Liebe Mitglieder
Liebe Landsleute und Freunde,

dsc00026ein ereignisreiches Jahr 2010, auch für uns Kleinprobstdorfer, neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Als Höhepunkt sein unser Heimattreffen vom 09.10.2010 in Schwabach noch mal erwähnt. Trotz den „Anlaufschwierigkeiten“ wurde es dann doch noch zu einem unvergessenen Ereignis. Auch jetzt melden sich noch zahlreiche Landsleute und bedanken sich dafür. Auch wenn wir von 300 auf ca. 200 Teilnehmer „geschrumpft“ sind, bleibt für die Zukunft zu hoffen und zu wünschen dass dieser beachtliche Stamm diesbezüglich weiterhin aktiv bleibt. Die Tische mit den „grauen/weißen Haaren“ nehmen naturgemäß halt ab, umso dankbarer sind wir für den unbezahlbaren Schatz unserer „Alten“ und tun gut daran sie zu ehren und Augen, Ohren und Herzen weit zu öffnen, solange es sie noch gibt!

Wir gedenken an dieser Stelle der zahlreichen Landsleute die uns im vergangenen Jahr verlassen haben und befehlen sie in die Fürsorge des Allmächtigen. Ebenfalls denken wir an unsere Kranken und wünschen von Herzen leibliche und seelische Genesung.

In unserer siebenbürgischen Heimatkirche wurde vor kurzem ein neues Oberhaupt gewählt und bestellt. Dass es Herr Dechant Reinhard Guib aus „unserem“ Mediascher Bezirk geworden ist, freut uns sehr. Wir wünschen Herrn Bischof Guib alles Gute und Gottes führende Hand für seine
neue, verantwortungsträchtige Aufgabe.

Schließlich möchten wir noch auf das wunderschöne Weihnachtsgedicht in sächsischer Mundart von Lehrerin i.R. Gertrud Grigori, unserer lieben „Truditant“ hinweisen. Es wärmt gerade in diesen Tagen „die auf Reise gehenden“ Herzen. Trotz körperlichen Gebrechen, wissen wir um ihren noch sehr regen Geist und wünschen ihr für die Zukunft die bestmöglichste Gesundheit, auf dass sie uns noch mit vielen Beiträgen erfreuen kann. Sie wünscht ihrerseits allen Kleinprobsrdorfern ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute fürs neue Jahr!

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr!

Nürnberg, den 22.12.2010

 
 

Et wor emol … Chrästdoch derhim

Gläcklich Chrästfeiertaj uch de Gesangd
Wängschten sich de Alden uch de Kängd.

De Viurberiedungen woren verif,
alles wä um Schnärchen lef.
Ofgedon word der gemießt Schweng
äm Keller logert der geat Weng.
De Fra fiecht det gonz Heos,
eos en jedem Wänkel den Stuf ereos.
Gebocken word Hunklich und Strätzel,
zem Schloss uch noch Botterbretzel.

Iwer de Giwel bleas der kolt Wängt,
Chrästdochgedichter lierten de Schiulkängd.
De Klensten froaten sich iwer de Flocken
und spielden derwel mät ären Doken.
Uch der Diuden wort gedocht,
Donnenast of de Grawer gelocht.

Bäm Glockenklong des Owends äm sies,
machten sich ollen schnellstens of de Fess.
Jeder wul erwäschen en geaden Platz,
domät hie uch mätbekum en jeden Satz.

De Kängd steangden gespannt angder dem Bum,
det Beld kit es hegt fiur wä en far Drum.
De Froad soch em en un äm Gesicht,
är Bläck strohlt wä det Kerzenlächt.
Der Viurdroch vun Gedichtern und Liedern
kloppt wä um Schnärchen, ängden wedder.
Stille Nacht, heilige Nacht klung et vun der Empor
det hiesch Lied gesangen vum Kirchenchor.

Won dro det lietzt Lied än der Kirch verhollt,
der Forr sich zwäschen de Klensten stollt.
Hie verseackt mät ifochen Wiertern dro,
det Wangder vun Bethlehem
än ze brongen noh.
Am den Elter de Kängd dro gengen,
uch är Päckchen vun den Fran empfengen.

