Liebe Leserinnen und Leser!

Morgen ist der vierte Sonntag im Advent. Wir gehen mit riesigen Schritten auf Weihnachten zu und feiern bald das erste Hochfest im Laufe des Kirchenjahres, das „Christfest“, die Geburt unseres Heilandes Jesus Christus. Ganz vertraut klingen uns die Worte des 24. Psalms:

 

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

            Wer ist der König der Ehre?

            Es ist der Herr, stark und mächtig.

Der Herr, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

            Wer ist der König der Ehre?

            Es ist der Herr Zebaoth;

            Er ist der König der Ehre.

Psalm 24, 7-10

 

Liebe Schwestern und Brüder! Vor 25 Jahren habe ich diese Worte zum letzten Mal in der alten Heimat Siebenbürgen mit meiner Pfarrgemeinde im Wechsel gesprochen oder sogar gesungen. Im Sommer des Jahres 1990 war ein geplanter Wechsel von Peschendorf in die Pfarrgemeinde Rosenau nicht mehr möglich. Darum feierten wir Weihnachten schon im Mittelfränkischen Schornweißach, Bezirk Neustadt/ Aisch. Um meinen Beruf als Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche ausüben zu können, kamen wir im Sommer 1992 nach Österreich, in die obersteirische Pfarrgemeinde Wald im Bezirk Leoben. Von 1992 bis 2004 rief ich meiner Pfarrgemeinde dreizehnmal zu:

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“.

Darauf antwortete mir die Gemeinde:

Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“.

Im Sommer 2005 haben wir die Steiermark schweren Herzens verlassen und wechselten nach Oberösterreich in die Pfarrgemeinde Schwanenstadt, Bezirk Vöcklabruck. Dort haben wir achtmal Advent und Weihnachten feiern dürfen. Meine letzte Predigt und letzter Gottesdienst waren am 2. Sonntag im Advent, dem 9. Dezember 2012. Danach kam ich in einen langen, bis heute laufenden Krankenstand. Im Herbst 2013 haben wir aus angeführtem Grund Schwanenstadt verlassen und sind in St. Pölten, der Landeshauptstadt Niederösterreichs, gelandet. Hier hören wir nun schon zum dritten Mal diese bekannten Worte des Psalms 24:

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“.

Als Mitglied der Pfarrgemeinde St. Pölten antworte ich jetzt mit der Pfarrgemeinde:

„Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“.

Liebe Leserinnen und Leser! Nach einem längeren Rückblick auf die letzten 25 Jahre, jetzt zur Botschaft der advent- und weihnachtlichen Worte des Psalms 24.

Wenn wir gerade in diesen Wochen und Tagen Besuch erwarten, dann öffnen wir ihm gerne im Voraus das Hoftor oder die Haustür. Die erwarteten Gäste sollen merken, dass sie willkommen sind! Nehmen wir etwas von der Ankunft unserer Gäste wahr, laufen wir ihnen entgegen mit freundlicher Begrüßung und Umarmung. Wir nehmen uns Zeit für unsere Gäste und genießen das Miteinander.

Der Advent erinnert uns daran, dass Gott unterwegs ist, uns zu besuchen und zu begegnen, in seinem Sohn Jesus Christus. Ihm wollen wir die Tore und Türen weit öffnen. Er will auch willkommen sein, jedes Jahr und jeden Tag aufs Neue und bei jedem Einzelnen von uns. Er will unbedingt erwartet sein. Nur wer sich ihm ganz und gar öffnet und ihn auch in alle verborgenen Winkel seines Lebens hinein lässt, wird hellhörig für das, was er uns sagen will, wird feinfühlig für das, was er uns zeigen und mitbringen will. Das ist sein Wort, dem wir uns nicht verschließen dürfen, denn Gottes Wort will uns führen und leiten. Unserem Gott die Tore und Türen weit öffnen, das heißt doch, sich auf ihn immer wieder einzustellen und bereit zu sein, für ganz neue Erfahrungen mit ihm. In einem lebendigen Glaubensleben haben Schlösser und Riegel an unseren Toren und Türen nichts verloren, denn sie hindern Gottes Wirken in, mit und an uns! Deshalb rufe ich jedem von euch zu: Öffne dich Gott, lass dich überraschen von dem, was er für dich bereit hält. Wer sich Gott ganz und gar öffnet, der ist dann auch offen für andere, der hat ein offenes Ohr, eine offene Hand und vor allem ein offenes Herz, auch für notleidende Mitmenschen! Wer Gott und seinen Sohn Jesus Christus annimmt, der ist auch offen für Veränderungen aller Art, offen für neue Sichtweisen und eine neue Welt. Öffnen auch wir unsere Tore und Türen für die Advent- und Weihnachtsbotschaft. Öffnen auch wir unsere Herzen für diese frohe Botschaft! Am besten tun wir das mit den Worten des bekannten Liedes von Georg Weissel:

