zum Glück.

Unserem Birnbaum gegenüber,
wie es später sollte sein,
wohnt von mir der 8-te Bruder,
mit dem das Leben mich vereint.

Und gerad´ bei unserem Hause,
teilten sich die Gassen auf.
Die eine links vorbei der Kirche,
die andere rechts zum Friedhof aus.

Vor der Schule und dem Kirchturm,
also links vor unserem Haus,
alte Akazien blühten rundum,
eingezäunt mit Ein und Aus.

Unter diesen prächtigen Bäumen,
waren Bänk´ im Kreis gereiht.
Hier gab es viele Feierstunden,
mit Musik zur späten Zeit.

Ach wie schön manch´ Sommerabend,
wenn der Friede kam dazu
und die Stern´ am Himmel strahlend,
sank man aufgelöst in Ruh.

Wenn manch schöner Donnerregen,
den Fluss der Gasse füllte auf
und wir Kinder nachher spielten
in des Flusses warmem Lauf.

Vergessen sind auch nicht die Spiele,
wo die Gassentür ging auf.
Wenn sie sich dann wieder schließte,
warst Du drinnen oder drauß’.

Wenn die Dämmerung dann nahte,
sah man von der Burg ins Tal,
wie die Leut´ die Felder räumten,
die gepflegt zum ´zigten mal.

Und wenn der Hanf herangereift,
zur späten Zeit des Sommers,
machte sich das Plätschern breit,
in unserer warmen Kokel.

Immer schön war’s anzusehn,
wenn die Mädchen Hanfe wuschen,
weil im Schwingen und im Drehn,
die Hemden hoch und nieder rutschten.

Wer vergisst denn bloß die Zeit,
wo die Aprikosen reiften,
deren Gold von weit und breit,
klein und große Herzen freuten.

Und was für eine Pracht zu sehen,
an den Hängen unserer Berge,
Trauben die so perlenschön,
hochgereift im späten Herbste.

Ja, da bin ich wohl geboren,
in dem fernen schönen Land.
Müsst´ ich hin, es zu begrüßen,
gönnt´ ich keinem meine Hand.

Denn ein Kind hat eine Mutter,
ein Erwachsener oft ein Land.
Eine Heimat nicht ein jeder,
da ist´s wo die Wiege stand.

In das Dorf, wo ich geboren,
gehe ich nun nicht mehr hin,
weil bei denen, die´s bewohnen,
Baum und Blumen nicht mehr blüh’n.

Auch die Aprikosen sind verstorben,
und die Trauben noch dazu.
Nur der Birnbaum, der ist geblieben,
er find´ vor Sehnsucht keine Ruh.

von Mathi-Steffi

Die Bilder wurden von Gerlinde, Michael und Bruno Roth im August 2007 aufgenommen.

 [nggallery id=4]

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Zu wünschen das es wohlgelingt 
Ist Sitte – Völkerbrauch. 
Drum in dem neuen Jahr ich bringe – 
Hier meine Wünsche auch. 
O neues Jahr sei reich an Segen – 
und reichlich arm an Not. 
Gott segne dich, das Volk zu pflegen, 
mit Geld – Gesundheit – Brot. 
Schenk ihm Gesundheit, Heldenstärke 
nur kein Feind und Krieg 
und fördere des Gerechten Werke 
zu stetem Ruhm und Sieg. 
Das Schwert lass stecken in der Scheide, 
die Sichel blinke nur, 
lass Friede sein, der Völker Freude, 
auf Vaterlandes Flur. 
Bei Tage gib uns Sonnenblicke 
Nachts Mond und Sternenschein. 
Trost, Hoffnung – Mut auch im Unglücke, 
im Herbste guten Wein. 
Dein Frühling sei voll Blüte, 
voll Frucht die Herbstenzeit, 
und Nebel – trostlos das Gemüte, 
wenn es im Winter schneit. 
Zum Ackerbau gib gute Pflüge 
Den Bauern Kraft und Mut 
die Wahrheit sei das Grab der Lüge 
und Tod – der Höllenbrut. 
Den Armen schenke Schaf und Rinder 
und dabei wenig Not – 
den Reichen aber viele Kinder – 
die haben für sie Brot. 
Was soll von meiner Wünsche Gaben 
mir deine Hand verleihen? 
Lass in der Welt das Glück mich laben, 
stets frisch gesund zu sein. 
O Jahr dies will ich noch begehren 
von deiner Spenderhand. 
Wollst diese Wünsche mir gewähren 
zum Glück fürs Vaterland. 



( nach dem Original um 1864)
Von Johann Dohler 1817-1884
Landsmann aus Kleinprobstdorf

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Die Fotos der einzelnen Häuser sind im März 2006 entstanden.
Aufnahmen von Johann Folea-Stamp

 

[nggallery id=3]

Die Bilder wurden von Martin Lienerth dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Nachahmer sind herzlichst erwünscht.

 [nggallery id=5]