Vum Turm erow bleasen de Adjuvanten det Puer-Natus
welt verkändigt de Geburt ases Herrn Jesus Christus.
Derhim de Famili gemätlich zesummen soß,
de Griuß den Kängden Meren viurloß.

Zefridden geng em dro zer Reah
und macht de Uchen sielij zea.

Bäm Gockenklang des Morjest äm foaf
macht der Heoshärr trotz Kolden det Fenster wegt off,
de Petroleumlompen worden entzangen
als Beweis dot der Chrästdoch än de Harzen uch Heser gedrangen.

De Kängd viur der Kirch gengen wängschen
zem Nober, zea Bekunten uch Frängden,
beseackt worden Giuden uch Poten,
ower ohnen Termin uch Daten.
„Gläcklich Chrästfeiertaj uch de Gesangd“
wängschten se und gowen artig de Hoingt.
En klien Geschink sä bekumen zem Dank.

Derhim em sich fiur de Kirch macht beriet
em undeht det än Ihren geholden Kirchenklied.
Bäm Gung en de Kirch em sich dräkt de Hoingt
„Gläcklich Chrästfeiertach uch de Gesangd“ sich wängscht.
Der Prädicht wort ställ zeagehirt,
denn em ihrt deamols noch Gottes Wiurt.

Fiur Mättauch word Räpp uch Wurscht gebroden
derzea oß em Paleuks uch Kampest, di geat geroden.
Nomättauch geng em of Besäk
mät der gunzen Paraputsch äm Gepäck.
Des Owends froat em sich dro em Saal
of de Theateroffährung uch de Ball.

Um Chrästdoch leß em allen Sorjen loan,
em kaingt sich noch vun Harzen froan.
Wi derhim huet erliewt det Fäst
et nä uch näkest mi vergäßt.

Lehrerin i.R. Gertrud Grigori – „Truditant“

 

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Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer,