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ, mein Herzenstür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr!“
(EG 1, 5).

Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen durch das neue Jahr 2016!

Euer Gerhard Roth, samt Familie !

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen!
Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Monatsspruch Dezember, Jesaja 49,13

 

Verse im Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und das Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.

(Theodor Fontane 1819-1898)

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf wünscht allen Landsleuten und Freunden eine gesegnete, friedliche und besinnliche Adventszeit!
An dieser Stelle möchten wir einen Vorausblick auf das kommende Jahr wagen und mit Gottes Hilfe wieder ein Treffen in Nürnberg, am 24.09.2016 organisieren. Ein geeigneter Saal (diesmal Gästehaus Palmengarten, Donaustraße 25) ist bereits reserviert, Musik und Pfarrer auch schon „gebucht“, so dass nur noch um zahlreiches Zusagen/Erscheinen, bei diesmal wahrlich rechtzeitiger Ankündigung, gebeten wird.

Die offiziellen Einladungen hierfür folgen selbstverständlich, wie gehabt, zu gegebenem Zeitpunkt.

Nürnberg, im Dezember 2015

Vom SchenkenKP Winter

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk –
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz
1883-1934

 

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr 2015!

An dieser Stelle gedenken wir auch der Landsleute die uns in diesem Jahr verlassen haben und befehlen sie in die Fürsorge des Allmächtigen. Ebenfalls denken wir an unsere Kranken und wünschen von Herzen leibliche und seelische Genesung.

Nürnberg, den 20.12.2014

Wir sagen euch an, den lieben Advent. IMG_5133
Sehet, die dritte Kerze brennt!
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen,
freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr. (EG 17, 3)

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer! 

Am heutigen 3. Advent grüße ich euch zum ersten Mal aus unserer neuen Heimat St. Pölten, der Landeshauptstadt Niederösterreichs. Wir wissen, Advent ist die Zeit der Vorbereitung und Besinnung. Das erkennen wir auch an der liturgischen Farbe – violett. Diese schöne Farbe der kirchlichen Paramente – Altar- und Kanzelbehänge – stellt uns das sichtbar vor Augen: Vorbereitung und Besinnung. Wie passen nun die Worte aus dem Lukasevangelium in diese besinnliche und stille Zeit hinein? 

In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Landpfleger in Judäa war und Herodes ein Vierfürst in Galiläa und sein Bruder Philippus ein Vierfürst in Ituräa und in der Gegend Trachonitis und Lysanias ein Vierfürst zu Abilene, da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren: da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, des Zacharias Sohn, in der Wüste. Und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung Sünden, wie geschrieben steht in dem Buch der Reden Jesaja’s, des Propheten, der da sagt: „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des HERRN und macht seine Steige richtig! Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel erniedrigt werden; und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlichter Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen.“ Da sprach er zu dem Volk, das hinausging, dass sich von ihm Taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße und nehmt euch nicht vor, zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Und das Volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, der tue auch also. Es kamen auch die Zöllner, dass sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Solde. (Lukas 3, 1-14)

Johannes der Täufer meldet sich am heutigen 3. Advent und ruft uns allen zu: „Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße!“. Passen folgende Worte und Begriffe in die besinnliche Zeit des Advents? Buße, Umkehr und Vergebung der Sünden. Johannes ruft uns alle auf: „Tut Buße, kehrt um, ändert euch – das allein ist der Weg zum Leben!“. Dieser Ruf zu Buße, zur Umkehr und Sinnesänderung muss weltweit gehört werden, wenn wir überleben wollen. Natürlich wäre es falsch und auch viel zu einfach, nur die Blüten des Unkrauts abzureißen, wir müssen das Übel dieser Welt vielmehr an der Wurzel anpacken. Von Früchten redet Johannes: Ein guter Baum trägt gute Früchte. Kleine und nicht gesunde Früchte können ein Hinweis darauf sein, dass mit der Wurzel etwas nicht in Ordnung ist. „Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ Der Ruf zur Umkehr in unserer Zeit und Gesellschaft hängt auch mit der Frage zusammen, wie und wo wir alle im Einzelnen verwurzelt sind. Der spürbare Abbruch mit der christlichen Tradition und ein immer stärkeres Abweichen vom Wege des Glaubens könnten deutliche Anzeichen für eine notwendige Wurzelbehandlung bei der heutigen Generation sein. Johannes ruft in der Wüste: „Machet Bahn für Gott! Bereitet dem Herrn den Weg!“. Diesen Ruf richtet der Täufer am heutigen 3. Advent auch an uns alle. Die aufgetürmten Berge in unserem Leben, die den Blick für Gott versperren, die gilt es abzutragen. Wir haben alle unsere ganz persönlichen Barrieren, die dem Kommen des Herrn im Wege stehn, die unbedingt abgebaut werden müssen. Johannes spart auch nicht mit deutlichen Worten: „Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?“. Wehe uns, wenn wir heute solche oder ähnliche Ausdrücke benützen würden. Aber andererseits: ob nicht manchmal ein deutlicher Satz Wirkung zeigen könnte? Ihr Lieben, Gott muss uns ja erreichen, wenn wir den Weg zum Leben finden sollen und wollen. Gott muss bei uns bis zu den Wurzeln vordringen, wenn gute Früchte des Glaubens reifen sollen. 

Wir stehen kurz vor Weihnachten! Wir werden jedes Jahr neu daran erinnert, dass Gott in Jesus Christus zu uns Menschen gekommen ist. Durch seine große Liebe werden wir fähig zur Umkehr, fähig zum neuen Leben. Die Hörer des Johannes haben wirklich nach Frucht ihres Glaubens gefragt: „Herr, was sollen wir tun?“. Die Antwort des Johannes ist sehr einfach aber auch ganz praktisch: „Lasst euch zunächst einmal genügen an dem, was ihr habt!“. Wie seltsam das doch klingt, angesichts des Kaufrausches der vorweihnachtlichen Wochen. Und die zweite Antwort des Johannes lautet: „Denkt daran zu teilen!“. Das müssen bestimmt nicht nur die vom Täufer erwähnten Hemden sein, sondern auch die Arbeit, die Löhne und das Vermögen müssen geteilt werden. Wir sollen Johannes nicht falsch verstehen: Moralpredigt allein schafft am heutigen 3. Advent noch keine Früchte des Glaubens! Seine Mahnung heißt: Räumt alle Hindernisse weg, macht den Weg frei, dass Gott euch erreichen kann, dass er an die Wurzeln des Bösen hinkommen kann. Dabei soll nicht die Axt das letzte Wort haben, sondern die Liebe, die zum Wachsen, zum Reifen und zum Leben befähigt. Früchte kommen dann fast von selbst. Darum beherzigen wir folgende Worte des Liederdichters Valentin Thilo:

„Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast;
macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst;
macht alle Bahnen recht, die Täler rings erhöhet,
macht niedrig was hoch stehet, was krumm ist gleich und schlicht.“(EG 10, 2)

Damit wünsche ich euch allen noch ein paar besinnliche Tage im Advent, frohe und gesegnete Weihnachten, sowie Gottes Geleit durch das neue Jahr 2014!

Euer Gerhard Roth samt Familie
St. Pölten, 15.12.13


Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.


Lukas 2, 10

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!
Wir feiern Weihnachten, das Fest der Familie, der Freude und der vielen Geschenke.

Der Dichter Joachim Ringelnatz schreibt:

„Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt,
an Meinung, Geschmack und Humor,
sodass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist.“

Wann schenken, wenn nicht am Heiligen Abend und zu Weihnachten?
Weihnachten ist doch Geburtstag. Ein echtes Familienfest!
Wir Menschenkinder bekommen in Gott einen Vater, einen himmlischen Vater und in Jesus Christus einen Bruder.