die Zeit, als ich, Uwe Schuller, die Sommerferien oftmals in Kleinprobstdorf bei meinen Großeltern Regina und Stefan Grigori sowie bei meinen Tanten Anni und Magda verbrachte, liegt nun schon mehr als 20 Jahre zurück. Es war eine für mich sorgenlose und unbekümmerte Zeit. Wir hatten keinen erwähnenswerten Wohlstand. Wir hatten nur uns. Keine Handys. Keine Computer. Kein High-Tech. Trotzdem oder gerade deswegen war meine Kindheit in Siebenbürgen die bisher mit Abstand schönste Zeit meines Lebens. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn nicht jeder diese Meinung teilt. Viele Menschen hatten damals mit Problemen und Sorgen zu kämpfen, die ich als Kind nicht mitbekam beziehungsweise die von mir ferngehalten wurden. Ich will hier keinesfalls den Eindruck erwecken, dass ich mit dem damaligen politischen System in Rumänien, dem Kommunismus, sympathisiere. Ich will es mal ganz deutlich ausdrücken: Der Kommunismus widert mich genauso sehr an wie es auch der Kapitalismus tut! Wie der Kapitalismus die Gesellschaft prägt und verdirbt, ist gerade in der Weihnachtszeit in besonderem Maße zu beobachten.
Der Tag der Geburt Jesu Christi ist das Fest der Liebe und der Nächstenliebe, der Freude und natürlich auch der Familie und der Besinnlichkeit.
Die Realität sieht heutzutage leider anders aus: Der Kommerz steht im Mittelpunkt, das „Fest aller Feste“ ist zum „Fest des Konsums“ verkommen. Hauptschuldig daran ist vorwiegend die sogenannte freie und „soziale“ Marktwirtschaft, sowie eine daraus resultierende, zumindest größtenteils, zunehmend verblödende Gesellschaft. Insbesondere bei vielen jungen Leuten sieht es traurig aus. Oft verbringen sie ihre Freizeit mit unsinnigen technischen Spielereien oder mit dumpfen Gewalt- oder Ballerspielen am PC.
Viele kennen keinerlei Gedichte oder die Texte der Weihnachtslieder, ja einige wissen noch nicht einmal, was an Weihnachten überhaupt gefeiert wird! Geschenke sind alles, was für viele von der heutigen jungen Generation zählt. Man sollte gerechterweise nicht nur den jungen Menschen den „schwarzen Peter“ zuschieben, denn während wir früher in Siebenbürgen schon Wochen vor Weihnachten die Weihnachtslieder übten, wird hierzulande seitens der Bildungseinrichtungen bedauerlicherweise kaum noch Wert darauf gelegt, die Kinder in die Welt der Gedichte, der Lieder und der Literatur im Allgemeinen einzuführen.
Man sollte sich, was Geschenke betrifft, in Bescheidenheit üben, denn Geschenke sind nicht das, worauf es an Weihnachten ankommt. Ein gemütliches und hoffentlich gesundes Beisammensein der Menschen, die einem sehr nahe stehen, gemeinsam Weihnachtslieder unterm Weihnachtsbaum singen (mit instrumentaler Begleitung, etwa Gitarre, umso schöner) und später dann in besinnlicher Runde zusammen essen – schöner kann ein Weihnachtsfest nicht sein. Das ist zumindest meine Meinung.
Geschenke sind, finde ich, etwas für Kinder. Es gibt kaum etwas Schöneres als vor Freude leuchtende Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum, welche mit den Kerzen am Baum um die Wette strahlen. Ich habe neulich den Beitrag von Regina Roth („Nintant“) im „Kleinprobstdorfer Heimatblatt“ über die Vorbereitung auf Weihnachten gelesen. Wehmütig habe ich mich an Weihnachten in Siebenbürgen erinnert. Was haben wir uns damals über die Päckchen, die wir in der Kirche bekamen, gefreut! Wenn zusätzlich zu dem Gebäck, den Äpfeln und Nüssen auch noch ein Kugelschreiber oder ein paar Hefte in dem Päckchen waren, war die Freude schier grenzenlos. Und heute? Viele Kinder sind undankbar und derart verwöhnt, dass sie den Rachen nicht voll genug bekommen können! Voller Stress und Hektik mühen sich viele Menschen durch proppenvolle Geschäfte, um Geschenke zu kaufen. Hat man sich zu den Regalen durchgekämpft, zermartert man sich den Kopf darüber, was man dem einen und dem anderen kaufen soll. Mit den gekauften Geschenken liegt man nicht selten daneben. Heiligabend begehen dann viele aufgrund des vorweihnachtlichen Stresses ziemlich entnervt und ausgebrannt. Oft geht der Trubel danach weiter, denn: Geschenke umtauschen steht auf dem Plan, weil viele mit ihren Geschenken wieder einmal danebenlagen.
Wo bleibt da die Besinnlichkeit? Warum tun sich so viele Menschen diesen unnötigen Stress an? Warum begeht man das Weihnachtsfest nicht einfach ohne Geschenke, unbeschwert und unbekümmert, so, wie ich in Siebenbürgen meine Kindheit erlebt habe? Man sollte besonders in der Weihnachtszeit an das unsägliche Elend und die Not auf diesem Planeten denken. An die Millionen hungernden und kranken Kinder, an die Verstümmelten und Verwundeten in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt. Anstatt sich in dieser Überflussgesellschaft noch zusätzlich Weihnachtsgeschenke um die Ohren zu hauen, sollte man lieber für diese Menschen spenden, damit wenigstens zur Weihnachtszeit ein Funken Licht in ihr vom Schicksal gebeuteltes Leben kommt.

In der heutigen hektischen Zeit hoffe ich, dass wir alle über die Weihnachtsfeiertage im Kreise unserer Liebsten Besinnlichkeit finden. Ich wünsche allen Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfern ein frohes, gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2011.