Wir feiern Weihnachten, weil Gott uns das größte Geschenk macht: seinen Sohn, den Heiland und Erlöser. Was würde passieren, wenn Gott auf dieses wunderbare Geschenk verzichtet hätte? Darum wollen auch wir auf unser Geschenk Gott gegenüber nicht verzichten und nicht vergessen. Geben wir und schenken wir ihm unser Leben! Beschenken wir uns gegenseitig und untereinander mit etwas mehr Zeit und Verständnis für einander! Denken wir aneinander und danken wir füreinander – gerade in der Weihnachtszeit!

Machen wir uns am Heiligen Abend und zu Weihnachten auf den Weg zur Krippe, dann kehren wir als Beschenkte zurück. Denn wer sein Herz an Jesus verliert, der hat das Leben schon so gut wie gewonnen. So wie der große Liederdichter Paul Gerhardt sagt:

„Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir´s wohl gefallen.“ (EG 37, 1)

Damit wünsche ich euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes gnädigen Beistand im neuen Jahr 2012!

Euer Gerhard Roth, samt Familie

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer,

die Zeit, als ich, Uwe Schuller, die Sommerferien oftmals in Kleinprobstdorf bei meinen Großeltern Regina und Stefan Grigori sowie bei meinen Tanten Anni und Magda verbrachte, liegt nun schon mehr als 20 Jahre zurück. Es war eine für mich sorgenlose und unbekümmerte Zeit. Wir hatten keinen erwähnenswerten Wohlstand. Wir hatten nur uns. Keine Handys. Keine Computer. Kein High-Tech. Trotzdem oder gerade deswegen war meine Kindheit in Siebenbürgen die bisher mit Abstand schönste Zeit meines Lebens. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn nicht jeder diese Meinung teilt. Viele Menschen hatten damals mit Problemen und Sorgen zu kämpfen, die ich als Kind nicht mitbekam beziehungsweise die von mir ferngehalten wurden. Ich will hier keinesfalls den Eindruck erwecken, dass ich mit dem damaligen politischen System in Rumänien, dem Kommunismus, sympathisiere. Ich will es mal ganz deutlich ausdrücken: Der Kommunismus widert mich genauso sehr an wie es auch der Kapitalismus tut! Wie der Kapitalismus die Gesellschaft prägt und verdirbt, ist gerade in der Weihnachtszeit in besonderem Maße zu beobachten.
Der Tag der Geburt Jesu Christi ist das Fest der Liebe und der Nächstenliebe, der Freude und natürlich auch der Familie und der Besinnlichkeit.
Die Realität sieht heutzutage leider anders aus: Der Kommerz steht im Mittelpunkt, das „Fest aller Feste“ ist zum „Fest des Konsums“ verkommen. Hauptschuldig daran ist vorwiegend die sogenannte freie und „soziale“ Marktwirtschaft, sowie eine daraus resultierende, zumindest größtenteils, zunehmend verblödende Gesellschaft. Insbesondere bei vielen jungen Leuten sieht es traurig aus. Oft verbringen sie ihre Freizeit mit unsinnigen technischen Spielereien oder mit dumpfen Gewalt- oder Ballerspielen am PC.
Viele kennen keinerlei Gedichte oder die Texte der Weihnachtslieder, ja einige wissen noch nicht einmal, was an Weihnachten überhaupt gefeiert wird! Geschenke sind alles, was für viele von der heutigen jungen Generation zählt. Man sollte gerechterweise nicht nur den jungen Menschen den „schwarzen Peter“ zuschieben, denn während wir früher in Siebenbürgen schon Wochen vor Weihnachten die Weihnachtslieder übten, wird hierzulande seitens der Bildungseinrichtungen bedauerlicherweise kaum noch Wert darauf gelegt, die Kinder in die Welt der Gedichte, der Lieder und der Literatur im Allgemeinen einzuführen.
Man sollte sich, was Geschenke betrifft, in Bescheidenheit üben, denn Geschenke sind nicht das, worauf es an Weihnachten ankommt. Ein gemütliches und hoffentlich gesundes Beisammensein der Menschen, die einem sehr nahe stehen, gemeinsam Weihnachtslieder unterm Weihnachtsbaum singen (mit instrumentaler Begleitung, etwa Gitarre, umso schöner) und später dann in besinnlicher Runde zusammen essen – schöner kann ein Weihnachtsfest nicht sein. Das ist zumindest meine Meinung.
Geschenke sind, finde ich, etwas für Kinder. Es gibt kaum etwas Schöneres als vor Freude leuchtende Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum, welche mit den Kerzen am Baum um die Wette strahlen. Ich habe neulich den Beitrag von Regina Roth („Nintant“) im „Kleinprobstdorfer Heimatblatt“ über die Vorbereitung auf Weihnachten gelesen. Wehmütig habe ich mich an Weihnachten in Siebenbürgen erinnert. Was haben wir uns damals über die Päckchen, die wir in der Kirche bekamen, gefreut! Wenn zusätzlich zu dem Gebäck, den Äpfeln und Nüssen auch noch ein Kugelschreiber oder ein paar Hefte in dem Päckchen waren, war die Freude schier grenzenlos. Und heute? Viele Kinder sind undankbar und derart verwöhnt, dass sie den Rachen nicht voll genug bekommen können! Voller Stress und Hektik mühen sich viele Menschen durch proppenvolle Geschäfte, um Geschenke zu kaufen. Hat man sich zu den Regalen durchgekämpft, zermartert man sich den Kopf darüber, was man dem einen und dem anderen kaufen soll. Mit den gekauften Geschenken liegt man nicht selten daneben. Heiligabend begehen dann viele aufgrund des vorweihnachtlichen Stresses ziemlich entnervt und ausgebrannt. Oft geht der Trubel danach weiter, denn: Geschenke umtauschen steht auf dem Plan, weil viele mit ihren Geschenken wieder einmal danebenlagen.
Wo bleibt da die Besinnlichkeit? Warum tun sich so viele Menschen diesen unnötigen Stress an? Warum begeht man das Weihnachtsfest nicht einfach ohne Geschenke, unbeschwert und unbekümmert, so, wie ich in Siebenbürgen meine Kindheit erlebt habe? Man sollte besonders in der Weihnachtszeit an das unsägliche Elend und die Not auf diesem Planeten denken. An die Millionen hungernden und kranken Kinder, an die Verstümmelten und Verwundeten in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt. Anstatt sich in dieser Überflussgesellschaft noch zusätzlich Weihnachtsgeschenke um die Ohren zu hauen, sollte man lieber für diese Menschen spenden, damit wenigstens zur Weihnachtszeit ein Funken Licht in ihr vom Schicksal gebeuteltes Leben kommt.

In der heutigen hektischen Zeit hoffe ich, dass wir alle über die Weihnachtsfeiertage im Kreise unserer Liebsten Besinnlichkeit finden. Ich wünsche allen Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfern ein frohes, gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2011.

Schöne Grüße aus Gummersbach,
Uwe Schuller

 

Weihnachtszeit

Jahr für Jahr, zur gleichen Zeit,
wenn es kälter wird und schneit,
überall liegt Schnee und Eis,
unsere ganze Welt ist weiß,
dann spielt sich ab, allemal,
ein bestimmtes Ritual:

Wenn in Einkaufszentren Kinder plärren
und an den Mänteln ihrer Mütter zerren,
weil sie den Krempel,den ach so tollen,
gerne als Geschenke haben wollen,
weil sie die Spielzeuge, die netten,
gerne unterm Baume hätten,
wenn Leute hektisch Urlaubsreisen buchen,
während andere krampfhaft Geschenke suchen,
dabei manchmal auch heftig fluchen,
wobei häufig alle Nerven blank liegen,
zuweilen sogar Sachen durch die Gegend fliegen,
wenn alle drängelnd an den Ladentischen
mit beiden Ellenbogen kräftig mitmischen,
sich dann noch in Eile und unter Qualen
gegenseitig herumschubsen vor vollen Regalen,
dann den ganzen Ramsch und Plunder kaufen,
während andere unentwegt Glühwein saufen,
und die vielen, nicht zu vergessen,
die massenweise Lebkuchen fressen,
Stress und Hektik weit und breit,
dann ist sie da, die Weihnachtszeit.
Wo bleibt da die Besinnlichkeit?