Schöne Grüße aus Gummersbach,
Uwe Schuller

 

Weihnachtszeit

Jahr für Jahr, zur gleichen Zeit,
wenn es kälter wird und schneit,
überall liegt Schnee und Eis,
unsere ganze Welt ist weiß,
dann spielt sich ab, allemal,
ein bestimmtes Ritual:

Wenn in Einkaufszentren Kinder plärren
und an den Mänteln ihrer Mütter zerren,
weil sie den Krempel,den ach so tollen,
gerne als Geschenke haben wollen,
weil sie die Spielzeuge, die netten,
gerne unterm Baume hätten,
wenn Leute hektisch Urlaubsreisen buchen,
während andere krampfhaft Geschenke suchen,
dabei manchmal auch heftig fluchen,
wobei häufig alle Nerven blank liegen,
zuweilen sogar Sachen durch die Gegend fliegen,
wenn alle drängelnd an den Ladentischen
mit beiden Ellenbogen kräftig mitmischen,
sich dann noch in Eile und unter Qualen
gegenseitig herumschubsen vor vollen Regalen,
dann den ganzen Ramsch und Plunder kaufen,
während andere unentwegt Glühwein saufen,
und die vielen, nicht zu vergessen,
die massenweise Lebkuchen fressen,
Stress und Hektik weit und breit,
dann ist sie da, die Weihnachtszeit.
Wo bleibt da die Besinnlichkeit?

Alles dreht sich um den Konsum;
das ist oberflächlich und auch dumm!
Hört auf, in die Läden zu laufen,
um den ganzen Kram zu kaufen!
Macht in dieser Gesellschaft voller Überfluss
mit dem Konsumwahn endlich Schluss!
Wir sollten alle, ob Groß oder Klein,
mit weniger zufrieden sein!
Ich sage deshalb: „Man bedenke,
Weihnachten geht auch ohne Geschenke!“
Anstatt sich vor den Weihnachtstagen
mühevoll durch die Geschäfte zu plagen,
anstatt sich unnötigerweise zu beschenken,
sollte man lieber an Bedürftige denken.
Man sollte auf die Bescherung verzichten
und stattdessen Edelmütiges verrichten:

 

Zeigt Mitgefühl und habt ein Erbarmen,
spendet lieber für die Armen!
Entrichtet einen kleinen Almosen
an die Gepeinigten und Obdachlosen!

Denkt besonders in der Weihnachtszeit
an ihr Elend und ihr Leid!
Helft hungrigen und kranken Kindern,
helft, Not und Leid auf der Welt zu lindern!
Helft, ihre Pein zu vermeiden,
lasst sie nicht mehr länger leiden!
Helft, ihr Schicksal zum Besseren zu wenden,
helft, ihr Martyrium zu beenden!
Lasst ihre Augen nicht mehr weinen,
lasst wieder die Sonne für sie scheinen!
Denkt auch an die Verwundeten und Versehrten
und an die, die nicht wieder heimkehrten!
Denkt an die, die hinterblieben,
trauern und weinen um ihre Lieben!

Lasst Eure Herzen nicht erkalten,
denkt auch an die Gebrechlichen und die Alten!
Zeigt Herz und seid großzügig beim Geben,
bringt wieder Hoffnung in dieser Menschen Leben!
Bringt sie wieder ein kleines Stück
auf den Weg des Glücks zurück!
Bringt dorthin, wo das Elend wohnt,
wieder Licht an den Horizont!
Ist es auch noch so klein, das Licht,
es gibt diesen Menschen Mut und Zuversicht!
Öffnet Eure Herzen weit
und bringt gerade in der Weihnachtszeit
in diese Welt ein Stück Menschlichkeit!
Obendrein wäre es angemessen,
darüber nachzudenken und nicht zu vergessen,
dass wir jährlich unzählige Tannen und Fichten
zum Zwecke des Weihnachtsfests vernichten.
Kauft deshalb keinen Weihnachtsbaum,
auch ein paar Zweige schmücken den Raum.

Seid barmherzig und lasst auf Erden
für alle Menschen Weihnacht werden!
Wenn die Glocken zum Fest erklingen,
sollen sie Frieden und Freude bringen.

 

 

 

Uwe Schuller, 18.10.2010