Alles dreht sich um den Konsum;
das ist oberflächlich und auch dumm!
Hört auf, in die Läden zu laufen,
um den ganzen Kram zu kaufen!
Macht in dieser Gesellschaft voller Überfluss
mit dem Konsumwahn endlich Schluss!
Wir sollten alle, ob Groß oder Klein,
mit weniger zufrieden sein!
Ich sage deshalb: „Man bedenke,
Weihnachten geht auch ohne Geschenke!“
Anstatt sich vor den Weihnachtstagen
mühevoll durch die Geschäfte zu plagen,
anstatt sich unnötigerweise zu beschenken,
sollte man lieber an Bedürftige denken.
Man sollte auf die Bescherung verzichten
und stattdessen Edelmütiges verrichten:

 

Zeigt Mitgefühl und habt ein Erbarmen,
spendet lieber für die Armen!
Entrichtet einen kleinen Almosen
an die Gepeinigten und Obdachlosen!

Denkt besonders in der Weihnachtszeit
an ihr Elend und ihr Leid!
Helft hungrigen und kranken Kindern,
helft, Not und Leid auf der Welt zu lindern!
Helft, ihre Pein zu vermeiden,
lasst sie nicht mehr länger leiden!
Helft, ihr Schicksal zum Besseren zu wenden,
helft, ihr Martyrium zu beenden!
Lasst ihre Augen nicht mehr weinen,
lasst wieder die Sonne für sie scheinen!
Denkt auch an die Verwundeten und Versehrten
und an die, die nicht wieder heimkehrten!
Denkt an die, die hinterblieben,
trauern und weinen um ihre Lieben!

Lasst Eure Herzen nicht erkalten,
denkt auch an die Gebrechlichen und die Alten!
Zeigt Herz und seid großzügig beim Geben,
bringt wieder Hoffnung in dieser Menschen Leben!
Bringt sie wieder ein kleines Stück
auf den Weg des Glücks zurück!
Bringt dorthin, wo das Elend wohnt,
wieder Licht an den Horizont!
Ist es auch noch so klein, das Licht,
es gibt diesen Menschen Mut und Zuversicht!
Öffnet Eure Herzen weit
und bringt gerade in der Weihnachtszeit
in diese Welt ein Stück Menschlichkeit!
Obendrein wäre es angemessen,
darüber nachzudenken und nicht zu vergessen,
dass wir jährlich unzählige Tannen und Fichten
zum Zwecke des Weihnachtsfests vernichten.
Kauft deshalb keinen Weihnachtsbaum,
auch ein paar Zweige schmücken den Raum.

Seid barmherzig und lasst auf Erden
für alle Menschen Weihnacht werden!
Wenn die Glocken zum Fest erklingen,
sollen sie Frieden und Freude bringen.

 

 

 

Uwe Schuller, 18.10.2010

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater,
voller Gnade und Wahrheit.
 (Johannes 1, 14)

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!

Nach der Vorbereitungszeit im Advent ist Weihnachten nun da. War und ist es eine Zeit, in der wir etwas zurückschalten und innerlich zur Ruhe kommen dürfen? Das wäre schön. Leider schaut es oft ganz anders aus:

  • da ist der Stress am Arbeitsplatz, weil vor den Feiertagen und dem Jahreswechsel noch Vieles schnell erledigt werden muss
  • dazu kommt die Hektik bei der Suche nach den passenden Geschenken
  • nicht wenige tun sich schwer, die Feiertage mit der ganzen Familie verbringen zu müssen

Was ist wirklich der Sinn von Weihnachten? Ist Weihnachten „Geschäft oder Geburtstag“? Den wahren Grund von Weihnachten haben sehr viele Menschen aus den Augen verloren. Wir kennen zwar die biblische Weihnachtsgeschichte in – und auswendig, wir singen jedes Jahr die großartigen Weihnachtslieder, schmücken unsere Christbäume und kochen großartige Gerichte. Doch das Herz von Weihnachten ist eigentlich verlorengegangen. Dieses Herzstück ist und bleibt die Geburt Jesu Christi.
Wir erinnern uns an den Weihnachtsstern. Er ist Zeuge für eines der vielen Wunder rund um die Geburt Jesu. Er leitet die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem, zu jenem Stall, in dem Jesus geboren wurde. Dieser Weihnachtsstern war auch der Wegweiser für die Schafhirten, denen der Engel die frohe Botschaft verkündet hatte. Auch heute sind viele Menschen auf der Suche! Sie suchen Glück im Leben, Erfolg und innere Zufriedenheit. Mit dem richtigen Reiseführer vor Augen finden auch sie alle den Weg zum Ziel – Jesus Christus!
Er hat von sich aus gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“. (Joh. 14,6).
Jesus möchte für alle Menschen das Ziel ihrer Suche sein. Wir müssen nur auf die richtigen „Reiseführer“ hin zu Jesus achten, die Gott uns immer wieder über den Weg schickt. Wenn wir Jesus gefunden haben ist unsere Vergangenheit getilgt, unsere Gegenwart mit Sinn erfüllt und unsere Zukunft gesichert.  Das ist der Sinn von Weihnachten. Es ist das Fest der Geburt Jesu Christi, es ist sein Geburtstag. Wir sind alle eingeladen, daran teilzunehmen und zu feiern. Es geht nicht um Geschenke, nicht um den perfekt dekorierten Christbaum, nicht um das Festtagsmenü. Es geht zuallererst um Jesus Christus. Ihm gehört die Ehre bei diesem Fest. Er ist das Heil, das auf die Erde gekommen ist, damit wir Erlösung finden dürfen.
Darum: „Freue dich, freue dich, o Christenheit!“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, sowie Gottes Geleit durchs neue Jahr 2011!!

Euer Gerhard Roth, Pfarrer

Der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf möchte sich bei allen Mitgliedern, Landsleuten und Freunden für die Unterstützung in jeglicher Form für das zu Ende gehende Jahr bedanken und wünscht allen ein gesegnetes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und friedvolles Neues Jahr!

Nürnberg, den 24.12.2009

Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude,
die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Lukas 2, 10-11

Unser Christbaum erzählt

Grüß euch! 
Darf ich mich euch vorstellen. Ich bin ein Christbaum, wie er in jedem eurer Wohnzimmer zu Weihnachtszeit stehen könnte. Noch vor ein paar Wochen hatte ich meinen Platz draußen im Wald. Jetzt habe ich die würdevolle Aufgabe, euch als Christbaum zu erfreuen – und euch auch ein wenig zum Nachdenken zu bringen. 
Mein Kleid ist grün. Richtig lebendig grün. Mitten im Winter, wenn sonst alles kalt und leblos scheint, bringe ich damit ein Zeichen des Lebens in eure Wohnstuben. Wenn ihr mein Grün seht, dann denkt daran: Hoffnung und neues Leben will durch Weihnachten auch zu euch kommen und alles Trostlose und Graue erhellen. 
Meine Gestalt verjüngt sich nach oben. Mit meiner Spitze zeige ich nach oben. Damit will ich euch helfen, nach oben zu sehen. Blickt nicht nach unten, lasst euch nicht niederdrücken. Es gibt immer einen Grund zur Hoffnung. Bei Gott ist niemand am Ende. Wer auf ihn sieht, fängt an zu hoffen. Richtet eure Herzen auf ihn – nach oben!

Meine Zweige bilden immer wieder die Form des Kreuzes. Damit erinnere ich daran: Krippe und Kreuz gehören zusammen. Weihnachten und Karfreitag kann man nicht trennen. Jesus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, ist für euch ans Kreuz gegangen. Das Kreuz ist die Chance eures Lebens für einen Neuanfang. Meine Zweige wollen dafür ein Zeichen sein. Wenn ihr mich zur Weihnachtszeit in euren Wohnungen aufstellt und schmückt, dann denkt an meine Farbe, an meine Figur und an meine Zweige. Ich will doch nicht vergeblich bei euch stehen! 
Euer Christbaum

Liebe Kleinprobstdorferinnen und Kleinprobstdorfer!
Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, sowie Gottes reichen Segen für das neue Jahr 2010!!

Euer Pfarrer Gerhard Roth 

Schwanenstadt, 24.12.2009

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

adventskranz_160Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Jauchze, Tochter Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
(Sacharja 9, Vers 9)

 

Mit diesen besinnlichen Worten, grüßt der Vorstand der HOG – Kleinprobstdorf alle Landsleute und Freunde und wünscht eine gesegnete, stille Adventszeit!

Nürnberg, den 03. Dez. 2009

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

12